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stürzten über das Verdeck, und nur mit grosser Mühe konnte das Schiff wieder
an den Wind gebracht werden. Es gelang indessen, und sehr bald darauf
mässigte sich auch die Gewalt des Sturmes, wobei auch der Luftdruck zunahm
und zwar So rasch, dass er in zwei Stunden seinen Stand um nicht weniger als
28 mm veränderte. Am nächsten Tage herrschte leichter NE-Wind und am
zweiten Windstille. Das Schiff befand sich alsdann in der Nähe eines im letzten
Orkan entmasteten und schwer leck gewordenen norwegischen Schiffes, dessen
Mannschaft das Wrack verliess und sich an Bord des Schoners rettete, Auch
der letzte Theil der Reise wurde unter ungünstigen Umständen und bei
stürmischem Wetter zurückgelegt, Am 31. Oktober litt der Schoner in 47,5°
N-Br und 24° W-Lg unter einem heftigen Oststurm, und am 12. November, als das
Schiff in 48,7° N-Br und 8° W-Lg sich schon auf den Gründen bofand, musste
nochmals ein sehr schwerer NE-Sturm überstanden werden, während dessen
Dauer der Luftdruck bis auf 751,6mm abnahm. Mit dem Sturme war der Ost-
wind noch nicht zu Ende; der Schoner hatte noch 10 Tage gegen solchen Wind
zu kreuzen, bevor es gelang, in den Kanal einzusegeln. Am 23. November
erblickte man endlich Lizard; cs waren 70 Tage verflossen, seitdem man Jamaika
verlassen hatte,
7. Reise der Bremer Bark „Lima“, Kapt. B. Mejer.
Am 10. Januar 1878, also 3 Wochen später als die derselben Rhederei
gehörende Bark „Josefa“, befand sich die Bark „Lima“ in 49°N-Br und 10° W-Lg.
Auch dieses von Cardiff und zwar am 8. Januar ausgegangene Schiff war nach
Singapore bestimmt. Ein frischer Ostwind förderte von jenem Punkto ab die
Reise derart, dass man 40° N-Br in 18° W-Lg am 14.Januar, 30° N-Br in 22° W-Lg
am 17. Januar kreuzen konnte. Ohne jegliche Unterbrechung vollzog sich der
Uebergang in den Passat, die Bark schnitt 20° N-Br in 25,5° W-Lg am 20. Januar
10° N-Br in 25,8° W-Lg am 23. Januar und erreichte am 26. Januar in 3,5° N-Br
und 24,8° W-Lg die äquatoriale Grenze des Passatgebiets. Hier fand dieser
seltene Ostwind, mit welchem das Schiff in 16 Tagen nicht weniger als 2800 Sm
zurückgelegt hatte, sein Ende, Für einen Tag herrschie jetzt Mallung, dann
setzte in 2,8° N-Br und 24,7° W-Lg der SE-Passat ein, mit welchem 2 Tage
später, am 29. Januar, der Aequator in 26,5° W-Lg überschritten wurde. Die
Dauer der Reise von Scilly betrug 19'/2, von 30° N-Br ab gar nur 12 Tage.
Südlich von der Linie waren die Verhältnisse ungünstiger, als nördlich
derselben; zwar traf man den Passat noch in ziemlich befriedigender Weise an,
pachdem aber am 8. Februar in 25,3° S-Br und 31,5° W-Lg dessen Gebiet ver-
lassen worden war, fand man ungünstigere Gelegenheit. Die „Lima“ überschritt
10° S-Br in 31,6° W-Ly am 2. Februar, 20° S-Br in 32° W-Lg am 5, Februar
und 30° S-Br in 29,8° W-Lg am 11. Februar. Am 23, Februar segelte das Schiff
in 35,9° S-Br von westlicher in östliche Länge über. 26 Tage waren gebraucht
worden, um von der Linie her diesen Ort zu erreichen.
Beim Ablaufen der Länge hielt die „Lima“ sich meistens zwischen 44°
und 45° S-Br. Doch fand man hier nicht die günstigen erwünschten Winde.
Die Winde, welche angetroffen wurden, hielten sich, bei meistens hohem Barometer-
stande, fast ausnahmslos in den beiden nördlichen Quadranten, und auch östliche
Winde wehten an gar manchem Tage; dagegen blieb man von Stürmen voll-
ständig verschont. Die südlichste Breite, welche angelaufen wurde, war 46° Süd
in 60,6° O-Lg. Am 18. März überschritt die Bark in 41,2° S-Br den Meridian
von 80° Ost, 23 Tage später, als man den von Greenwich gekreuzt hatte.
Nun nördlich steuernd, erhielt „Lima“ in 38° S-Br südwestlichen Wind,
welcher in 30° S-Br und 99,6° O-Lg in den SE-Passat überging. Mit diesem
wurde 20° S-Br in 104,5° O-Lg am 29, März, 10° S-Br in 105° O-Lg am 2. April
geschnitten, und am 4. April befand sich das Schiff nahe der Sunda-Strasse.
„Lima“ kam hier nur 3 Wochen später als „Josefa“ an, aber dieser
Zeitunterschied genügte, um den westlichen Monsun, welchen „Josefa“ noch in
10° S-Br angetroffen hatte, gänzlich zu verdrängen. „Lima“ wurde vom Passat
bis in Sicht des Landes begleitet.
In der Sunda-Strasse, wo südwestlicher Strom, der zeitweilig 3 Sm in
der Stunde lief, beobachtet wurde, traf man die nach demselben Ziele bestimmten