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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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vordringen sollte, wo er die unter dem höchsten Druck stehenden Wassermassen 
in Bewegung zu setzen hat. 
Gegen die Möglichkeit einer Bewegung nach obigem Diagramm spricht 
übrigens auch noch ein Erfahrungsgrund. Kine solche Bewegung müsste in Seen 
oder Biunenmeeren die tief temperirten Bodenschichten des Beckens in die 
Höhe, die hoch temperirten Oberflächenschichten in die Tiefe führen und dadurch 
bald eine gleichförmige Temperatur in dem ganzen Inhalte des Beckens hervor- 
bringen, was bisher noch niemals wahrgenommen worden ist. Ueberdiess würde 
durch einen solchen Kreislauf der Stau noch gar nicht erklärt, denn wenn eine 
stationäre Bewegung dieser Art durch einen konstant bleibenden Niveau- 
unterschied zwischen a und c unterhalten werdem könnte, so lässt sich nicht 
einsehen, warum sie nicht ebensowohl unter dem konstanten Einflusse des Wind- 
impulses allein, ohne Niveaudifferenz, fortdauern sollte. Niveaudifferenz ist nur 
eine der möglichen Ursachen von Bewegung schwerer Flüssigkeiten, 
Eine wirkliche kontinuirliche Fortbewegung auch nur der Oberfläche des 
Wassers während der Dauer des Staus ist, soweit mir bekannt, überhaupt 
noch nicht nachgewiesen, also eine Bewegung in der Tiefe noch viel weniger 
plausibel]. 
Wenn erfahrungsgemäss der Windstau auch bei andauerndem Wind ge- 
wisse ziemlich enge Grenzen nicht überschreitet, so kann dies wohl nur daran 
liegen, dass schon die Vorwärtsbewegung der oberflächlichsten Wassertheilchen 
in unstetiger, zusammenhangloser Weise stattfindet. Bei merklichem Wind er- 
heben sich immer Wellen, auf deren Kämme der Wind stärker einwirkt, als 
auf ihre tiefer gelegenen Theile. Dadurch finden Ueberschiebungen und Um- 
kippungen, also unstetige Bewegungen statt. Bei solchen lokalen Losungen 
des Zusammenhangs können aber leicht zwischen und unter den vorwärts ge- 
schobenen Massen rückläufige Ausgleichsströmungen entstehen, sodass also, wenn 
die Stauhöhe ihre Maximalgrenze erreicht hat, der ganze Vorgang des Vor- 
schiebens der Oberflächentheilchen und des ausgleichenden Rückflusses gleicher 
Wassermenge innerhalb einer sehr dünnen oberflächlichen Schicht in unstetiger 
Weise stattfände, während die tiefer gelegenen Schichten ganz in Ruhe blieben. 
Aus den Reiseberichten S. M. S. „Prinz Adalbert“, 
Kapt. z. See Mac Lean. 
S. M. Panzerschiff „Prinz Adalbert“ hat- am 11. Oktober 1878 von Kiel 
aus seine Reise nach der ostasiatischen Station angetreten, lief zunächst Plymouth 
(Oktober 20—26) an, ferner Funchal auf Madeira (November 7—9) und Porto 
Grande anf S. Vicente (Kap Verde’sche Inseln, November 17—21). Von dort 
aus segelte die Korvette nach Montevideo, wo sie am 22, December eintraf und 
bis zum 30. December verweilte. An diesem Tage setzte sie ihre Reise fort und 
sogelte zunächst im Januar 1879 durch die Magellan- Strasse nach Valparaiso, 
wo sie am 30. Januar anlangte. 
Aus den von Kapt. z. See Mac Leän ‚bisher eingesendeten Reiseberichten 
theilen wir Nachstehendes mit. 
l. Reise von Madeira nach den Kap Verde’schen Inseln und von da nach 
Montevideo im November und December 1878. 
UVeber die zwischen Madeira und den Kap Verde’schen Inseln im November 
1878 von S.M.S. „Prinz Adalbert“ angetroffenen Wind- und Strömungs-Ver- 
hältnisse ist bereits in diesen Annalen, 1879, pag. 45, kurz berichtet worden, 
Wir fügen dieser Notiz noch folgende Ergänzungen und erläuternde Bemer- 
kungen hinzu, ; 
Ann. d. Hydr.. 1879, Heft IT (Avril.
	        
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