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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

X 
Beiträge zur Kenntniss der Witterungsbeschaffenheit an den 
Küsten von Acheen (Achin), Sumatra. 
Ueber die Windverhältnisse der nördlichen West- und Ostküsten von 
Sumatra (Acheen) und des nördlichen Theiles der Malacca-Strasse, durch welche 
die Hauptrouten von Ostindien nach Singapore und Ostasien führen, sind in den 
vorhandenen „Segelanweisungen“ nur wenige und höchst allgemein gehaltene 
Angaben enthalten, so bei Findlay,’) Taylor-Horsburgh,*) Rosser-Imray®); 
namentlich fehlen genaue Bestimmungen der Uebergangszeiten der Monsune für 
diesen Theil des Indischen Oceanes. 
Diese Lücke ist neuerdings durch eine drei Jahre hindurch (1. Juli 1873 
bis 30. Juni 1876) regelmässig fortgesetzte Reihe von Beobachtungen über 
Wind, Wetter und Zustand der See an den Küsten von Acheen zwischen dem 
Indischen Ocean und der Strasse von Malacca in dankenswerther Weise aus- 
gefüllt worden, 
Seit der Blockade von Acheen durch die niederländische Marine i. J. 1873 
hat der Marine-Kommandant in Niederländisch Indien die regelmässige Aus- 
führung der oben erwähnten Beobachtungen an Bord der niederländischen Kriegs- 
schiffe angeordnet. Das’ drei volle Jahre umfassende Beobachtungsmaterial 
wurde dem Direktor des magnetischen und meteorologischen Öbservatoriums 
zu Batavia, Herrn Dr. P. A. Bergsma übergeben, welches dieser im Verein 
mit dem Lieut. z. See I. Kl. der königl. niederl. Marine, Herrn L. Backer 
Overbeck, in eingehender Weise bearbeitet hat. Die Ergebnisse dieser Dis- 
kussion sind niedergelegt in einer auf Kosten der Niederländisch-Indischen 
Regierung zu Batavia i. J. 1877 publicirten (noch wenig bekannten) Schrift 
„Büdrage tot de Kennis der Weersgesteldheid der Kuste van Atjeh“, welche uns 
neuerdings von Herrn Direktor Bergsma übersandt worden ist. 
Die Küsten von Acheen, an welchen die Beobachtungen über Windrichtung 
und Stärke (Beaufort’s Skala 0—12), über Anzahl der Tage mit und ohne Regen 
und über den Zustand der See an Bord der Blockadeschiffe angestellt worden 
sind, lassen sich in drei, von Natur unterschiedene Abschnitte theilen, nämlich 
in die Nord-, Ost- und Westküste von Acheen. 
Die Nordküste (mit 3 Abtheilungen) erstreckt sich zwischen Acheen Head 
(Atjeh-hoofd) und Diamond Point (oder zwischen 5° 34‘ 40“ N-Br, 95° 19‘ O-Lg 
und 5° 26‘ N-Br, 97° 29’ O-Lg); die Ostküste (mit 2 Abtheitungen) zwischen 
Diamond Point und Deliriwvier oder Delhi River (oder zwischen 5° 26’ N-Br, 
97° 29‘ O-Lg und 3° 48‘ N-Br, 98° 43‘ O-Lg); die Westküste (mit 2 Abtheilungen) 
zwischen Acheen Head und Singkel (oder zwischen 5° 34‘ 40“ N-Br, 95° 19‘0“ O-Lg 
und 2° 15‘ 0“ N-Br, 97° 46‘ 32“ O-Lg). 
Im Ganzen wurden an der Nordküste während der drei Beobachtungsjahre 
48425 Beobachtungen von verschiedenen Schiffen angestellt, an der Ostküste 
28085 und an der Westküste 6315. Ausserdem sind vom 1. Juli 1875 bis 
30. Juni 1876 bei Pulo Brass ebensolche Beobachtungen an Bord eines dort 
stationirten Kriegsschiffes angestellt worden. 
Aus den für jede einzelne der 8 Abtheilungen gegebenen Tabellen der 
Anzahl der beobachteten Windrichtungen und ihrer Stärke (für die 3 Beobachtungs- 
jahre 1873/76 bezw. für das Jahr 1875/76) sind in der erwähnten Schrift zunächst 
die Procentzahlen der einzelnen Windrichtungen berechnet und ihre mittleren 
Stärken angegeben. Wir theilen hier aus diesen Tabellen zunächst die für die 
einzelnen drei Abschnitte (Nord-, Ost- und Westküste von Acheen) sich ergebenden 
Procentzahlen der Windrichtungen mit. Im Anschluss hieran giebt die zweite 
kleine Tabelle die nach der Lambert’schen Formel für jeden Monat berechnete 
mittlere Windrichtung, sowie die durchschnittliche monatliche Anzahl der Regen- 
tage an der Küste von Acheen, 
) 
) 
N 
‚Sailing Directions for the Indian Ocean“, 1870 u. 1876, pag. 31, 56, 65. 
‚India Directory“, Part I, 1874, pag. 595. 
‚Sailing Direetions for the Indian Ocean and China Sea“, 1874, pag. 94.
	        
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