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Der Ballastgrund liegt westlich einer, über ein grosses weisses Haus
führenden Nord—$Süd-Linie, welches in der Mitte zwischen der Kirche und dem
Court-House steht, auf weniger als 3m Wassertiefe.
Der Black River strömt, von Nord und Ost kommend, durch einen grossen
Sumpf und ist 30 Sm stromaufwärts schiffbar. Weiter oberhalb sind Strom-
schnellen und Wasserfälle. Dicht an der Flussmündung ist eine Barre, auf
welcher 0,5 bis 1,2m Wasser sich befinden. Die Tiefe wechselt nach der Stärke
der Strömung. ‘Das Wasser ist, je nach der Jahreszeit, 3 bis 5 Sm weit ober-
halb der Mündung frisch, und Fische und Alligatoren sind im Ueberflusse
vorhanden.
” Die Stadt Black River steht an der Westseite des Flusses, am Strande
der Bucht, und die Kirche, Court-House und das Hospital sind von See aus
gute Landmarken. Die Stadt hat ungefähr 1200 Einwohner; der Hafen ist als
Verschiffungsplatz der dritte nach Kingston.
Geflügel und Yamswurzeln sind vielfach vorhanden, dagegen ist frisches
Fleisch nur Sonnabends zu erhalten.
3. Bemerkungen über die Insel Portorico. Grosse Antillen.
Die Spanische Regierung hat nach der. „Hydrographic Notice“ No, 43,
London, 1878, die nachstehende, von dem spanischen Marine-Lieutenant Don
Indalecio Nunez Zuloaga, 1875, zusammengestellten Bemerkungen über die
Insel Portorico!) veröffentlicht. Die dabei vorkommenden Peilungen sind miss-
weisend; die Missweisung betrug 1° Ost im. Jahre 1878.
Nordküste.
Hafen von San Juan”) Da die, die Untiefen in diesem Hafen kenn-
zeichnenden Tonnen nicht immer sich auf ihren richtigen Positionen befinden,
so wird den nach hier bestimmten Schiffen anempfohlen, einen Lootsen zu nehmen;
nur selten jedoch erhält ein Schiff früher einen Lootsen, als bis es sich innerhalb
der Hafeneinfahrt befindet, und es muss deshalb besonders darauf geachtet werden,
dass die Glockenboje, welche das SW-Ende der St. Helena-Bank kennzeichnet,
an der Ostseite der Hafeneinfahrt liegt,
Au der Nordküste von Portorico, zwischen San Juan und dem 33 Sm
entfernten Arecibo, sind nur untergeordnete Ankerplätze, von denen der bei
Manati noch der beste ist.
Der Manati- Fluss. Küstenfahrer und solche Schiffe, welche zur Ver-
schiffung der Produkte dieses Küstentheiles benutzt werden, ankern entweder
vor der Mündung dieses Flusses, obgleich sich dort kein Schutz befindet und
bei schlechtem Wetter eine Landung unausführbar ist, oder bei Palmas Altas,
woselbst bei gewöhnlicher Brise mehr Schutz ist. Bei gutem Wetter kann man
sich dieser Küste bis auf 1 Sm Abstand nähern; die Wassertiefen wechseln
daselbst zwischen 27 bis 48m, -
Der Arecibo- Fluss mündet östlich der gleichnamigen Stadt und hat
nur 0,9m Wassertiefe auf seiner Barre. Wenn der Fluss sehr angeschwollen
ist, bildet sich westlich von seiner Mündung noch ein anderes Fahrwasser,
dessen Mündung jedoch durch die vorliegenden, diesen Küstentheil umgebenden
Riffe stets gefährlich zu passiren ist. Der Fluss entspringt auf der, die Insel
in der Richtung Ost—West durchschneidenden Bergkette, und zwischen der in
der Nähe seiner Quelle liegenden Stadt Utuado und der. Stadt Arecibo wird
ein bedeutender Handel mit Lebensmitteln, welche auf Flössen verladen werden,
betrieben.
Der Hafen Arecibo ist dem fremden Handel geöffnet und seine Umgebung
fruchtbar. Die jährliche Ausfuhr beträgt 15000 Barrel Zucker und 1000 tons
Tabak, ausserdem wird auch noch Kaffee und Baumwolle verschifft,
Zwischen Arecibo und Aguadill@a bietet die Küste keinen Schutz, selbst
nicht einmal für Küstenfahrer,
1) S. „West-India Pilot“ Vol, 2, 1876, pag. 182—194.
2) a. a. O. pag. 182—185,