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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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fruchtbarsten von Guatemala ist und ciner beträchtlichen Entwickelung entgegen- 
geht, sobald der Export der Landesprodukte gesichert sein wird. In den 
Motiven zu diesem Dekret heisst es u. A., dass der gegenwärtige Weg für 
Import und Export an der Nordküste die Nothwendigkeit eines zweimaligen 
Umladens in den Häfen von /zabal und Belice, sowie in dem letzteren ausser- 
dem noch Kommission- und Zollgebühren bezahlt werden müssen, ohne einen 
gusgleichenden Voriheil zu geniessen. 
Der Hafen von Livingston besitzt — nach diesem amtlichen Dokumente 
— die vortheilhafteste geographische Lage und bietet fast zu allen Jahres- 
zeiten den Schiffen volle Sicherheit. Nach einem vom Auswärtigen Amte 
mitgetheilten Berichte des Kaiserlichen Geschäftsträgers in Guatemala, Herrn 
von Bergen, liegt Livingston in dem Golfo Amatique in 88° 45‘45“ + 0,30“ W-Lg. 
Die hier vorherrschenden Winde sind der NE, welcher mit grosser Regel- 
mässigkeit von Mittag bis einige Stunden nach Sonnenuntergang weht, und der 
weniger bestimmt ausgeprägte Landwind, welcher nach Mitternacht anfängt und 
gegen Morgen aufhört. Mit Ausnahme des sehr seltenen Falles, in welchem 
der NE-Wind zu einem Sturm ausartet, können die Schiffe, Livingston gegen- 
über, in voller Sicherheit laden und löschen. Bei Stürmen und Regenböen 
können die Schiffe in dem nahen Hafen von Santo Thomas Zuflucht nehmen und 
finden; dieser Hafen ist aber allerdings dem Verkehr nicht geöffnet; nur einige 
Indianerhütten findet man gegenwärtig bei Santo Thomas. 
Die höchsten Springfluthen steigen nicht mehr als ca 20cm über das 
mittlere Niveau. HEin Fahrzeug von 1,8m Tiefgang kann unter Benutzung der 
geeigneten Fluthzeit die Barre von Livingston überschreiten und hat alsdann 
den Eingang in das tiefere Fahrwasser des Rio dulce gewonnen. Grössere 
Schiffe müssen ausserhalb derselben vor Anker gehen. Die 4m - Linie, welche 
in der Richtung NNO von Livingston in einer Entfernung von !/s Sm vom Lande 
anfängt, läuft, in annähernd östlicher Richtung sich von Livingston entfernend, 
bis hinein in den Rio dulce.!) 
Der Ort Livingston selbst ist gegenwärtig nur ein Dorf, so dass bei 
Einrichtung desselben zu einem Hafen erst die erforderlichen Baulichkeiten 
errichtet werden müssen. In wenigen Monaten soll übrigens der Karrenweg 
zwischen Coban und Panzos am Polochic soweit hergestellt sein, dass er dem 
Verkehr übergeben werden kann. Auch wird beabsichtigt, über den Polochic 
eine Brücke zu bauen. Sobald der Bau derselben vollendet sein wird, will der 
oben erwähnte Handelsstand von Coban unter Leitung des Deutschen Hauses 
Sarg Gebrüder zu Coban zwei Flussdampfer chartern, um den Flusstransport 
der Produkte und Waaren nach Livingston zu vermitteln. Für diesen Fall hat 
die „Royal Mail Company“ das monatliche Anlaufen von Zivingston durch den 
Dampfer, welcher die Verbindung zwischen Jamaica und Belice vermittelt, in 
Aussicht gestellt, so dass alsdann ein direktes Verschiffen und Entladen auf 
der Atlantischen Seite der Republik ermöglicht sein wird. 
Ueber die Beschaffenheit der Barre des Magdalenen-Stromes. 
Colombia. 
(„Hydrographic Notice“ No, 46, London, 1878.) 
Ueber die Beschaffenheit der Barre des Magdalenen-Stromes ?) ist nach 
der kürzlich gemachten Vermessungen des Kapt. N. Mayet von der französischen 
Marine und nach einigen von dem britischen Vice-Konsul Herrn Frederick 
Stacey zu Baranquilla gesammelten Berichten, Nachstehendes veröffentlicht 
worden. Die dabei vorkommenden Peilungen sind missweisend, und die Miss- 
weisung betrug 4’!/2° Ost im Jahre 1878. 
1) Ein Plan von Livingston ist von dem mit den Vermessungsarbeiten für diesen Hafen und 
das angrenzende Hinterland beauftragten Ingenieur Pompejo Moneta im Maassstabe von 1: 5000 
entworfen. 
2) S. „West India Pilot“, Vol. I, 1872, pag. 155; „Ann, d. Hydr, etc“, 1876, pag. 14-18 
und 1878, pag. 385.
	        
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