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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Schauern besteht, mit welchen dann die zahllosen Cisternen und Reservoirs, 
welche Privatleuten gehören, angefüllt werden und den Wasservorrath des 
ganzen Jahres bilden. Während der Pilgerzeit hat das Wasser fabelhaft hohe 
Preise, 
Die Landmarken von Jiddah sind für einen Fremden schwer aufzufinden. 
Die Hügelkette, welche sich hinter der Ebene, in welcher die Stadt liegt, erstreckt, 
ist so zerrissen und ungleich, dass es schwer hält, einzelne Bergspitzen zu er- 
kennen, Der Berg Saddle ist noch der am leichtesten zu erkennende, ist aber 
in der Sommerzeit gewöhnlich von Nebel eingehüllt. Die Stadt selbst ist von 
See aus in der Regel von ausserhalb der abliegenden Untiefen zu sehen, wenn 
man sich auf derselben Breite mit ihr befindet. Peilungen der Stadt genügen, 
um ein Schiff in die Nähe der Baken zu führen. 
Jebel Ruwadid. Der in dem nördlich der Stadt befindlichen Bergrücken 
liegende Berg, welcher bei der Ansegelung von Süden gewöhnlich links von 
der Stadt in Sicht kommt und das Ende einiger Ausläufer, die von dem 
dahinter liegenden Gebirgsrücken sich nach Westen erstrecken, bildet, heisst 
Ruwadid und muss zur Ansegelung innerhalb der Rocky-Bank benutzt werden; 
aber auch dieser Berg ist grösstentheils in Nebel gehüllt. 
Jebel Yemeniyah oder der Zuckerhut-Berg ist kegelförmig und liegt 
in dem zweiten Gebirgsrücken hinter der Stadt, von welcher er 8 Sm entfernt 
ist und OzN peilt. In dieser Richtung wird derselbe vielfach als Landmarke 
benutzt; derselbe ist am besten zu erkennen, wenn man die Stadt zwischen Ost 
und NO in Peilung hat, da er dann der nächste in die Augen fallende Kegel- 
berg hinter den Häusern der Stadt ist. 
JebelHaddäh oder Ab-ddr, auch Saddle-Berg genannt, ist der höchste 
und am besten zu erkennende Berg des näher der Stadt liegenden Gebirgsrückens, 
und da der höhere, hinter Mecca liegende Gebirgsrücken selten sichtbar ist, so 
bildet er gewöhnlich die höchste Bergspitze, welche zu sehen ist. Dieser Berg 
hat einen Doppelgipfel, mit einer dazwischen liegenden Vertiefung, dem Sattel, 
ist 823m hoch und peilt Ost von der 19 Sm entfernten Stadt Jiddah, 
Jebel Sannam oder Nipplepeak peilt SO%40 von der 10 Sm ent- 
fernten Stadt und ist ein kleiner, aber gut zu erkennender pyramidenförmiger 
Gipfel, weicher über einen flachen Berg hervorragt. Derselbe hat beinahe aus 
allen Richtungen dieselbe Form und peilt von querab von dem Riff Musari 0'/N. 
Jebel-el-Moyah liegt 4 Sın in WNW von Jebel Sannam und ist ein 
niedriger, schwarzer, runder Berg, welcher das Südende des der Küste am 
nächsten liegenden Bergrückens bildet. Er ist an seiner schwarzen Farbe zu 
erkennen, welche um so mehr auffällt, da er am Ende der weissen Sandberge 
liegt, welche sich an der Küste befinden. 
Moschee’n. In der Stadt Jiddak sind drei Moschee’n, deren Minarets 
von See aus zu sehen sind; von diesen sind die Minarets der nördlichen und 
der südlichen Moschee die am meisten in die Augen fallenden. Das mittlere 
Minaret, welches früher von den Seeleuten „Mark Minaret“ genannt wurde, 
ist zur Hälfte von Häusern verdeckt und auch nicht so hoch, als die beiden 
anderen. Diese Minarets sind in dieser Segelanweisung nicht mehr als Land- 
marken benutzt worden. 
Der Hafen von Jiddah verdient seiner Form nach vielleicht am 
wenigsten, so genannt zu werden, aber er ist durch die vorliegenden Riffe so 
gut geschützt, dass verhältnissmässig ruhiges Wasser in demselben ist, ganz 
gleich, aus welcher Richtung die Winde wehen. Er ist ein schmaler Streifen 
tiefes Wasser, welcher sich zwischen dem die Küste umfassenden Riffe und dem 
nächsten der ausserhalb liegenden Riffe, welche unmittelbar das tiefe Wasser 
begrenzen, in der Richtung Nord—Süd erstreckt. Die ausserhalb liegenden 
Riffe bilden in einem Abstand von 10 Sm drei parallele Linien, welche sich in 
der Richtung Nord—$Süd hinziehen und die Bucht von Ras Gahaz im Norden 
bis Ras Aswad im Süden ausfüllen, 
Ausser diesen Riffen existiren noch viele Bänke und Untiefen, zwischen 
welchen sich Fahrwasser befinden, durch die ein Schiff unter dem Kommando 
eines eingeborenen Lootsen einlaufen kann. Hier soll aber nur das betonnte 
Fahrwasser mit seinen „Gateway’s“ beschrieben werden, das einzige, welches 
ein Schiff auch ohne Lootsen mit Sicherheit benutzen kann.
	        
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