accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

Über einige Ergebnisse der neueren Tiefseeforschungen. 
IV, Indischer Ocean. 
Die Tiefen-Temperatur- und anderweitigen physisch-oceanischen Ver- 
hältnisse des /ndischen Oceans sind bei weitem weniger bekannt, als die des 
Atlantischen und Stillen Oceans, und das wenige, was wir bis jetzt in dieser 
Beziehung wissen, verdanken wir fast ausschlielslich den Forschungen der 
Challenger- und Gazelle-Expeditionen (1874 und 1875) unter der Leitung der 
Kapitäne Sir George Nares und Georg Freiherr von Schleinitz. Von beiden 
Schiffen sind die südlichsten Teile des Indischen Oceans zwischen 35°—65° S-Br 
und 20°—120° O-Lg durchforscht worden, von der „Gazelle“ allein der mittlere 
Teil zwischen Mauritius und West- Australien (s. „HAydr. Mitteil.“, 1874, pag. 263 
bis 268, und „Ann. d. Hydr. ete.“, 1875, pag. 405—419). 
Der „Challenger“ durchkreuzte vom 17. Dezember 1873 bis 17. April 1874 
den südlichen Indischen Ocean zwischen dem Kap der guten Hoffnung, dem 
südlichen Polarkreis und Melbourne. Auf diesen Fahrten besuchte der „Challenger“ 
Ende Dezember die Prinze Edward-Inseln, sichtete die Crozet-Inseln und 
nahm einen längeren Aufenthalt auf Kerguelen, vom 8. bis 31. Januar 1874, 
behufs Aufnahme der Nord- und Ostseite dieser Insel. Von den noch südlicher 
gelegenen Mac Donald- (Heard-) Inseln aus machte der „Challenger“ im Februar 
1874 einen Vorstofßs nach den antarktischen Gewässern und drang bis zum süd- 
lichen Polarkreis vor, wurde aber durch schwere Weststürme und die gefahr- 
drohende Nähe von Eisbergen zur Umkehr gezwungen und segelte zunächst 
nach Melbourne, wo das Schiff vom 17. März bis 1. April verweilte. Von 
Melbourne aus begab sich der „Challenger“ nach Sydney, um von dort aus 
am 8, Juni 1874 seine Tiefseearbeiten in dem Stillen Ocean fortzusetzen (vgl. 
„Ann. d. Hydr. etc.“ 1879, pag. 371). 
S. M. S. „Gazelle“, mit der deutschen astronomischen Expedition zur Be- 
obachtung des Venus-Durchganges vom 8. Dezember 1874 an Bord, machte die 
Reise von der Tafelbai bei Kapstadt bis Kerqguelen (Betsy Cove) vom 3. bis 
26. Oktober 1874 und verweilte hier bis zum 5. Februar 1875, mit Ausnahme der 
Zeit vom 23. Dezember 1874 bis 10. Januar 1875 und vom 25. bis 28. Januar, 
während welcher das Schiff nördlich und südlich von Kerguelen kreuzte. An 
diesem Tage trat die „Gazelle“ die Weiterreise durch den I/ndischen Ocean an, 
brachte zunächst die Mitglieder der Venus-Expedition nach Mauritius und 
durchkreuzte von dort aus (vom 15. März bis 14, Mai 1875) den Indischen Ocean, 
zunächst mit südlichem und südöstlichem Kurse bis 37!2° S-Br und 80°—90° 
O-Lg, und dann mit nordöstlichem Kurse bis West-Australien und längs der 
Küste nach Koepang auf Timor. Zwischen letzterem Orte und der G’alevo-Strafse 
nahm. die „Gazelle“ einige Tiefseelotungen und Temperaturreihen, die in 
früheren Artikeln bereits erwähnt und diskutiert sind (s. „Ann. d. Hydr. etc.“, 
1879, pag. 375, 482 Tab. I und 548—550). 
Aufser .den Tiefseeforschungen dieser beiden grofsen Expeditionen in dem 
Indischen Ocean besitzen wir für denselben noch die Untersuchungen der Tiefen- 
und Bodenverhältnisse des Roten und Arabischen Meeres und des Bengalischen 
Meerbusens, also der grofsen nördlichen Einbuchtungen des Indischen Oceans 
durch die Kapitäne Shortland und Pullen, sowie einige Temperaturmessungen 
derselben Offiziere und noch neuere von Korv.-Kapt. Schering in diesen Meores- 
teilen, und endlich für verschiedene Punkte des /ndischen Oceans einige ältere 
1) S. „Ann. d. Hydr, etc.“, 1879, pag. 49, 97, 195, 255, 313, 369, 481, 545. 
Ann, d. Hydr., 1880, Heft II (Februar).
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.