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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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17, April und 50° N-Br in 20° W-Lg am 30. April, bis am 4. Mai die Reise, 
welche bis dahin eine Dauer von 42 Tagen hatte, durch .Ankunft im Be- 
stimmungshafen ihr Ende nahm. 
3. Reise des Bremer Schiffes „Charlotte“, Kapt. E. F. Gutsmuths. 
Auf einer Reise von Bristol nach Hampton Road begriffen, befand sich 
die „Charlotte“ am 19. Juli 1877 in 51° N-Br und 5° W-Lg. Oestliche Winde 
zunächst, später umlaufende Westwinde von mässiger Stärke ermöglichten es, 
von hier ab ziemlich befriedigenden Fortgang nach Westen zu erzielen, so dass am 
30. Juli der Meridian von 30° West in 47° N-Br gekreuzt werden konnte. Westlich 
von dieser Länge wurden noch günstigere Windverhältnisse angetroffen; sehr 
häufig wehten hier östliche Winde, und schon am 6. August befand sich die 
„Charlotte“ in 43,9° N-Br und 50° W-Lg auf dem südlichen Theile der Sand- 
bänke von Neufundland. Sich nördlich vom Golfstrome haltend, wurde dann 
der letzte Theil der Reise im kalten Küstenstrome zurückgelegt. Hier traf man 
die Winde nicht so günstig, dieselben wehten ziemlich ungestört aus westlicher 
Richtung. Dennoch gelang es, nachdem vorher noch 60° W-Lg in 43° N-Br am 
14. August und 70° W-Lg in 39,7° N-Br am 22, August überschritten worden 
war, am 23. August die Mündung der Chesapeake-Bucht zu erreichen. Es 
waren bis dahin 36 Tage verflossen, seit man den Bristol-Kanal verlassen hatte. 
In Baltimore wurde das Schiff beladen und am 22, September die Chesa: 
peake-Bucht wieder verlassen, um nach Bremen zurückzukehren. Der östliche 
Wind, mit dem die Reise angetreten wurde, endete nach einigen Tagen, und 
Westwind, der für lange Zeit ungestört wehte, setzte ein. Das Schiff überschritt 
am 1. Oktober den Meridian von 50° W-Lg in 39,5° N-Br, am 6. Oktober den 
von 30° W-Lg in 44° N-Br. Am 9. Oktober hatte die „Charlotte“ in etwa 
46° N-Br und 20° W-Lg einen orkanartigen Sturm aus Westen zu überstehen, 
während dessen Dauer der Luftdruck bis zu 745,1 mm abnahm, Das Schiff 
verlor durch diesen Sturm verschiedene Segel, und musste der ausserordentlich 
hohen Sec wegen beigedreht werden. Auf den Aussengründen, dem Kanale 
schon ganz nahe, wurde die „Charlotte“ durch östlichen Wind noch eine Anzahl 
von. Tagen aufgehalten, so dass es erst am 20, Oktober gelang, in jenen einzu- 
segeln. Die „Charlotte“ hatte am 24. Oktober in der Nordsee noch den orkan- 
artigen Sturm durchzumachen, welcher der Blankeneser Brigg „Superb“, Kapt. 
Meier, den Untergang brachte. Kapt. Gutsmuths beobachtete während dieses 
Sturmes als geringsten Luftdruck einen Stand von 739,5 mm. Am 27. Oktober 
gelang es dem Schiffe schliesslich, die Wesermündung zu erreichen, nach einer 
Reise, deren Dauer von der Chesapeake-Bucht ab 36 Tage betrug. 
4. Reise der Bremer Bark „Merkur“, Kapt. F. M, de Haan. 
Gegen Ende Mai 1878 hatte die nach Philadelphia bestimmte Bremer Bark 
„Merkur“ die Wesermündung verlassen und am 7. Juni passirte sie, von leichtem 
südöstlichem Winde begünstigt, den Meridian von Zizard. Nicht weit westlich 
von dieser Länge endete der günstige Wind, und dann kam eine längere Zeit, 
in welcher die Bark ununterbrochen gegen widrigen Wind zu kämpfen hatte. 
In Folge davon machte das Schiff nur sehr langsam Fortschritt nach Westen; 
erst am 26, Juni konnte man in 44,5° N-Br den Meridian von 30° West und 
am 17. Juli in 42,3° N-Br den von 50° West überschreiten.. Am.22, Juli hatte 
der „Merkur“ in etwa 41° N-Br und 62° W-Lg einen sehr schweren Weststurm 
zu überstehen, durch den verschiedene ‚Segel verloren gingen. Der niedrigste 
Imftdruck, den man während seiner Dauer beobachtete, war 749,3 mm. Nagh 
diesem Sturme traf man während des übrigen Theils der Reise vorherrschend 
sehr leichte Winde, die meistens aus ungünstiger Richtung wehten. Das sich 
in der Nähe von 40° N-Br haltende Schiff kreuzte 70° W-Lg in 39,7° N-Br am 
5. Juli und gelangte schliesslich am 14. Juli in die Mündung des Delaware- 
Flusses, nach einer Reise, deren Dauer vom Kanale her 45 Tage betrug. 
Am 13. September hatte der auf der Heimreise nach Bremen begriffene 
„Merkur“ wieder die offene See erreicht. Nordöstliche Winde, die gleich zu 
Anfang der Reise angetroffen wurden, waren dem Fortgange derselben nicht 
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