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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Nachdem „Kaiser“ den Parallel von 43° S-Br gekreuzt hatte, liess 
Kapt. Ruhase einen rechtweisenden Ostkurs steuern. Man fand in dieser Breite 
eine ziemlich gute Gelegenheit; bei weitem vorherrschend waren westliche 
Winde, obgleich auch östliche an einigen Tagen angetroffen wurden, Stürme 
von Bedeutung waren gar nicht zu überstehen, eher konnte über zu schwache 
Winde Klage geführt werden. ‚Am 28. December kreuzte das Schiff in 40,2° S-Br 
den Meridian von 80° Ost; es waren also 21 Tage erforderlich gewesen, um vom 
arsten Meridian her soweit zu kommen. Drei Tage später als der „Kaiser“ über- 
schritt das auf derselben Reise begriffene aber 10 Tage später von Cardiff in 
See gegangene Bremer Schiff „Wega“ jenen Meridian in 39,4° S-Br. 
Auf dem Wege zur polaren Grenze des SE-Passats, welche anscheinend 
schon in 34° S-Br und 104,8° O-Lg am 6. Januar 1878 erreicht wurde, fand 
„Kaiser“ anfänglich westliche, später nordöstliche Winde. Das Schiff steuerte 
von jenem Orte aus Kurs für die Allas-Strasse, In etwa 22° S-Br und 111,8° O-Lg 
drehte der Wind sich wieder durch S nach SSW, aus letzterer Richtung längere 
Zeit wehend; zugleich wurde er auch flauer. Am 18. Januar in ungefähr 
9,8° S-Br und 115,5° O-Lg setzte der Wind seine rechtlaufende Drehung noch 
weiter fort und trat als West- und NW-Wind auf. Am 19. Januar sogelte der 
„Kaiser“ in den südlichen Eingang der Allas-Strasse ein, nach 10ltägiger Reise 
von Cardiff ab. Die „Wega“ wählte die Ombay-Passage und gelangte in dieselbe 
am 23. Januar. 
Vor der Allas-Strasse beobachtete „Kaiser“ eine starke östliche Strömung; 
in derselben Gezeitenströmungen von 2 Sm Fahrt, die mehrere Male zum 
Ankern nöthigten. Nachdem gegen den sich zwischen N und NNE haltenden 
Wind die Strasse durchkreuzt war und der „Kaiser“ sich am 21. Januar nördlich 
von derselben befand, steuerte Kapt. Ruhase bei nordwestlichem Winde Kurs 
für die Salayer-Strasse und passirte dieselbe schon am 22. Januar, Am 26, Januar 
befand man sich bei der Insel Wangi- Wangi und kam am nächsten Tage in die 
Nähe des schon mehrfach erwähnten Bremer Schiffes „Wega“, Vom 27. Januar 
an wurde eine sehr ungünstige Gelegenheit angetroffen; anhaltend wehten die 
Winde aus nordöstlicher Richtung und dabei lief eine stetige südliche Strömung. 
Erst am 7. Februar konnte man in 129,1° O-Lg den Aecquator erreichen. Als 
derselbe bei noch immer herrschendem NE-Wind überschritten war, beobachtete 
man nördlich desselben eine starke westliche Strömung, und etwas weiter, in 
der Nähe von 4° N-Br, wurde das Schiff durch Strom in einem Etmale 40 Sm 
nach Nord versetzt. Die See befand sich dort in einem ausserordentlich aufgeregten 
Zustande. Der „Kaiser“ erreichte das Gebiet des regelmässigen Passates ohne 
Unterbrechung des schon von der Molukken-See her wehenden NE-Windes. 
Das Schiff lag, mit dem Passate segelnd, über B. B.-Bug nordwestwärts, doch 
musste anfänglich noch von Zeit zu Zeit nach Osten gewendet werden, um nicht 
zu viel an Luv zu verlieren. Am 20. Februar wurde der Balintang-Kanal passirt 
and am 22. Februar ankerte man auf der Rhede von Hongkong nach 135tägiger 
Reise von Cardiff ab. „Wega“ erreichte Hongkong 7 Tage später als „Kaiser“; 
jenes Schiff, ein .eisernes, dessen Boden zuletzt wohl nicht mehr rein war, 
konnte beim Kreuzen gegen die in der Molukken - See angetroffenen leichten 
Winde mit „Kaiser“ nicht gleichen Fortgang halten. Jedoch hatte die „ Wega“ 
im Verlauf des ersten Theils der Reise so viel gewonnen, dass die ganze 
Reisedauer zwei Tage kürzer blieb, als die vom „Kaiser“, überhaupt kürzer als 
die irgend eines Schiffes aus der ganzen Flotte, welche in dieser Saison in 
Hongkong ankamen. . 
Von Hongkong versegelte „Kaiser“ nach Cebu in der Philippinen-Gruppe 
and am 14. Mai trat das Schiff von diesem Platze aus eine Reise nach New- 
York an. Kapt. Ruhase wählte für den Anfang derselben den durch die 
Sulu-See, die Basilan- und Makassar-Strasse nach der. Sunda-Strasse führenden 
Weg. Ein mässiger NE-Wind führte in 2 Tagen das Schiff in der Sulu-See nach 
7,6° N-Br und 121,9° O-Lg; dann setzte Mallung ein. Am 19. Mai gelang es, 
die Basilan-Strasse zu passiren; südlich von der letzteren und in der Makassar- 
Strasse fand man vorherrschend leichte östliche Mallung und Stille. Die Strömung 
setzte zwischen 5° und 6° N-Br stark nach NE, von 4° bis 2° N-Br nach 
Westen, während man in der Basilan-Strasse eine 3'% Sm Fahrt laufende
	        
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