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in 171,2° W-Lg gekreust, dann drehte der Wind sich nach NE, bis endlich
am 9. Mai in 27° S-Br und 168,5° W-Lg südlicher Wind, der Vorbote des
SE-Passats, einsetzte. Am 13. Mai befand sich das Schiff in Sicht der kleinen
Insel Iniue; am 15. Mai wurde mit frisch wehendem Passate die Insel Tutuila
in der Samoa-Gruppe angelaufen und am folgenden Tage nach günstiger,
58tägiger Reise, auf der Rhede von Apita geankert.
Von Apia versegelte „Saturnus“ nach dem in der F%ji-Gruppe liegenden
Hafen Lomo:Lomo. Am 9. Juli trat die Bark die Reise dahin an und, durch
starken SE-Passat begünstigt, erreichte sie 3 Tage später den Bestimmungsort.
In der Folge wurde auch noch Levuka, in derselben Gruppe gelegen,‘ angelaufen,
dort die Ladung kompletirt und endlich am 23. August die Heimreise nach
einem englischen Orderhafen begonnen. Beoständig wehender SE-Passat brachte
die Bark nach 20° S-Br in 179,2° W-Lg; gleich südlich von diesem Orto lief
der Wind nordöstlich, und schon in 21° S-Br wurde die polare Grenze des
Passatgebietes überschritten. Es folgten nun sehr veränderliche Winde, mit
denen indessen noch ein ziemlich befriedigender Fortschritt zu erzielen war.
Am 31. August wurde 30° S-Br in 174° W-Lg geschnitten; ungünstigere Winde
bewirkten dann eine Verzögerung der Reise, so dass die Bark erst am 9. Sep-
tember nach 40° S-Br in 156° W-Lg gelangte. Nach Ueberschreiten dieses
letzteren Parallels war. die Zoue der vorwaltend aus westlicher Richtung
wehenden Winde erreicht, und rasch scgelte das Schiff nun nach Osten, Man
schnitt den Meridian von 140° West am 14. September in 47,3° S-Br, den von
100° West am 22. September in 54° S-Br und erblickte die in der Nähe des
Kap Horn gelegenen Diego Ramirez-Inseln am 28. September, 38 Tage nach
Anfang der Reise.
Im Atlantischen Ocean wurden nicht so günstige Windverhältnisse
augetroffen, wie im Stillen Ocean. Doch konnte man am 4, Oktober 50° S-Br
in 50° W-Lg und 40° S-Br in 41° W-Lg am 8. Oktober kreuzen. Verhältniss-
mässig lange Zeit war erforderlich um nach 30° S-Br zu kommen, anhaltend
aus nördlicher Richtung wehende Winde waren die Ursache davon. Erst am
22. Oktober gelangte das Schiff in 25,5° W-Lg nördlich von der zuletzt
erwähnten Breite. Auch dann war der Fortgang der Reise zunächst noch
nicht erfreulicher; die Bark traf, wie es die hier nordwärts segelnden Schiffe
in der Regel finden, anfangs nordnordwestliche, weiterhin nördlich nordöstliche
Winde. Diese letzteren gingen später rechtdrehend allmählich in den SE-Passat
über, dessen polare Grenze in 22,2° S-Br und 23° W-Lg‘zu liegen schien,
Nach Ueberschreitung' von 10° S-Br in 26,2° W-Lg am 2. November wurde
schliesslich am 6. November der Acquator in 27,4° W-Lg passirt. Es waren
39 Tage verflossen, seit man Diego Ramirez sah,
Auf der nördlichen Halbkugel erstreckte sich das Gebiet des SE-Passats
bis nach 5° N-Br in 27,5° -W-Lg. Im Stillengürtel, wo: man leichte östliche
Winde und fast gar keine Windstille fand, verbrachte die Bark 4 Tage, dann
wurde am 12. November in 8,2° N-Br und 27,8° W-Lg die südliche Grenze
des NE-Passats erreicht. Das Gebiet dieses frischen und aus sehr raumer
Richtung wehenden Windes wurde, nachdem 10° N-Br in 28,3 W-Lg am
13. November und 20° N-Br in 31,6° W-Lg am 17. November überschritten
worden war, am 21. November in 29,2° N-Br und 83,9° W-Lg wieder ver-
lassen. Für längere Zeit folgten nun heftig auftretende Nordwinde, die, ebenso
wie die nördlich von 40° Nord — welche Breite am 30. November in
28,2° W-Lg gekreuzt wurde — angetroffenen Ostwinde diesen letzten Theil
der Reise ungebührlich verlängerten. Am 15. December gelang es endlich, bei
noch herrschendem Ostwinde, den Hafen von Queenstown zu erreichen, nach
einer Reise, deren Dauer 115 Tage betrug.
2. Reise der Bremer eisernen Bark „Spica“, Kapt. J. Meyer.
Dieses eiserne, auf einer Reise von Cardiff nach Singapore begriffene
Schiff befand sich am 22, December 1877 in der Nähe der Scilly- Inseln.
Heftige nordwestliche Winde führten es von hier in 4 Tagen nach 40° N-Br
in 15° W-Lg; in etwa 38° N-Br nahm der Wind eine ungünstigere Richtung
an, er lief südwestlich, ‚so dass für längere Zeit der Fortgang des Schiffes nach