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fruchtbarsten von Guatemala ist und ciner beträchtlichen Entwickelung entgegen-
geht, sobald der Export der Landesprodukte gesichert sein wird. In den
Motiven zu diesem Dekret heisst es u. A., dass der gegenwärtige Weg für
Import und Export an der Nordküste die Nothwendigkeit eines zweimaligen
Umladens in den Häfen von /zabal und Belice, sowie in dem letzteren ausser-
dem noch Kommission- und Zollgebühren bezahlt werden müssen, ohne einen
gusgleichenden Voriheil zu geniessen.
Der Hafen von Livingston besitzt — nach diesem amtlichen Dokumente
— die vortheilhafteste geographische Lage und bietet fast zu allen Jahres-
zeiten den Schiffen volle Sicherheit. Nach einem vom Auswärtigen Amte
mitgetheilten Berichte des Kaiserlichen Geschäftsträgers in Guatemala, Herrn
von Bergen, liegt Livingston in dem Golfo Amatique in 88° 45‘45“ + 0,30“ W-Lg.
Die hier vorherrschenden Winde sind der NE, welcher mit grosser Regel-
mässigkeit von Mittag bis einige Stunden nach Sonnenuntergang weht, und der
weniger bestimmt ausgeprägte Landwind, welcher nach Mitternacht anfängt und
gegen Morgen aufhört. Mit Ausnahme des sehr seltenen Falles, in welchem
der NE-Wind zu einem Sturm ausartet, können die Schiffe, Livingston gegen-
über, in voller Sicherheit laden und löschen. Bei Stürmen und Regenböen
können die Schiffe in dem nahen Hafen von Santo Thomas Zuflucht nehmen und
finden; dieser Hafen ist aber allerdings dem Verkehr nicht geöffnet; nur einige
Indianerhütten findet man gegenwärtig bei Santo Thomas.
Die höchsten Springfluthen steigen nicht mehr als ca 20cm über das
mittlere Niveau. HEin Fahrzeug von 1,8m Tiefgang kann unter Benutzung der
geeigneten Fluthzeit die Barre von Livingston überschreiten und hat alsdann
den Eingang in das tiefere Fahrwasser des Rio dulce gewonnen. Grössere
Schiffe müssen ausserhalb derselben vor Anker gehen. Die 4m - Linie, welche
in der Richtung NNO von Livingston in einer Entfernung von !/s Sm vom Lande
anfängt, läuft, in annähernd östlicher Richtung sich von Livingston entfernend,
bis hinein in den Rio dulce.!)
Der Ort Livingston selbst ist gegenwärtig nur ein Dorf, so dass bei
Einrichtung desselben zu einem Hafen erst die erforderlichen Baulichkeiten
errichtet werden müssen. In wenigen Monaten soll übrigens der Karrenweg
zwischen Coban und Panzos am Polochic soweit hergestellt sein, dass er dem
Verkehr übergeben werden kann. Auch wird beabsichtigt, über den Polochic
eine Brücke zu bauen. Sobald der Bau derselben vollendet sein wird, will der
oben erwähnte Handelsstand von Coban unter Leitung des Deutschen Hauses
Sarg Gebrüder zu Coban zwei Flussdampfer chartern, um den Flusstransport
der Produkte und Waaren nach Livingston zu vermitteln. Für diesen Fall hat
die „Royal Mail Company“ das monatliche Anlaufen von Zivingston durch den
Dampfer, welcher die Verbindung zwischen Jamaica und Belice vermittelt, in
Aussicht gestellt, so dass alsdann ein direktes Verschiffen und Entladen auf
der Atlantischen Seite der Republik ermöglicht sein wird.
Ueber die Beschaffenheit der Barre des Magdalenen-Stromes.
Colombia.
(„Hydrographic Notice“ No, 46, London, 1878.)
Ueber die Beschaffenheit der Barre des Magdalenen-Stromes ?) ist nach
der kürzlich gemachten Vermessungen des Kapt. N. Mayet von der französischen
Marine und nach einigen von dem britischen Vice-Konsul Herrn Frederick
Stacey zu Baranquilla gesammelten Berichten, Nachstehendes veröffentlicht
worden. Die dabei vorkommenden Peilungen sind missweisend, und die Miss-
weisung betrug 4’!/2° Ost im Jahre 1878.
1) Ein Plan von Livingston ist von dem mit den Vermessungsarbeiten für diesen Hafen und
das angrenzende Hinterland beauftragten Ingenieur Pompejo Moneta im Maassstabe von 1: 5000
entworfen.
2) S. „West India Pilot“, Vol. I, 1872, pag. 155; „Ann, d. Hydr, etc“, 1876, pag. 14-18
und 1878, pag. 385.