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Wind angetroffen wurde, in dortiger Breite nicht lange aufzuhalten, so schnell
wie möglich im das eigentliche Passatgebiet einzudringen und erst dort die
Zurücklegung der erforderlichen Länge zu beginnen. Die Bark. erreichte auf
der von Kapt. Pagel verfolgten Route 40° N-Br in 16,7° W-Lg am 10. Juni
und 30° N-Br in 29,8° W-Lg erst am 25. Juni. In 35° N-Br hatte man
leichten östlichen Wind angetroffen, mit dem nach Westen gesegelt wurde; nach
kurzer Zeit indessen zwang Mallung und leichte westliche Brise doch zur Auf-
suchung niedrigerer Breiten. Am 26. Juni wurde die. polare Grenze des
Passats in 28,5° N-Br und 30,7° W-Lg erreicht, Südlich von derselben
wehten auch nur flaune Winde, jedenfalls machte das Schiff auch hier keine
grossen Distanzen gut. Die südlichste Breite welche man anlief, war 25,6°
N-Br in 45° W-Lg. In 29° N-Br und 61° W-Lg erreichte die Bark am 13. Juli
wieder die polare Grenze des Passats und am folgenden Tage gelangte sie
in 62° W-Lg nördlich von 30° N-Br. Am 16. Juli konnte nach 48tägiger
Reise. in der Bermuda-Gruppe geankert werden. .
Von Bermuda segelte die Bark in. 6tägiger Fahrt nach Newyork, man
traf während derselben beständigen südwestlichen Wind.
Von Newyork trat „Brünnow‘“ am 14. September die Rückreise: nach
Danzig an. Mit Ausnahme eines nordöstlichen Windes, der wenige Tage nach
dem Antritt der Reise einsetzte, und dann eine Woche hindurch anhielt, traf
man auf dieser Fahrt über den Ocean nur günstige Winde. Auch von eigent-
lichen Stürmen blieb dieselbe ganz verschont. Es wurde 60° W-Lg in 37° N-Br
am 20, September und 30° W-Lg in 44,8° N-Br am 3, Oktober geschnitten.
Am 10. Oktober konnte in den Kanal eingesegelt werden nach einer Reise
deren Dauer 26 Tage betrug. .
6. Reise des Elsflether Schoners „Merkur“, Kapt, J. 6. Geffken.:
Während einer Reise von Hamburg nach Arica befand sich der Elsflether
Schoner „Merkur“ am 1. Februar 1878 auf den Aussengründen vor dem Kanal.
Oestlicher Wind erleichterte zunächst den Anfang der Reise, als der Schoner
jedoch 43° N-Br.erreicht hatte, lief der Wind erst südlich und bald nachher
südwestlich, und von dieser Zeit an war es sehr schwierig, Breite gut zu machen,
„Merkur“ erreichte 40° N-Br in 16,7° W-Lg am 10; Februar und 30° N-Br in
19,7° W-L& erst am 20. Februar. In 32,6° N-Br lag am 19. Februar die
polare Grenze des Passats;. frischer Wind, der südlich derselben wehte, führte
den Schoner nach 20° N-Br in 25,6° W-Lg am 24. Februar und nach 10° N-Br
in 26,9° W-Lg am 28, Februar. Am letzteren Tage wurde der Passat ganz
flau, in dieser Weise anhaltend bis am 6. März in 2,5° N-Br und 26,2 W-Lg
der SE-Passat angetroffen wurde. KEigentliche Windstille hatte den Uebergang
von einem Passatsystem zum anderen nicht erschwert. Am 7. März passirte
„Merkur“ in 26,4° W-Lg den Aequator nach 34tägiger Reise vom Kanale und
nach 15tägiger Reise von 30° N-Br her.
Auf südlicher Halbkugel gelangte man nach 10° S-Br in 31,6° W-Lg
am 11. März; nach 20° S-Br in 35,1° W-Lg am 16, März und nach 30° S-Br
in 46,1° W-Lg am 23, März. Ein nur flauer SE-Passat, dessen polare Grenze
in 21,5° S-Br lag, wurde angetroffen. . Nordöstliche Winde herrschten später
noch eine Zeit lang, bis man südlich von 30° S-Br auf westliche Winde stiess.
Am 26. März überstand der Schoner in 34° S-Br und 48° W-Lg einen heftigen
Pampero. Nach sehr schwüler Witterung kam an dem Tage mit nordnord-
westlichem Winde in ganz kurzer Zeit ein Gewitter auf.. Aus westlicher
Richtung folgten dann Windstösse von solch gewaltiger Kraft, dass sie das
Schiff fast platt auf die Seite legten und die Untermarssegel, welche allein noch
beigesetzt waren, wie auch einige Segel, die noch nicht so rasch hatten fest-
gemacht werden können, zerrissen. Der Luftdruck hatte bei diesem Unwetter
um etwa 2mm abgenommen. An den nächstfolgenden Tagen wehte bei kühlem
hellem Wetter stürmischer Wind aus SW.
In 36° S-Br traf das Schiff südöstlichen Wind, der 8 Tage lang anhielt
und mit welchem die La Plata-Mündung in geringem Abstande vom Lande
passirt wurde. Starke Veränderungen in der Färbung des Meeres, und in der
Strömung, verbunden mit einem Temperaturunterschiede von 9°C. innerhalb