542
aus hoch nördlicher Richtung und waren dabei ununterbrochen sehr flau. Nörd-
lich von 30°. S-Br traten leichte Westwinde auf, aus denen schliefslich unweit
25,5° S-Br in 92° O-Lg der Passat hervorging. Auch dieser Wind war auf-
fallender Weise sehr flau, so dafs das Schiff bei ihm nur langsam nach Norden
hin vorrücken konnte. In der Nähe von 10,5° S-Br und 90,4° O-Lg wurde am
15. Januar die äquatoriale Passatgrenze überschritten und das Gebiet des auch
nur leicht und unbeständig auftretenden West-Monsuns erreicht, Ziemlich
frischer NW-Wind führte endlich am 23. Januar den „Hermann“ in 92,6° O-Lg
über den Aequator. „Johanne“, die weiter nach Westen hin sowohl Passat
wie Monsun viel kräftiger antraf als „Hermann“, gelangte zur Linie in 91,1° O-Lg
am 28. Januar. In südlicher Breite hatte das letztere Schiff 30° in 90,8° O-Lg
am 6. Januar, 20° in 91,8° O-Lg am 10. Januar und 10° in 90° O-Lg am
16. Januar geschnitten. Der etwas frischere NW-Wind endete für „Hermann“
in der Nähe von 2° N-Br und 93,7° W-Lg, und nachdem man von hier aus
bei ganz leisem, vorherrschend südwestlichem Zuge nach 3,8° N-Br in 93,5° O-Lg
gekommen war, wurde dort der NE-Monsun angetroffen. Mit diesem Winde
zegelte das Schiff nach NW, dabei jedoch von Zeit zu Zeit einen Schlag über
B. B.-Buyg machend. Als westlichsten Punkt erreichte man am 3. Februar
39,5° O-Lg in 14,9° N-Br. Von hier ab wehte der flaue Wind aus solch hoch
nördlicher Richtung, dafs nicht wieder über St. B.-Bug gesegelt zu werden
brauchte. In der Nähe der Preparis-Insel wurde die Windrichtung eine nord-
westliche, so anhaltend, bis man am 10. Februar auf der Rhede von Amherst
den Anker fallen lassen konnte. „Johanne“, welche in der Bai von Bengalen
als westlichsten Punkt 87,2° O-Lg in 15,9° N-Br am 11, Februar erreicht hatte,
gelangte in Sicht des China Buckeer-Feuerschiffes am 21, Februar, „Hermann“
hatte die Reise vom Kanal zur Linie im Indischen Ocean in 91, bis zum
Bestimmungsplatze in 107 Tagen vollendet.
Am 26. März ging „Hermann“ wieder in See, um nach Bremen zurück-
zukehren. Gegen südwestlichen Wind kreuzend, verbrachte das Schiff den
arsten Tag in der Nähe der Küste, später lief der Wind allmählich westlich
und nordwestlich, und konnte dann Kurs für den Zehngradkanal, welchen man
am 2. April passirte, gesteuert werden. Nordöstlicher Wind wurde nur noch
an zwei Tagen östlich von den Inseln zwischen 12° und 10° N-Br angetroffen.
Nach dem Passiren des Zehngradkanals fand das Schiff für längere Zeit sehr
leichte, meist aus südlicher und westlicher Richtung kommende Winde, und erst
züdlich von 5° N-Br, wo der Wind nordwestlich lief und auffrischte, trat eine
Wendung zum Bessern ein. Bei ziemlich frischem NW-Winde, den eine starke
Ostströmung begleitete, erreichte „Hermann“ am 13. April in 89,4° O-Lg den
Aequator. Sechs Stunden früher als „Hermann“ überschritt in 90,9° O-Lg der
Mitsegler „Johanne“, welcher von Rangoon als am 25. März in See gegangen
war, die Linie. Der südlich der Linie bis nach 6° S-Br recht kräftig auf-
tretende Monsun wurde, nachdem diese Breite gekreuzt worden war, flauer und
nahm eine südlichere Richtung an. Unweit 8,4° S-Br in 92° O-Lgz kam am
19. April der SE-Passat durch, welcher bald auffrischte und bei dem für
längere Zeit ein befriedigender Fortgang nach SW erreicht werden konnte.
„Johanne“, die fast gleichzeitig mit „Hermann“ in der Nähe von 9,1° S-Br in
93,8° O-Lg den Passat gefunden hatte, segelte, sich in nahezu gleicher Entfernung,
aber auf etwas südlicher liegender Route haltend, neben „Hermann“ über den
Ocean. Unweit 24° S-Br in 58,5° O-Lg erreichte das letztere Schiff die polare
Passatgrenze, Südlich derselben drehte der Wind zunächst durch NE, Nord
aach West, und später waren hoch südliche Winde für lange Zeit die vor-
herrschenden, obgleich das Auftreten von West- oder Ostwinden auch kein
zeltenes war, Die Umsegelung des Kaps der guten Hoffnung wurde zum
zröfsten Theil bei mäfsigen Westwinden ausgeführt, erwähnenswerthe Stürme
wurden nicht beobachtet. Am 27. Mai befand sich „Hermann“ zusammen mit
der nur etwa 24 Sm entfernten „Johanne“ in Sicht des Kap Agulhas, und am
2. Juni überschritt „Hermann“ in 13,2° O-Lg den Parallel von 30° Süd. Man
hatte 18 Tage südlich von dieser Breite zugebracht und auf der Fahrt über
den Indischen Ocean 90° O-Lg in 10° S-Br am 20. April, 60° O-Lg in 23,5° S-Br
am 30. April und 30° O-Lg in 30,6° S-Br am 19. Mai, ferner 10° S-Br in 90° O-Lg
am 20. April, 20° S-Br in 70° O-Lg am 27. April und 30° S-Br in 38,5° O-Lg
ım 15. Mai geschnitten.