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Westküste.
Die Aguadilla- Bucht.‘) Diese Bucht ist der sicherste Ankerplatz der
Insel; Schiffsunfälle sollen an der Westküste der Insel selten vorkommen,
Die Ausfuhr beträgt jährlich 2500 tons Kaffee, 6000 Barrel Zucker und
ausserdem noch Baumwolle und Tabak. Mehr als 180 Dampfer besuchen und
verlassen jährlich diesen Hafen.
Die Rincon-Bucht, Man darf sich der 4 Sm südlich der Aguadilla-
Bucht liegenden Spitze Cadena auf nicht weniger als 1 Sm Abstand nähern,
und von der Küste der Rincon-Bucht muss man wenigstens !/2 Sm abbleiben.
Die Mayaguez-Bucht.?) In dem, zwischen der inneren La Manches-
Bank und dem Riffe Algarrobo befindlichen Fahrwasser beträgt die geringste
Wassertiefe 10m; eine schwarz- und weisse Tonne liegt in der Nähe des Süd-
endes der inneren La Manches-Bank und eine rothe Tonne kennzeichnet das
NW-Ende des Algarrobo-Riffes. In dem, zwischen der Rodriguez-Bank und der
Spitze Guanajivo befindlichen, nur von Küstenfahrern benutzten Fahrwasser
beträgt die geringste Wassertiefe 4m; auch dieses Fahrwasser ist durch zwei
Tonnen gekennzeichnet, von denen die eine, eine rothe Tonne, an der West-
seite auf 4m Wasser und die andere, eine schwarz- und weisse Tonne, an der
St. B.-Seite auf 2,4m Wasser liegt. Diese beiden Tonnen sind in der Richtung
0ONO—WSW 5 Kblg von einander entfernt.
Die Ausfuhr von Mayaguez beträgt jährlich 4090 tons Kaffee und
349 794 Gallons Syrup. Durchschnittlich besuchen und verlassen jährlich 752
Dampfer und Segelschiffe diesen Hafen.
Zwischen der Mayaguez - Bucht und dem Kap Rojo ist die Küste unrein
and von felsigen Untiefen eingefasst, welche sich 1'/ Sm weit nach See zu
erstrecken,
Das Tourmaline- Riff.®) Westlich von Mayaguez erstreckt sich nach
einem Bericht des Navigating - Lieutenant E. Nankivell von I. Br. M. S.
„Tourmaline“, 1878, ein grosses Riff, auf welchem sich 7,5m, und möglicher-
weise an einzelnen Stellen noch seichteres Wasser befinden, Beim Passiren dieses
Riffes wurde der Grund aus Korallen bestehend gefunden; in der Richtung
Nord—Süd erstreckten sich weisse Streifen über dasselbe fort. Der Grund war
auf 22m Wassertiefe zu sehen. Man peilte von dem Riffe den Peak des Cerro
Montuoso in Ost und die Insel Desecheo in NNW*/AW.
Der Hafen Port of Cabo Rojo ist ein beinahe kreisrundes Bassin, mit
einer schmalen und gewundenen Einfahrt, in welcher sich nur 2,7m Wassertiefe
befinden; in der Mitte des Bassins sind nicht mehr als 4,9m Wasser. Die Be-
wohner dieser Gegend ernähren sich hauptsächlich von Fischen; während
äer Zeit des Schildkrötenfanges auf der Insel Mona besuchen die Fischerboote
diesen Hafen.
Die Boqueron- Bucht hat zwei Einfahrten, mit nicht weniger als 7,3m
Wasser, und einen geräumigen und sicheren Ankerplatz,
Diese Bucht. scheint die Grenzlinie des Klimas und der Vegetation von
Portorico zu sein. An der Nordseite der Bucht macht nämlich reichlicher Regenfall
das Land fruchtbar, es ist mit Bäumen und fetten Weiden bedeckt, auf denen sich
Viehheerden befinden, während an der Südseite der Bucht bis zu der Spitze
Melones und den aufsteigenden Bergen sich eine kahle Bergkette, ohne Bäume
und Weiden, erhebt; dabei verhindert an dieser Seite der Bucht eine ununter-
brochene Dürre jeden Pflanzenwuchs.
Südküste.
Die Südküste von Portorico*) ist nach den Angaben des Lieutenant
Zuloaga in den bis jetzt erschienenen Karten ungenan eingetragen; man muss
sich deshalb wenigstens 6 bis 7 Sn von derselben entfernt halten.
3 a, 8. O. pag. 186.
2) a. 8. O. pag. 187—189.
3) a. „Nachr. f. Seef,“ No, 9, 1879.
4) a. 8. O. pag. 190—196,