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Nachdem „Kaiser“ den Parallel von 43° S-Br gekreuzt hatte, liess
Kapt. Ruhase einen rechtweisenden Ostkurs steuern. Man fand in dieser Breite
eine ziemlich gute Gelegenheit; bei weitem vorherrschend waren westliche
Winde, obgleich auch östliche an einigen Tagen angetroffen wurden, Stürme
von Bedeutung waren gar nicht zu überstehen, eher konnte über zu schwache
Winde Klage geführt werden. ‚Am 28. December kreuzte das Schiff in 40,2° S-Br
den Meridian von 80° Ost; es waren also 21 Tage erforderlich gewesen, um vom
arsten Meridian her soweit zu kommen. Drei Tage später als der „Kaiser“ über-
schritt das auf derselben Reise begriffene aber 10 Tage später von Cardiff in
See gegangene Bremer Schiff „Wega“ jenen Meridian in 39,4° S-Br.
Auf dem Wege zur polaren Grenze des SE-Passats, welche anscheinend
schon in 34° S-Br und 104,8° O-Lg am 6. Januar 1878 erreicht wurde, fand
„Kaiser“ anfänglich westliche, später nordöstliche Winde. Das Schiff steuerte
von jenem Orte aus Kurs für die Allas-Strasse, In etwa 22° S-Br und 111,8° O-Lg
drehte der Wind sich wieder durch S nach SSW, aus letzterer Richtung längere
Zeit wehend; zugleich wurde er auch flauer. Am 18. Januar in ungefähr
9,8° S-Br und 115,5° O-Lg setzte der Wind seine rechtlaufende Drehung noch
weiter fort und trat als West- und NW-Wind auf. Am 19. Januar sogelte der
„Kaiser“ in den südlichen Eingang der Allas-Strasse ein, nach 10ltägiger Reise
von Cardiff ab. Die „Wega“ wählte die Ombay-Passage und gelangte in dieselbe
am 23. Januar.
Vor der Allas-Strasse beobachtete „Kaiser“ eine starke östliche Strömung;
in derselben Gezeitenströmungen von 2 Sm Fahrt, die mehrere Male zum
Ankern nöthigten. Nachdem gegen den sich zwischen N und NNE haltenden
Wind die Strasse durchkreuzt war und der „Kaiser“ sich am 21. Januar nördlich
von derselben befand, steuerte Kapt. Ruhase bei nordwestlichem Winde Kurs
für die Salayer-Strasse und passirte dieselbe schon am 22. Januar, Am 26, Januar
befand man sich bei der Insel Wangi- Wangi und kam am nächsten Tage in die
Nähe des schon mehrfach erwähnten Bremer Schiffes „Wega“, Vom 27. Januar
an wurde eine sehr ungünstige Gelegenheit angetroffen; anhaltend wehten die
Winde aus nordöstlicher Richtung und dabei lief eine stetige südliche Strömung.
Erst am 7. Februar konnte man in 129,1° O-Lg den Aecquator erreichen. Als
derselbe bei noch immer herrschendem NE-Wind überschritten war, beobachtete
man nördlich desselben eine starke westliche Strömung, und etwas weiter, in
der Nähe von 4° N-Br, wurde das Schiff durch Strom in einem Etmale 40 Sm
nach Nord versetzt. Die See befand sich dort in einem ausserordentlich aufgeregten
Zustande. Der „Kaiser“ erreichte das Gebiet des regelmässigen Passates ohne
Unterbrechung des schon von der Molukken-See her wehenden NE-Windes.
Das Schiff lag, mit dem Passate segelnd, über B. B.-Bug nordwestwärts, doch
musste anfänglich noch von Zeit zu Zeit nach Osten gewendet werden, um nicht
zu viel an Luv zu verlieren. Am 20. Februar wurde der Balintang-Kanal passirt
and am 22. Februar ankerte man auf der Rhede von Hongkong nach 135tägiger
Reise von Cardiff ab. „Wega“ erreichte Hongkong 7 Tage später als „Kaiser“;
jenes Schiff, ein .eisernes, dessen Boden zuletzt wohl nicht mehr rein war,
konnte beim Kreuzen gegen die in der Molukken - See angetroffenen leichten
Winde mit „Kaiser“ nicht gleichen Fortgang halten. Jedoch hatte die „ Wega“
im Verlauf des ersten Theils der Reise so viel gewonnen, dass die ganze
Reisedauer zwei Tage kürzer blieb, als die vom „Kaiser“, überhaupt kürzer als
die irgend eines Schiffes aus der ganzen Flotte, welche in dieser Saison in
Hongkong ankamen. .
Von Hongkong versegelte „Kaiser“ nach Cebu in der Philippinen-Gruppe
and am 14. Mai trat das Schiff von diesem Platze aus eine Reise nach New-
York an. Kapt. Ruhase wählte für den Anfang derselben den durch die
Sulu-See, die Basilan- und Makassar-Strasse nach der. Sunda-Strasse führenden
Weg. Ein mässiger NE-Wind führte in 2 Tagen das Schiff in der Sulu-See nach
7,6° N-Br und 121,9° O-Lg; dann setzte Mallung ein. Am 19. Mai gelang es,
die Basilan-Strasse zu passiren; südlich von der letzteren und in der Makassar-
Strasse fand man vorherrschend leichte östliche Mallung und Stille. Die Strömung
setzte zwischen 5° und 6° N-Br stark nach NE, von 4° bis 2° N-Br nach
Westen, während man in der Basilan-Strasse eine 3'% Sm Fahrt laufende