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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Tiefe bis zum Meeresboden hinabgesendeten Thermometer, welche für die Tiefen 
von 3063—3292 m Temperaturen zwischen 0° und — 2,2° ergaben. 
Die niedrigsten Bodentemperaturen zwischen 40°—50° S-Br betragen für 
die Tiefen von 3000—4000m 0,3° bis 0,8° und in der Tiefe von 4750m 0,2° 
(vgl. No. 5, 12, 13, 14, 28). 
Die 18 von der „Gazelle“ im März und April 1875 zwischen Mauritius 
und West-Australien oder zwischen 20°—38° S-Br und 57°-—113° O-Lg ge- 
nommenen Temperaturreihen (s. Tab. No. 39—56) lassen ‚erkennen, daß die 
Oberflächentemperaturen je nach der Breite in den Grenzen von 16° bis 28° 
schwankten, und dafs die Isotherme von 15° zwischen 35—220m, die von 10° 
zwischen 550—900m, die von 5° zwischen .900—1300m und die von 2,5° zwischen 
1300—2000m liegen. Die Bodentemperaturen verhalten sich ziemlich gleich- 
mäfsig zwischen 0,7° und 2,2° und deuten auf einen submarinen antarktischen 
Wasserzudrang von langsamer Bewegung hin. Die niedrigste Bodentemperatur 
0,7° wurde in 32° 11‘ S-Br und 59° 42’ O-Lg in 4618m Tiefe gefunden, 
Zwischen 38°—31° S-Br und 86°—110° O-Lg hielt sich die Bodentemperatur 
bei Tiefen von 4000—5300m konstant auf 0,9°. 
Bei den 10 im Mai 1875 von der „Gazelle“ zwischen NW-Australien 
und Timor und Amboina, oder zwischen 20°—6° S-Br und 116°—126° O-Lg 
gemessenen Temperaturreihen bewegte sich die Temperatur der Oberfläche 
zwischen 27° und 281!/2°, Die Isotherme von 25° liegt bis zu 90m Tiefe, . die 
von 20° bis ca 200m, die von 15° zwischen 200—400m, die von 10° zwischen 
400—550m, die von 5° zwischen 1100—1300m, die von 2° zwischen 1700—2800 m, 
Die niedrigste Bodentemperatur war 0,9° in einer Tiefe von 5523m, der 
gröfßsten bis jetzt geloteten Tiefe im Indischen Ocean, in 16° 10,5‘ S-Br und 
117° 32‘ O-Lg. Zwischen 14°-—-11° S-Br und 118°—120° O-Lg wurden in 
Tiefen von 4078—5505m Bodentemperaturen zwischen 1,3° bis 1° gemessen. 
Dagegen finden sich verhältnismäfsig hohe Bodentemperaturen zwischen 
10°—6° $S-Br und 122°—127° O-Lg von 3,3° bis 2,9° in Tiefen von 2981 und 
3164m. Die oben erwähnten niedrigen Bodentemperaturen in dem grofsen 
Gebiete zwischen Mauritius und der NW-Küste von Australien und von da 
bis zur Insel Timor zeigen an, dafs das antarktische Polarwasser bis dicht 
an die südlichen Molukken-Inseln vordringt, dagegen weisen die höheren Boden- 
temperaturen von 3,3°, zwischen 11°—9° S-Br und 120°—124° O-Lg,‘ welche 
ebenso hoch sind, als in Tiefen von. 1600—1800m, dafs zwischen den Molukken- 
Inseln Flores, Lomblen, Ombay im Norden, Timor, Samoa, Rotti im Südosten 
und Savow und Sumba (Kokosnufs-Insel) im Südwesten ein bis ca 4000m tiefes 
Becken liegt, welches durch unterseeische Erhebungen in noch nicht genau be- 
stimmten Tiefen von der freien Verbindung mit dem bis zum Boden offenen 
Indischen Ocean getrennt ist. Ueber dieses, sowie über das nördlich von der 
Ombay-Passage zu der Banda-See gehörige Becken, welches ebenfalls von der 
freien Verbindung mit den unteren Teilen des Oceans unterseeisch abgeschlossen 
ist, s. diese Annalen 1879, pag. 548. 
Für den nördlichen Indischen Ocean besitzen wir aus neuerer Zeit einige 
mit zuverlässigen Instrumenten angestellte Temperaturbestimmungen, nämlich 
die oben (s. pag. 65) kurz erwähnten Messungen von Kapitän P. F. Shortland 
von Januar bis März 1868 auf der „Hydra“ zwischen Bombay und Aden, im 
Arabischen Meere, und gleichfalls in diesem, etwas südlicher von der Lotungs- 
linie der „Hydra“, die Messungen von Korv.-Kapt. Schering und Kapt.-Lieut. 
Herz von 8. M, S. „Luise“ im Februar 1879, ferner die von denselben Offizieren 
im Meerbusen von Bengalen im März und April 1879 genommenen Reihen- 
temperaturen. Den in den „Ann. d. Hydr, etc.“, 1879, pag. 246—248, über die 
Messungen der Temperaturen und des specifischen Gewichtes au der Oberfläche 
und in Tiefen von 100, 600 und 1000m mitgeteilten speciellen Angaben ent- 
nehmen wir nachstehende Zusammenstellung der Temperaturen für die an- 
gegebenen Tiefen:
	        
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