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gyünstig, auch drängten dieselben die Bark in allzu niedrige Breiten. Erst als
man am 22. September in 36,5° N-Br östlich von 62,5° W-Lg gelangt war,
wurden günstigere Winde angetroffen, mit deren Hülfe der „Merkur“ rascher
nach Osten fortschreiten konnte. Bis zum 29. September, an welchem Tage
man in 40,2° N-Br 50° W-Lg überschritt, hatte kein stürmisches Wetter
yeherrscht; nach dieser Zeit aber wurden die Winde heftiger, und mehrere sehr
schwere Weststürme trafen das Schiff. Der eine wurde am 4. Oktober in etwa
46° N-Br und 32° W-Lg überstanden, der Luftdruck sank während dessen
Dauer auf 735,0 mm. Der zweite Sturm, der fast orkanartig wehte, ereignete
sich am 9, Oktober in 49,3° N-Br und 15° W-Lg, derselbe begann in südwest-
licher und endete aus westlicher Richtung. Der niedrigste Barometerstand war
in diesem Sturme 731,5 mm. Aus beiden ging das Schiff unbeschädigt hervor.
Als der Wind bald darauf südöstlich lief, konnte der „Merkur“ am 13, Oktober
den Kanal, nach 3ltägiger Reise vom Delaware-Flusse ab, erreichen.
5. Reise des Barther Schoners „Triton“, Kapt. C. Corswandt,
Kapt. Corswandt übergab der Seewarte sein auf einer Reise von New-
york nach Port Elisabeth geführtes meteorologisches Journal. Im Anfang März
1878 wurde diese Reise angetreten, Mit umlaufenden Winden verfolgte man
auf derselben zunächst einen östlichen Kurs, mit demselben nur wenig Süd an-
holend. Erst als 50° W-Lg am 20. März in 35,5° N-Br überschritten war,
wurde südlicher gesteuert, worauf der „7Zriton“ dann am 25. März 30° N-Br in
40,6° W-Lg erreichte. Der frische NE-Wind, der das Schiff an diesem Tage
begünstigte, erwies -sich noch nicht als der regelmässige Passat; in 25° N-Br
fand man wieder leichten westlichen Wind, und eigentlicher Passat wurde erst
längere Zeit nachher angetroffen, als der Schoner sich schon in 18,7° N-Br und
33° W-Lg befand. Bald nachher, am 12. April in 6° N-Br und 25,8° W-Lg
endete derselbe wieder; hier hatte man, in Anbetracht der Jahreszeit sehr weit
nördlich, den Stillengürtel erreicht. Zum Durchsegeln desselben gebrauchte das
Schiff vier Tage, nach Verlauf derselben gelang es in 3,3° N-Br und 25,7° W-Lg
die äquatoriale Grenze des SE-Passats zu überschreiten, worauf am 17. April
in 26,5° W-Lg der Aequator passirt wurde.
Im südlichen Atlantischen Ocean schnitt das Schiff 10° S-Br in 29,8° W-Lg
am 22. April; 20° S-Br in 32° W-Lg am 26. April und 30° S-Br in 28° W-Lg
arst am 9. Mai. Nach dem Ueberschreiten von 20° S-Br würde es vortheil-
hafter gewesen sein, weniger eifrig danach zu streben, nach Osten hin zu
gelangen, und anstatt dessen zuerst recht Süd zu steuern, Zwischen 33° und
34° S-Br lief das Schiff die erforderliche Länge ab, segelte am 19. Mai in
35,5° S-Br von westlicher zu östlicher Länge über und erreichte am 1. Juni
den Bestimmungshafen.
Am 1. August kreuzte der auf einer Reise nach Hamburg begriffene
Schoner wieder den Meridian des Kaps der guten Hoffnung. Mit umlaufenden
Winden von mässiger Stärke hatte man am 9. August 24° S-Br in 7° O-Lg
erreicht, als dort der SE-Passat einsetzte. Vor diesem anfänglich sehr frischen
Winde segelnd, überschritt das Schiff am 11. August den Parallel von 20° Süd
in 1°0-Lg und am 17. August den von 10° Süd in 12° W-Lg. Am 23, August
wurde in 21,5° W-Lg die Linie passirt.
Auf der nördlichen Halbkugel drehie der Wind sich rechtlaufend von SE
durch Süd nach SW, ohne dass man Mallung angetroffen hätte, und in
11,7° N-Br und 22,4° W-Lg vollzog sich am 28, August auch der Uebergang
des kurze Zeit vorher aus NW wehenden Windes in den NE-Passat. In
14° N-Br traf man an einem Tage Windstille, worauf der Passat wieder durch-
kam, um bis 26,5° N-Br hin ungestört zu herrschen. Am 14. September kreuzte
man 30° N-Br in 32,8° W-Lg. Nach einer mehrere Tage anhaltenden Wind-
atille folgte schliesslich ein frischer südlicher Wind. Am 19. September konnte
der „Triton“ 40° N-Br in 28,5° W-Lg überschreiten und am 29. September in
den Kanal einsegeln, nach einer Reise, deren Dauer von der Länge des Kaps
der guten Hoffnung ab 60 Tage betrug.