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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

Ueber einige Ergebnisse der neueren Tiefseeforschungen. 
I. Allgemeine Ergebnisse. 
(Fortsetzung von Seite 58.) 
Ausser den neuen Aufschlüssen über die Tiefen- und Boden-Verhältnisse 
der Oceane und über die horizontale und vertikale Temperaturvertheilung 
in denselben haben die beiden Weltumsegelungs-Expeditionen der „Gazelle“ und 
des „Challenger“, sowie die Reisen der Schiffe der Kaiserlichen Marine in allen 
Meeren, ferner die in hohem Grade -verdienstvollen Arbeiten der Kieler Kom- 
mission zur wissenschaftlichen Untersuchung der deutschen Meere in den Jahren 
1872—1878 für die allgemeine Physik der Oceane höchst wichtige Beiträge 
geliefert, welche namentlich über das noch keineswegs befriedigend gelöste 
Problem der Ursache der Meeresströmungen und ihrer mit den Jahres- 
zeiten wechselnden Richtung und Stärke einigen Aufschluss und Anhalt für 
Aufstellung einer endgiltigen Theorie derselben zu gewähren vermögen. Nament- 
lich sind hierbei die neben den Temperaturbeobachtungen angestellten Messungen 
des specifischen Gewichts und die aus letzterem abgeleiteten Bestimmungen des 
Salzgehaltes der Meere an verschiedenen Stellen derselben, und an jeder Stelle 
wiederum die Verschiedenheit des specifischen Gewichtes und des Salzgehaltes 
an der Oberfläche und in verschiedenen Tiefen, von grosser und entscheidender 
Wichtigkeit, 
Die Verschiedenheit der Grösse des speecifischen Gewichtes oder der 
Dichtigkeit des Meerwassers rührt zum Theil her von dem verschiedenen Salz- 
gehalt, zum Theil von der verschiedenen Temperatur des betreffenden Wassers; 
diese beiden Faktoren hängen hinsichtlich ihres Betrages ihrerseits wiederum 
ab von dem verschiedenen Verhalten der Lufttemperatur, der Menge der 
Niederschläge und dem Grade der Verdunstung, bezw. KEisbildung‘ in den 
Polarmeeren. 
Für die gleichzeitige Bestimmung der letzteren drei Faktoren auf hoher 
See ist erst in neuester Zeit der Anfang gemacht durch die oceanographischen 
Beobachtungen einiger Schiffe der Kaiserlichen Marine, welche nach den, ihren 
Kommandanten vom Hydrographischen Bureau der Kaiserlichen Admiralität 
ortheilten Instruktionen angestellt worden sind (vgl. u. A. Beobachtungen der 
„Elisabeih“, Kapt.z. See von Wickede, „Ann. d. Hydr. ete.“, 1878, pag. 364 ff. 
and 577; 1879, pag. 11). ; I 
Während der beiden grossen Expeditionen der „Gazelle“ und des 
„Challenger“ sind in den drei grossen Oceanbecken der Erde zahlreiche direkte 
Messungen des specifischen Gewichtes des Meerwassers an der Oberfläche und 
in verschiedenen Tiefen unterhalb derselben und am Meeresboden angestellt 
worden. Sie haben übereinstimmend ergeben, dass die Dichtigkeit des Meer- 
wassers nicht nur mit der goographischen Breite und Länge sich verändert, 
aondern. auch an demselben Beobachtungsorte mit der Entfernung von der Ober- 
Ann. d. Hydr., 1879, Heft UT (März).
	        
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