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Der Mündung gegenüber ist cin leicht sichtbares Riff. Die Süd-Bucht liegt
nicht so günstig, die Küste besteht hier aus hartem Gestein, während die nörd-
liche Hälfte des Hafens, Nusa- Bucht, sandig ist. Der Khalaw - Fluss bietet
ebenfalls gutes Wasser. Die Eingeborenen der Insel sind keine Kannibalen
mehr, vorzüglich ist ihnen mit der Erlangung von Tabak und leeren Flaschen
vedient, deren Glas sie sowohl zur Verzierung ihrer Waffen, als auch als
Messerersatz verwerthen. Yams sind von Mai bis August zu erhalten. Etwa
1% Sm von der Westseite von Vanua Lava ist von Mr. Goodall, von der
„May Queen“, ein Riff mit 5,5m Wasser gemeldet, das ca 91m Ausdehnung
haben und von 22m Wasser umgeben sein soll, Die Position ist 13° 46‘ 30“ S-Br,
167° 19‘ 30“ O-Le.
Die Mota- oder Zuckerhut-Insel, in 13° 49‘ S-Br und 167° 39‘ 30“
O-Lg, liegt ca 9 e. M. östlich von Port Patteson. In ihrem Inneren erheben sich
nahe bei einander zwei bewaldete Piks, augenscheinlich erloschene Vulkane,
deren höchster (411m) im Osten sich mit dem daran stossenden Rücken in der
Peilung 07/88 oder W7/sN deckt. Aus dieser Richtung gesehen, gleicht die
Insel einem abgestutzten Kegel. Das übrige ebene, gut bewaldete Land, bewohnt
von ca 750 Einwohnern in nahezu 40 Dörfern, endet in steil zum Meere ab-
fallenden Klippen, welche die Landung schwierig machen. Doch ist dies an einer
Stelle nahe der Missionsstation ausführbar, wo der Gipfel der Insel SO'/sO
gepeilt wurde. Im Uebrigen umfasst ein schmales Riff die Ufer. Die Ein-
geborenen sind vielfach Christen und verstehen zum Theil etwas Englisch.
Yams, Taro, Kartoffeln, Zuckerrohr und zuweilen auch Schweine werden für
Perlen, Waffen, Fischnetze, Calico und Aexte angeboten. Wasser und Feuerholz
ist nicht zu erhalten. Kokospalmen wachsen hier in Menge.
Die Saddle- oder Valua-Insel (13° 39‘ S-Br, 167° 38‘ O-Lg)
ist in der Richtung NO—SW ungefähr 8 e. M. lang; ihre Mitte durchzieht
von ONO nach WSW eine in einem Pik von 549m Höhe gipfelnde Bergkette,
die namentlich an der Nord- und Südseite schroff abfällt. Ein Landungsplatz
ist nur bei dem Dorfe Punui am Nordwest-Kap, in dessen Nähe nach Süden zu
sich ein Riff bis zu ?%/s Sm von dem Südwest-Kap, Motlav genannt, ausdehnt,
das dann um dieses herum bis 2 Sm von dem östlichen Theile der Insel, Walua
genannt, geht und die kleine gut bewaldete, an einer offenen Stelle in den
Baumgipfeln leicht kenntliche Insel Arda (auch Mota-Lava genannt) am SW-
Ende von der Insel Saddle einschliesst. Hier, wie auf der grösseren Nachbar-
insel, sind Yams von den Eingeborenen zu erhalten, ausserdem wächst die
Kokospalme sehr zahlreich. Die Mehrzahl der Bewohner ist getauft und kann
lesen und schreiben, auch besitzen sie einige, in ihrer Sprache”gedruckte Missions-
schriften.
Zwischen den Inseln Saddle und Ureparapara dehnt sich das gefährliche
Rowo-Riff, 3 kleine Inseln umschliessend, unter 13° 35‘ und 13° 39‘ S-Br und
167° 29‘ und 167° 31‘ 30“ O-Lg aus. Die Form ist halbmondförmig, die
konkave Seite nach Ost, die durch die Brandung leicht kenntlich ist und bei
Ebbe trocken liegt. An der Westseite ist das Meer sehr tief und ohne Anker-
grund; die drei Inseln liegen im nördlichen Theile des Riffes, die südlichste,
grösste, endet in ihrem Südende in einer Sandbank. Prächtig bewaldet sind
alle drei, bewohnt ist jedoch nur die Nordinsel, Rowo, deren ca 40 Einwohner
dem hier sehr ergiebigen Fischfang mit Speeren und Schiessen obliegen.
. In 13° 34‘ S-Br und 167° 19‘ O-Lg treffen wir 10 e. M. in NW vom Rowo-
Riff auf die Südspitze der seltsam geformten Ureparapara- oder Bligh-Insel,
Sie ist nahezu rund, erhebt sich zu einer Höhe von 594m und besteht aus
einem erloschenen Vulkan, dessen Kraterwand an der Ostseite bis unter den
Meeresspiegel zerspalten ist, so dass Meerwasser den alten Boden bedeckt.
Die Westseite bildet die hohe, schön bewaldete, steil sich senkende äussere
Kraterwand; der Strand hat ein schmales, einfassendes Riff, davor sehr tiefes
Wasser. Ein Ankerplatz für kleine Schiffe findet sich nur an einer Stelle im
Krater, hart an der Felswand, beim Eingange, sonst ist es überall seicht, voller
Bänke und gegen den Passat nicht geschützt. Die besten Landeplätze sind bei
einigen Dörfern der Westseite, deren Eingeborene freundlich sind und meistens
Taro anbieten. Heftige Windstösse gehen urplötzlich über die Insel oder