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Bemerkungen über einige Ortsbestimmungen an der mexikanischen
Westküste.
In den „Ann. d. Hydr. ete.“, 1878, pag. 444, haben wir aus einem Reise-
bericht des Kommandanten S. M. S. „Leipzig“, Kapt. z. Seo Paschen, den
Zweifel desselben mitgetheilt, „ob die amerikanischen Angaben © den neuen
amerikanischen Karten nach Vermessungen der V. St. Korvette „Narraganset“,
Commander Geo. Dewey, 1873—1875) stets als richtig anzusehen sind, denn
die einzigen Ortsbestimmungen innerhalb des Golfs von Californien seien in
San Lucas, San Jose del Cabo und La Paz gemacht worden, alles Uebrige sei
nach Kursen und Peilungen eingetragen“,
Von bestunterrichteter Stelle ist uns neuerdings mitgetheilt worden, dass
diese Bemerkung des Kapt. Paschen nicht zutreffe, dass vielmehr, wenn dieser
Theil der amerikanischen Vermessung auch nur ‚als kursorisch bezeichnet sei,
doch „theils vom Lande und theils vom Schiffe aus eine zusammenhängende
Triangulation über das ganze Vermessungsgebiet gelegt worden ist, an manchen
Stellen beide Küsten der Halbinsel durch Peilungen nach festgelegten, hervor-
ragenden und unverkennbaren Gipfeln der Sierra’s im Innern mit einander ver-
bindend, und durch eine grosse Anzahl: sorgfältiger Ortsbestimmungen (60 allein
an beiden Golfküsten, nicht blos 3) kontrollirt sei. Die Triangulationswinkel
an den Observationsstationen seien grossentheils mit dem '’heodoliten gemessen
worden.“
Es wird ferner von derselben Stelle vermuthet, dass die Bemerkung des
Kapt. Paschen in Bezug auf die unrichtige Lage der Inseln Maria Magdalena
und Cleopha zu einander, auf einem Fehler des Kompasses der „Leipzig“, oder
einem Versehen bei der Peilung beruhe;: nach der uns mitgetheilten sorgfältigen
Art der hier amerikanischerseits gemachten Ortsbestimmungen erscheint dies
nicht unwahrscheinlich.
Was schliesslich die „unrichtige Lage“ von Lobos- Point betrifft, so beruht
die amerikanische Bestimmung auf Beobachtungen eines, 48 Stunden hindurch
1 Sm von Lobos-Point verankerten Fahrzeuges. Zur Bestimmung der Länge
wurden Vor- und Nachmittagsbeobachtungen und zur Bestimmung der Breite
cirkummeridionale Höhenmessungen gemacht. Die Resultate der Vor- und
Nachmittags-Observationen differirten um 3 Zeitsekunden; adoptirt wurde das
Mittel 110° 38‘ 6,11“ West von Greenwich; die Mittags - Observation ergab
27° 19‘ 37“ N-Br. Diese Ortsbestimmung ist ferner noch durch ein astro-
nomisches Azimuth eines Hügels und daran gelegte Winkel nach anderen durch
Triangulation festgelegten . Landobjekten verificirt, so dass hiernach an der
Richtigkeit der Lage von Lobos-Point auf den amerikanischen Karten kaum
gezweifelt werden kann,
Kleine hydrographische Notizen,
1. Ansegelung von La Guayra. Nach einem Bericht des Kom-
mandanten von S. M. S. „Hansa“, Korv.-Kapt. Heusner, empfiehlt es sich bei
der Ansegelung von La Gwayra für die von NO kommenden Schiffe, den Gipfel
von Niquatar als Ansegelungsmarke von La Guayra zu nehmen. Derselbe liegt
östlich vom genannten Orte, ist 2926m hoch und deutlich als höchster Punkt
der La Guayra umgebenden Gebirge zu erkennen, so dass er einen guten
Anhalt zum Ansteuern der Rhede giebt, La Guayra selbst ist von See aus
nicht weit zu sehen, und um ein Vorbeilaufen, das bei dem starken westlichen
Strom leicht möglich ist, zu vermeiden, thut man gut, reichlich luvwärts Land
zu machen, und dann so dicht unter der Küste zu bleiben, dass man die Stadt
und die Sehiffe auf der Rhede sicher sieht.
2. Notizen über einige kleinere japanische Häfen. Der Kom-
mandant S. M. S. „Leipzig“, Kapt. z. See Paschen, hat über einige kleinere
japanische Häfen an der Südküste von Nipon nachstehende Notizen eingesandt :