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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Horizonte sahen wir das Zodiakallicht ziemlich hell, wie fast jeden Abend, an 
welchem kein Mondschein war. Auch auf Duke of York-Insel ist dieses Erd- 
beben sehr stark verspürt worden; wie man mir erzählte, soll es daselbst 
einige Minuten gedauert haben. 
Ein zweites Erdbeben hatten wir in der Nacht vom 25. auf den 26. August 
1878, während wir den St. Georgs- Kanal hinunterkreuzten, in der Nähe von 
Hunter-Hafen an der Nordseite von Duke of York-Insel. Es dauerte etwa eine 
Minute, während welcher wir deutlich drei Erschütterungen in der Richtung 
von Ost nach West verspürten. Bei diesem Phänomen fanden ebenfalls keine 
auffallenden Aenderungen in dem Zustande der Atmosphäre statt, der Luftdruck 
betrug zur Zeit der Erschütterung 762,0mm, die Luftwärme 27,2° C. Die 
Temperatur des Meerwassers betrug unverändert 28° C. seit einigen Stunden, 
Einige Tage später, ausserhalb des St. Georgs-Kanals, behauptete einer 
meiner Steuerleute, Nachts während der Wache noch einmal ein Seebeben 
bemerkt zu haben, wovon ich jedoch nichts verspürte. 
Meteorologisches. Ueber das Klima von Duke of York und Neu- 
Britannien ist bisher, ausser den Beobachtungen, die seiner Zeit von S. M. S. 
„Gazelle“ dort angestellt wurden, nichts bekannt geworden: um so erfreulicher 
ist es, dass Kapt. Wendt während seines dortigen Aufenthalts ein vollständiges 
meteorologisches Tagebuch geführt hat, in welchem vom 6. Juni bis 25. August, 
an jedem Tage für die Stunden 7 Uhr Morgens, 12 Uhr Mittags und 6 Uhr Abends, 
alle meteorologischen Elemente verzeichnet sind. 
Aus diesem, der Seewarte zur Verfügung gestellten Tagebuche, dessen 
gründliche Bearbeitung in nächster Zeit unter Zuhülfenahme weiteren, von dort 
zu erwartenden Materials, in Angriff genommen werden wird, sollen hier vor- 
läufig nur die hauptsächlichsten Daten mitgetheilt werden. 
Im Ganzen herrschte während Kapt. Wendt’s Aufenthalt bei Duke of 
York bis zum 15. Juni unbeständige böige Witterung mit südöstlichen Winden 
von Stärke 3 bis 4; später wurde der Wind in Richtung und Stärke sehr un- 
beständig und böig, nur an einigen wenigen Tagen war völlige Windstille. Die 
Schwankungen des Barometers waren zwischen 757,6 und 761,7mm während des 
dortigen Aufenthalts, die mittlere tägliche Schwankung betrug indessen 1,1mm. 
Die Temperatur der Luft bewegte sich zwischen 24,9 und 31,2° C. Regenfall 
war sehr reichlich. Während 30 Tagen regnete es an 23 Tagen, im Ganzen 
78 Stunden, und zwar zuweilen in starken Güssen. 
In den Nächten ihauete es zu Zeiten reichlich. Gewitter kam einmal vor; 
an einem Tage wurde in nördlicher Richtung entfernter Donner gehört und an 
zwei Abenden wurde Wetterleuchten über dem Lande wahrgenommen. 
Die Temperatur des Meerwassers wurde zwischen 30,5° C. und 28,1° C., 
das specifische Gewicht zwischen 1,0252 an trockenen und 1,0240 an Regen- 
tagen gemessen. 
In der Ratavul-Bai war die Witterung hingegen erheblich besser. Die 
Luftdruck- und Temperatur-Verhältnisse waren allerdings fast dieselben, wie bei 
Duke of York, indem das Barometer zwischen 756,6 und 761,4mm und die 
Temperatur der Luft zwischen 25,4° und 33,6° C. schwankten und die mittlere 
tägliche Schwankung des Barometers 1,3mm betrug. Die vorherrschende Wind- 
richtung war von ENE bis SE, Stärke 1 bis 4, bei theils bewölktem Himmel, 
Der Regenfall war dagegen in der Ratavul-Bai weit geringer, als bei Duke of 
York. In den 48 Tagen des Aufenthalts in dieser Bucht regnete es an 14 Tagen; 
im Ganzen sind 35 Stunden mit Regen notirt; auch kamen nicht solche starke 
Regengüsse vor, als bei jener Insel; erst gegen Mitte August wurde der Regen 
häufiger, und es traten einige Gewitterböen auf mit starken Windstössen vom 
Lande her. Die Temperatur des Meerwassers schwankte zwischen 28,0° C. und 
30,1° C. und das specifische Gewicht desselben zwischen 1,0241 und 1,0261. 
Freiherr von Schleinitz fand die Temperatur in der Blanche - Bai im 
August 1875 zwischen 24,4° C, und 31,5° C. und die Schwankungen des Baro- 
meters zwischen 760,6 und 765,5mm. Auch herrschte damals auf Neu-Britannien 
fast ununterbrochen trockenes Wetter. Aus der üppigeren Vegetation auf Duke 
of York, und auch nach den Aufzeichnungen des Kapt. Wendt, scheint man 
auf einen beträchtlicheren Regenfall für Duke of York schliessen zu dürfen.
	        
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