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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Man verlor hier längere Zeit, und erst unweit 25,5° S-Br in 90,8° O-Lg erreichte 
die Bark das Gebiet des SE-Passats. Derselbe entstand durch Drehen des 
vorher aus SW wehenden Windes nach SE; er wehte kräftig bis nach 15° S-Br 
hin und endete in der Nähe von 7,5° S-Br in 88,6° O-Lg. Nachdem hier die 
äquatoriale Grenze desselben überschritten worden war, herrschte an zwei 
Tagen Windstille und ganz leise Mallung, und erst nachdem diese überstanden 
waren, gelangte die Bark in etwa 6,2° S-Br und 89,8° O-Lg zum Gebiete des 
westlichen Monsuns. In diesem wurde man wieder von frischerem, für kurze 
Zeit sogar heftigem Winde begünstigt, bei dem auch am 28, Dezember in 
91,3° O-Lg der Aequator überschritten wurde. In südlicher Breite war vorher 
30° S-Br in 88,5° O-Lg am 10. Dezember, 20° S-Br in 90,2° O-Lg am 
17. Dezember und 10° S-Br in 89,2° O-Lg am 22. Dezember gekreuzt worden, 
Westliche, allmählich flauer werdende Winde begleiteten die Bark bis 
nach 4,3° N-Br in 92,4° O-Lg. Als sie unfern dieses Punktes ein Ende ge- 
nommen hatten, folgte auf sie südliche, häufig von Stille unterbrochene 
Mallung, womit man nach 7,3° N-Br in 93° O-Lg gelangte. Hier kamen flaue 
Ostwinde durch, gegen die der „Felix Mendelssohn“ am 5. und 6. Januar 1880 
den Zehngradkanal durchkreuzte. Bei anhaltend flauem NNE- und NNW-Winde 
mufste auch der ganze noch übrige Theil der Reise zurückgelegt werden. Am 
26. Januar, nach 130tägiger Reise von 50° N-Br ab, befand sich die Bark in 
Sicht des China Buckeer Feuerschiffes, 
Am 3. März ging der mit Reis beladene „Felix Mendelssohn“ wieder in See, 
um nach Bremen zurückzukehren. Bei sehr veränderlichen, leichten, nördlichen 
und westlichen Winden segelte man bis unweit 12° N-Br in 94° O-Lg und fand 
dort etwas frischere NE-Winde, welche die Bark in die Nähe von 83,8° N-Br 
in 89,4° O-Lg führten. Bei südöstlicher und westlicher Mallung, die häufig von 
langandauernder Stille unterbrochen wurde, mufste der übrige Theil des Weges 
zur Linie durchsegelt werden, und erforderte die Zurücklegung desselben eine 
ungewöhnlich lange Zeit. Am 20. März befand sich „Felix Mendelssohn“ in 
89,4° O-Lg auf dem Aequator., 
Auch in südlicher Breite setzten sich die zuletzt erwähnten, so ungünstigen 
Verhältnisse noch für eine lange Zeit hindurch fort, und erst nachdem man 
nicht weniger als 20 Tage südlich der Linie verbracht hatte, gelang es, in der 
Nähe von 11,8° S-Br und 83,5° O-Lg das Gebiet des SE-Passats zu erreichen. 
Auch in diesem wurde nur für kurze Zeit frischer Wind angetroffen, im All- 
gemeinen war der Passat nur sehr flau, und unweit 25,5° S-Br in 63° O-Lg 
iraf man dessen polare Grenze an. Nachdem sie überschritten worden war, 
beschrieb der Wind mehrere jener hier so häufig vorkommenden, von den 
gewöhnlichen Erscheinungen begleiteten Rundläufe um den Kompals, bei denen 
doch ein ziemlich befriedigender Fortgang nach Osten erzielt werden konnte. 
Wesiliche Winde von längerer Dauer wurden, ebenso wie Stürme, weder hier 
noch bei der Umsegelung des Kaps der guten Hoffnung angetroffen. Am 
11. Mai befand die Bark sich in Sicht des Kap Agulhas, und nachdem der 
hier herrschende Ostwind ein Ende genommen, im Atlantischen Ocean eine 
längere Periode nordwestlicher Winde überstanden war, konnte „Felix Mendels- 
sohn“ am 19. Mai in 9,8° O-Lg den Parallel von 30° Süd überschreiten. Man 
hatte den Indischen Ocean auf solchem Kurse durchsegelt, dafs 90° O-Lg in 
8,6° S-Br am 5. April, 60° O-Lg in 26,4° S-Br am 19. April und 30° O-Lg in 
33,2° S-Br am 6. Mai, ferner 10° S-Br in 88,5° 0-Lg am 6. April, 20° S-Br in 
71,7° O-Lg am 14. April und 30° $S-Br in 37,4° O-Lg am 2. Mai geschnitten 
worden war. Südlich von 30° S-Br hatte das Schiff 17 Tage zugebracht. 
Aus dem unweit 33° S-Br in 14,5° O-Lg einsetzenden SE-Winde ent- 
wickelte sich später nicht ohne weitere Störung der Passat. Zwar wehte jener 
Wind anfänglich recht frisch und beständig, allmählich wurde er aber flauer, 
lief hoch südlich, und schließlich endete er in geringer Entfernung von 
21° S-Br ganz. 
Während vier Tagen herrschte nördlich von dem zuletzt erwähnten 
Parallel leichte westliche Mallung und Windstille, und es trat hier der gewils 
seltene Fall ein, dafs ziemlich frischer SSW-Wind ein Schiff fast in Sicht von 
St. Helena führte. Gleich nördlich von dieser Insel fafste der Passat dann 
endlich kräftig durch, und, von ihm geführt, gelangte der „Felix Mendelsschn“
	        
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