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dem letzteren schnitt „Wega“ 30° N-Br in 22° W-Lg am 7. November;
20° N-Br in 26,2° W-Lg am 11. November und 10° N-Br in 25° W-Lg am
14. November. Bis 8° Nord wehte der Passat recht frisch und ungestört;
in dieser Breite kam darauf südöstlicher Wind durch, der in 6° N-Br flau und
unbeständig wurde, In 4,2° N-Br und 25,8° W-Lg setzte‘ am 18, November
lebhafter SE-Passat ein, mit dem das Schiff am 20. November in 28,8 W-L&
den Aequator überschritt. Die Reisedauer von Cardiff bis hier betrug 32, von
30° N-Br ab 13% Tage.
Im Südatlantischen Ocean führte der Passat das Schiff anfänglich ziemlich
rasch nach Süden; es wurde hier 10° S-Br in 33,2° W-Lg am 24. November,
20° S-Br in 30° W-Lg am 28. November und 30° S-Br in 28,5° W-Lg am
2, December geschnitten. Das Gebiet des regelmässigen Passats verliess man
schon in 18,6° S-Br. Hier lief der Wind nordöstlich, machte dann einen recht-
drehenden, | rasch verlaufenden, von bedeutender Luftdruckabnahme begleiteten
Rundlauf um den ganzen Kompass und wehte nachher wieder lange Zeit hin-
durch aus südöstlicher und zuletzt nordöstlicher Richtung. In etwa 38° S-Br
erhob sich ein schwacher Westwind, der auffrischte, nachdem am 8, December
40° S-Br in 15,5° W-Lg gekreuzt worden war. Am 12. December konnte
„Wega* in 42,7° S-Br von westlicher in östliche Länge übergehen. Es waren
212 Tage verflossen, seit man den Aequator verliess.
Beim Ablaufen der Länge hielt das Schiff sich in der Nähe des Parallels
von 43° Süd. Die hier angetroffenen Winde waren im Ganzen günstig; östliche
fand man gar nicht, vorherrschend waren westliche, doch traten auch nördliche
Winde häufig auf. Unter schweren Stürmen hatte das Schiff nicht zu
leiden. Am 31. Oktober wurde der Meridian von 80° Ost in 39,4° S-Br
gekreuzt; 19 Tage waren erforderlich gewesen, um vom ersten Meridiane her
80 weit zu kommen. .. |
Westlicher Wind begleitete das Schiff auch ferner auf dem nunmehr nach
Norden gerichteten Kurse, bis sich in 34,9° S-Br und 101,8° O-Lg am
6. Januar 1878 der Passat einstellte. So wie man mit diesem frisch wehenden
Winde nördlicher kam, hef derselbe südlicher, und am 11. Januar, als 22° S-Br
in 110,5° O-Lg erreicht war, kam südsüdwestlicher, allmählich abflauender und
späterhin eine ganz westliche Richtung annehmender Wind durch. Am
19. Januar wurde bei frischem Westwinde das erste Land des Indischen
Archipels erblickt; die Reise hatte von Cardif bis hier eine Dauer ‚von
92 Tagen.
Am 23. Januar befand sich „Wega“ nördlich von der mit ganz leisem
Zuge aus West durchsegelten Ombay-Passage; frischer NW-Wind kam durch,
sowie man aus dem Bereiche des Landes war, bei welchem das Schiff durch
die Molukken - See nach Norden steuerte, Am 24, Januar lief es in eiwa
3,8° S-Br mit dem auf derselben Reise begriffenen Bremer Schiffe ‚,Kazser““
zusammen, dessen Reise 9 Tage länger war, als diejenige des ersteren
Schiffes, An demselben Tage lief der Wind nordöstlich und wurde ganz flau;
da ausserdem die Strömung nach Süden setzte und der Wind ‘seine Richtung
gar nicht änderte, so wurde „Wega“, deren Boden bald sehr unrein wurde,
hier sehr lange festgehalten. Es kreuzten dort damals eine ganze Anzahl von
Schiffen, unter denen sich auch die Hamburger Bark „Catharine“ befand; eben-
falls wechselte „Wega“ am 9. Februar in 0,8° S-Br und 128,9° O-Lg Signale
mit der eisernen englischen Bark „Xmil“, die, von Bangkok nach Hongkong
bestimmt, damals schon eine Reise von 79 Tagen hatte und welche in der Folge
nach einer Reise von 133 Tagen in Hongkong ankam.
Am 11. Februar endlich gelangte „Wega“ in 129° O-Lg zum Aequator;
auch nördlich von diesem musste noch 3 Tage hindurch gegen NNE-Wind
gekreuzt werden, bevor man in 1,1° N-Br und 130,4° O-Lg mit hier östlicher
durchstehendem Winde nach Norden liegen konnte, ohne ferner wenden zu müssen,
In geringer Entfernung von der NO-Spitze Luzon’s traf man für einen Tag auf
frischen südwestlichen und westlichen Wind, doch kam bald wieder starker
Passat durch. Am 26. Februar wurde die Insel Formosa erblickt, und am
29. Februar erreichte „Wega“ die Rhede von Hongkong nach 133tägiger Reise
von Cardiff her.
Ann. d, Hyär., 1879, Heft V (Mai