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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Segelanweisung für den Hafen von Jiddah. Arabien. Rothes Meer. 
(„Hydrographic Notice“ No 32, London, 1878.) ; 
Der Commander W. J., L. Wharton, von I. Br. M. S. „Fawn“, hat nach- 
stehende Segelanweisung für den. Hafen von Jiddah (Djiddah) zusammengestellt 
und nach der im Jahre 1877 ausgeführten Vermessung dieses Hafens vervoll- 
ständigt. Alle dabei vorkommenden Peilungen sind missweisend; die Missweisung 
beträgt 4° 30‘ West für das Jahr 1878. 
Der Hafen von Jiddah (Djiddah).‘) 
Jiddahy der Hafen von Mecca, 60 Sm WYıN von dieser Stadt entfernt, 
ist der bedeutendste Handelsplatz an den Küsten des Rothen Meeres und 
liegt in der Provinz Hedjaz, in einer niedrigen, sandigen und ausgedehnten 
Ebene; 7 Sm von der Küste erhebt sich das Land zu einer Hügelkette, weiter 
nach innen zu ist es bedeutend höher und hat mehr einen Gebirgs-Charakter. 
Die Stadt Jiddah, mit ihren Minarets, gewährt von See aus einen gross- 
artigen Anblick und ist von einer Mauer umgeben, auf welcher in Zwischen- 
räumen kleine Thürme sich befinden; die Häuser sind alle weiss angestrichen. 
An den nach See zu gelegenen Ecken der Stadt befinden sich zwei Forts; 
jedes derselben ist mit 10 Schiessscharten, aber nur mit wenigen Kanonen 
versehen. In dem nördlichen Fort befindet sich das Gefängniss, und das süd- 
liche Fort wird von zwei mit einander verbundenen Achtecken gebildet; in 
dem nördlichen dieser Achtecke, welches kleiner als das südliche ist, steht der 
Flaggenmast. . 
Von der Seeseite führen drei Thore nach der Stadt; durch das südliche, 
oder das Hauptthor, gelangt man nach dem Hauptbazar. Das nördliche Thor 
wird hauptsächlich zur Verbindung mit den Konsulaten benutzt; ist jedoch 
selten, oder wohl nie, nach Dunkelwerden offen. An jeder der drei anderen 
Seiten der Stadt befindet sich nur ein Thor, von denen dasjenige an der Südseite 
der Stadt nur selten geöffnet wird. Das "Thor an der Nordseite ist jedoch 
zur allgemeinen Benutzung offen, und dasjenige an der Ostseite führt nach Mecca; 
es wird deshalb auch Mecca-Thor genannt. Gegenwärtig ist es den Europäern 
gestattet, auch dieses Thor zu benutzen. ; 
An der Nordseite der Stadt stehen sechs Windmühlen und in ihrer Nähe 
ein grosses Grab, welches die Gebeine der Eva enthalten soll; dasselbe ist 
ea 23m lang und 5,5m breit. Die Strassen der Stadt sind sehr schmal und 
unregelmässig; die Häuser sind grösstentheils aus Korallenkalk, und einige 
Gebäude aus neuerer Zeit sind gross und gut gebaut. 
Die Einwohnerzahl von Jiddah wurde im Jahre 1875 zu 30000 geschätzt, 
davon waren 14000 Araber, 14000 Afrikaner (Diener) und 2000 Indier. Es 
sollen jährlich ungefähr 40000 Pilger die Stadt passiren. 
Jiddah ist, in einem gewissen Grade, der Haupthandelshafen zwischen 
Arabien, Indien, Aegypten und Afrika, und viele ihrer Kaufleute sind unter- 
nehmend und wohlhabend. Die von Suez kommenden ägyptischen Postdampfer 
ünd die der „British India Steam Navigation Company“ gehörigen Dampfer 
Jaufen den Hafen von Jiddah regelmässig an. 
Im Jahre 1875 kamen zu Jiddah 205 Dampfer, mit einem Tonnengehalt 
von 179 489 tons, und 20 Segelschiffe, mit einem Tonnengehalt von 13 152 tons, 
an. ‘ Von diesen Dampfern waren 83 uud von den Segelschiffen alle unter briti- 
scher Flagge. 
Die Ausfuhr hatte 1875 einen Werth von ca 7886000 A (394300 £) 
und bestand aus Kaffee, Gummi, Perlmutterschalen, Fellen und Häuten. Die 
Einfuhr hatte einen Werth von 34 240 000 „A (1 712000 £) und bestand haupt- 
sächlich aus Weizen, Gerste, Datteln und Tabak.. . 
Es residirt hier ein britischer Konsul und ein Vice-Konsul, 
. Proviant. Auf dem zu Jiddah befindlichen grossen Markt kann man 
Fleisch, Früchte und Gemüse erhalten, auch sind gewöhnlich Kohlen zu be- 
kommen, Dagegen ist Wasser nur wenig vorhanden, da der jährliche Regen: 
fall nur aus wenigen, in den Monaten December und Januar vorkommenden 
1) S, „Red Sea Pilot“, 2, Edit, London 1873, pag. 157—163.
	        
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