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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Am 22, Mai verliess das nach Newyork bestimmte Schiff diesen Hafen 
wieder. Kapt. Jachens schlug den nächsten nach Newyork durch die China- und 
Java-See führenden Weg ein. Gegen den nur mit mässiger Stärke wehenden SW- 
Monsun und die meistens nach nordöstlicher Richtung setzende Strömung, kreuzte 
das Schiff also südwärts. Man gelangte nach 10° N-Br in 112° O-Lg am 
9, Juni und zur Linie in 108,0° O-Lg am 26. Juni; hier lief der Wind südöstlich, 
doch konnte auch damit nur ein sehr langsamer Fortgang erzielt werden. 
Am 3. Juli passirte „Wega“ die Carimata-Passage; durchsegelte dann etwas 
rascher die Java-See und befand sich am 8. Juli am südlichen KEingange der 
Sunda-Strasse. Es waren jetzt 47 Tage verflossen, seit man die Rhede von 
Hongkong verlassen hatte. 
Im Indischen Ocean setzte gleich frischer Passat ein, und auf südwest- 
lichem Kurse kreuzte das Schiff hier in der Folge 10° S-Br in 97,5° O-Lg am 
10. Juli, 20° S-Br in 76,5° O-Lg am 17. Juli und 30° S-Br in 36,5° O-Lg am 
4. August. Der Meridian von 60° Ost wurde in 23,8° S-Br am 22. Juli 
geschnitten. Bis nach 20° S-Br hatte der Passat sehr frisch und beständig 
geweht, später wurde er ganz flau und unbeständig. Nachher kam noch wieder 
fast stürmisch wehender SE-Wind durch. In 26° S-Br und 54° O-Lg traf man 
zuerst auf westliche Winde, die indessen später noch mehrere Male durch Ost- 
wind wieder verdrängt wurden. Hart wehte der Westwind in der Nähe der 
Südspitze Afrika’s, wo. „Wega“ für längere Zeit festgehalten wurde. Am 
18. August befand sich das Schiff in Sicht des Kap Agulhas und am 24. August 
wurde in 11,5° O-Lg 30° S-Br wieder gekreuzt; „Wega“ hatte sich 20 Tage 
südlich von diesem Parallel befunden. 
Südöstlichen Wind, der später ohne Störung in den Passat übergegangen 
war, hatte man schon in 35,5° S-Br angetroffen. Nordwestwärts segelnd, gelangte 
„Wega“ dann nach 20° S-Br in 1,3° W-Lg am 30. August, nach 10° S-Br in 
15,2° W-Lg am 6. September und zum Aequator in 32,2° W-Lg am 14. Sep- 
tember. Es waren 21 Tage erforderlich gewesen, um die zwischen 30° S-Br 
nnd diesem letzteren Ort liegende Strecke zu durchsegeln. 
Auf der nördlichen Halbkugel lief der Wind südlicher, sowie das Schiff 
seinen Abstand von der Linie vergrösserte, bis derselbe in etwa 6° N-Br in 
den, indessen nur für kurze Zeit wehenden, SW-Monsun überging. Später 
herrschte an 2 Tagen Mallung, bevor am 22. September in 11,2° N-Br und 
41,5° W-Lg die äquatoriale Grenze des NE-Passats wieder überschritten werden 
konnte. In dessen Gebiet traf man aussergewöhnlich flaue unbeständige Winde, 
zur selben Zeit als in der Nähe von Westindien ein Orkan auftrat. „Wega“ 
kreuzte 20° N-Br in 52° W-Lg am 30. September und 30° N-Br in 65° W-Lg 
erst am 9. Oktober. In 32° N-Br drehte der Wind sich nach SE und bald 
darauf nach SW. Am 17. Oktober gelang es schliesslich, den Hafen von New- 
york zu erreichen, nach einer Reise, deren Gesammtdauer 147 Tage betrug. 
Am 23. November ging „Wega“ wieder in See, um die Reise nach dem 
Heimathshafen anzutreten. Von westlichen Winden getrieben, wurde der erste 
Theil derselben sehr rasch zurückgelegt; östlich von 45° W-Lg traten jedoch 
östliche Winde so anhaltend auf, dass die Reise dadurch um ein Bedeutendes 
verlängert wurde. Schwere Stürme traf „Wega“ trotz der vorgerückten Jahres- 
zeit nicht an. Das Schiff überschritt 60° W-Lg in 40,5° N-Br am 27. November 
und 30° W-Lg in 46,5° N-Br am 12. December. Nachdem „Wega“ auf den 
Aussengründen vor dem Kanal, durch heftigen Ostwind noch mehrere Tage auf- 
gehalten worden war, gelang es endlich, am 26. December in denselben ein- 
zusegeln. Die Reisedauer war 33 Tage. 
5. Reise der Rügenwaldener Bark „Brünnow“, Kapt. A. Pagel. 
Am 29, Mai 1878 begann Kapt. Pagel die Führung des meteorologischen 
Journals, Das von ihm geführte Schiff befand sich auf einer Reise von Cardiff 
nach Bermuda und stand an jenem Tage nicht weit von Lundy Island. Kapt. 
Pagel war wahrscheinlich anfänglich nicht willens, die durch die Passatregion 
führende Route einzuschlagen; doch nöthigten die angetroffenen Gegenwinde 
ihn dazu. Nachdem er aber einmal sich entschlossen hatte, nach Süden zu 
gehen, wäre es durchaus gerathen gewesen, sich, als in etwa 35° N-Br günstiger
	        
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