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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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am 5. Juli und 30° S-Br in 27° W-Lg am 10. Juli erreicht wurde. Auch hier 
traf man, besonders nachdem die Bark nördlich von 47° S-Br gekommen war, 
keine günstigen Windverhältnisse. Die Winde wehten zu oft aus hoch nörd- 
licher Richtung, dazu waren sie nicht selten stürmisch, Günstig war für die 
„Melusine“ die ungewöhnlich weit südlich reichende Ausdehnung des Passat- 
gebietes; anscheinend schon in 31,5° S-Br und 27,2° W-Lg überschritt man am 
9. Juli dessen polare Grenze, und vor sehr frischem SE-Winde eilte das Schiff 
jetzt geraden Weges nach Norden, Es wurde 20° S-Br in 28,3° W-Lg am 
13. Juli, 10° S-Br in 27,8° W-Lg am 17. Juli gekreuzt, und am 20, Juli in 
27° W-Lg der Aequator passirt. Man hatte 31 Tage gebraucht, um vom Kap 
Horn her diesen Punkt zu erreichen. 
Der SE- Passat erstreckte sich in nördliche Breiten bis 7,6° in 
26,5° W-Lg; dort ging er, ohne dass dabei Stille eintrat, durch Süd in SW- 
Wind über. Westliche Winde wehten während der nächsten vier Tage, doch 
herrschte frischer südwestlicher Monsun nur für kurze Zeit. Der Wind lief bald 
nordwestlich und wurde darauf flau; schliesslich hatte man zwischen 12° und 
13° N-Br noch mehrere Tage lang unter Windstille zu leiden, In 13° N-Br und 
25,4° W-Lg erreichte die „Melusine“ die äquatoriale Grenze des NE-Passats; 
auch in dessen Gebiete fand die Bark wieder nur sehr leichten unbeständigen 
Wind, mit dem kein rascher Fortgang zu erzielen war; 20° N-Br konnte erst 
aın 4. August in 31,8° W-Lg und 30° N-Br am 12. August in 38,0° W-Lg 
erreicht werden. In 832,5° N-Br hörte der Passat zu wehen auf, es folgte eine, 
mehrere Tage anhaltende Windstille und endlich frischer Westwind, mit welchem 
am 27. August der Hafen von Queenstown erreicht wurde, nach einer. Reise 
deren Gesammtdauer 152 Tage betrug. 
9, Reise der Pillauer Bark „Hebe‘‘, Kapt, @. Nordt. 
Die von Rotterdam ausgegangene, nach New- York bestimmte Bark „Hebe“ 
befand sich am 27. Juni 1878 in der Nähe der Scrliy-Inseln. Mit leichten um- 
Jaufenden, oft auch aus östlicher Richtung wehenden Winden schlug Kapt, Nordt 
anfangs einen etwas nördlich von West liegenden Kurs ein. Man kreuzte auf 
demselben 30° W-Lg in 52,7° N-Br am 7. Juli und 40° W-Lg in 51,6° N-Br 
am 13. Juli. Am 19. Juli stand die Bark in 48° N-Br und 48° W-Lg nahe der 
nordöstlichen Ecke der Bänke von Neufundland und segelte dann bei leichtem 
‚westlichem Winde mit südwestlichem Kurse darüber hin. Indem man sich nördlich 
vom Golfstrome hielt, wurde 60° W-Lg in 444° N-Br am 26. Juli, 70° W-Lg in 
40,8° N-Br am 3. August geschnitten und am 6. August die Bucht von New- 
York erreicht, nach 4itägiger Fahrt vom Kanale her. Auf der ganzen Reise 
war kein einziger Sturm beobachtet worden, 
Die Rückreise des für Stettin befrachteten Schiffes, welche am 5. Sep- 
tember angetreten wurde, war durch östliche Winde, die nur zeitweise aus südöst- 
licher Richtung wehten, sehr verzögert, dagegen wurde sie durch Stürme nicht 
nachtheilig beeinflusst. Bis zum 11. September in 39° N-Br und 67,5° W-Lg 
traf man nur östliche und nordöstliche Winde; hier lief der Wind südöstlich 
und wehte später für längere Zeit aus hoch südlicher Richtung. Man kreuzte 
50° W-Lg in 41,6° N-Br am 17. September und 30° W-Lg in 51,4° N-Br am 
26. September. Südliche Winde waren auch hier noch immer vorherrschend; 
am 11. Oktober gelangte man zur Nordspitze Schottlands, wo man auf die ersten 
frischen Westwinde traf, welche die „Hebe“ in sehr kurzer Zeit ins Kattegat führten. 
Die Reise von New- York bis nach Schottland hatte eine Dauer von 36 Tagen. 
iQ. Reise der Bremer Bark „Canopus“, Kapt. E. Meier, 
Am 2. August 1877 stand das eiserne Schiff „Canopus“ im Bristol-Kanal 
nahe bei Lundy Island; es war von Cardiff ausgegangen und mit einer Ladung 
Kohlen nach name bestimmt. 
Mit umlaufenden, - meist aus ziemlich günstiger Richtung wehenden 
Winden wurde zuerst ein südlicher Kurs eingeschlagen und 40° N-Br in 
16,8° W-Lg am 7. August und 30° N-Br in 19,3° W-Lg am 12, August ge- 
schnitten. Eben nördlich von letzterer Breite erhielt man den NE-Passat:; der- 
Ann, d. Hyär., 1878, Heft II (März).
	        
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