accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

237 
Wind angetroffen wurde, in dortiger Breite nicht lange aufzuhalten, so schnell 
wie möglich im das eigentliche Passatgebiet einzudringen und erst dort die 
Zurücklegung der erforderlichen Länge zu beginnen. Die Bark. erreichte auf 
der von Kapt. Pagel verfolgten Route 40° N-Br in 16,7° W-Lg am 10. Juni 
und 30° N-Br in 29,8° W-Lg erst am 25. Juni. In 35° N-Br hatte man 
leichten östlichen Wind angetroffen, mit dem nach Westen gesegelt wurde; nach 
kurzer Zeit indessen zwang Mallung und leichte westliche Brise doch zur Auf- 
suchung niedrigerer Breiten. Am 26. Juni wurde die. polare Grenze des 
Passats in 28,5° N-Br und 30,7° W-Lg erreicht, Südlich von derselben 
wehten auch nur flaune Winde, jedenfalls machte das Schiff auch hier keine 
grossen Distanzen gut. Die  südlichste Breite welche man anlief, war 25,6° 
N-Br in 45° W-Lg. In 29° N-Br und 61° W-Lg erreichte die Bark am 13. Juli 
wieder die polare Grenze des Passats und am folgenden Tage gelangte sie 
in 62° W-Lg nördlich von 30° N-Br. Am 16. Juli konnte nach 48tägiger 
Reise. in der Bermuda-Gruppe geankert werden. . 
Von Bermuda segelte die Bark in. 6tägiger Fahrt nach Newyork, man 
traf während derselben beständigen südwestlichen Wind. 
Von Newyork trat „Brünnow‘“ am 14. September die Rückreise: nach 
Danzig an. Mit Ausnahme eines nordöstlichen Windes, der wenige Tage nach 
dem Antritt der Reise einsetzte, und dann eine Woche hindurch anhielt, traf 
man auf dieser Fahrt über den Ocean nur günstige Winde. Auch von eigent- 
lichen Stürmen blieb dieselbe ganz verschont. Es wurde 60° W-Lg in 37° N-Br 
am 20, September und 30° W-Lg in 44,8° N-Br am 3, Oktober geschnitten. 
Am 10. Oktober konnte in den Kanal eingesegelt werden nach einer Reise 
deren Dauer 26 Tage betrug. . 
6. Reise des Elsflether Schoners „Merkur“, Kapt, J. 6. Geffken.: 
Während einer Reise von Hamburg nach Arica befand sich der Elsflether 
Schoner „Merkur“ am 1. Februar 1878 auf den Aussengründen vor dem Kanal. 
Oestlicher Wind erleichterte zunächst den Anfang der Reise, als der Schoner 
jedoch 43° N-Br.erreicht hatte, lief der Wind erst südlich und bald nachher 
südwestlich, und von dieser Zeit an war es sehr schwierig, Breite gut zu machen, 
„Merkur“ erreichte 40° N-Br in 16,7° W-Lg am 10; Februar und 30° N-Br in 
19,7° W-L& erst am 20. Februar. In 32,6° N-Br lag am 19. Februar die 
polare Grenze des Passats;. frischer Wind, der südlich derselben wehte, führte 
den Schoner nach 20° N-Br in 25,6° W-Lg am 24. Februar und nach 10° N-Br 
in 26,9° W-Lg am 28, Februar. Am letzteren Tage wurde der Passat ganz 
flau, in dieser Weise anhaltend bis am 6. März in 2,5° N-Br und 26,2 W-Lg 
der SE-Passat angetroffen wurde. KEigentliche Windstille hatte den Uebergang 
von einem Passatsystem zum anderen nicht erschwert. Am 7. März passirte 
„Merkur“ in 26,4° W-Lg den Aequator nach 34tägiger Reise vom Kanale und 
nach 15tägiger Reise von 30° N-Br her. 
Auf südlicher Halbkugel gelangte man nach 10° S-Br in 31,6° W-Lg 
am 11. März; nach 20° S-Br in 35,1° W-Lg am 16, März und nach 30° S-Br 
in 46,1° W-Lg am 23, März. Ein nur flauer SE-Passat, dessen polare Grenze 
in 21,5° S-Br lag, wurde angetroffen. . Nordöstliche Winde herrschten später 
noch eine Zeit lang, bis man südlich von 30° S-Br auf westliche Winde stiess. 
Am 26. März überstand der Schoner in 34° S-Br und 48° W-Lg einen heftigen 
Pampero. Nach sehr schwüler Witterung kam an dem Tage mit nordnord- 
westlichem Winde in ganz kurzer Zeit ein Gewitter auf.. Aus westlicher 
Richtung folgten dann Windstösse von solch gewaltiger Kraft, dass sie das 
Schiff fast platt auf die Seite legten und die Untermarssegel, welche allein noch 
beigesetzt waren, wie auch einige Segel, die noch nicht so rasch hatten fest- 
gemacht werden können, zerrissen. Der Luftdruck hatte bei diesem Unwetter 
um etwa 2mm abgenommen. An den nächstfolgenden Tagen wehte bei kühlem 
hellem Wetter stürmischer Wind aus SW. 
In 36° S-Br traf das Schiff südöstlichen Wind, der 8 Tage lang anhielt 
und mit welchem die La Plata-Mündung in geringem Abstande vom Lande 
passirt wurde. Starke Veränderungen in der Färbung des Meeres, und in der 
Strömung, verbunden mit einem Temperaturunterschiede von 9°C. innerhalb
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.