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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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aus hoch nördlicher Richtung und waren dabei ununterbrochen sehr flau. Nörd- 
lich von 30°. S-Br traten leichte Westwinde auf, aus denen schliefslich unweit 
25,5° S-Br in 92° O-Lg der Passat hervorging. Auch dieser Wind war auf- 
fallender Weise sehr flau, so dafs das Schiff bei ihm nur langsam nach Norden 
hin vorrücken konnte. In der Nähe von 10,5° S-Br und 90,4° O-Lg wurde am 
15. Januar die äquatoriale Passatgrenze überschritten und das Gebiet des auch 
nur leicht und unbeständig auftretenden West-Monsuns erreicht, Ziemlich 
frischer NW-Wind führte endlich am 23. Januar den „Hermann“ in 92,6° O-Lg 
über den Aequator. „Johanne“, die weiter nach Westen hin sowohl Passat 
wie Monsun viel kräftiger antraf als „Hermann“, gelangte zur Linie in 91,1° O-Lg 
am 28. Januar. In südlicher Breite hatte das letztere Schiff 30° in 90,8° O-Lg 
am 6. Januar, 20° in 91,8° O-Lg am 10. Januar und 10° in 90° O-Lg am 
16. Januar geschnitten. Der etwas frischere NW-Wind endete für „Hermann“ 
in der Nähe von 2° N-Br und 93,7° W-Lg, und nachdem man von hier aus 
bei ganz leisem, vorherrschend südwestlichem Zuge nach 3,8° N-Br in 93,5° O-Lg 
gekommen war, wurde dort der NE-Monsun angetroffen. Mit diesem Winde 
zegelte das Schiff nach NW, dabei jedoch von Zeit zu Zeit einen Schlag über 
B. B.-Buyg machend. Als westlichsten Punkt erreichte man am 3. Februar 
39,5° O-Lg in 14,9° N-Br. Von hier ab wehte der flaue Wind aus solch hoch 
nördlicher Richtung, dafs nicht wieder über St. B.-Bug gesegelt zu werden 
brauchte. In der Nähe der Preparis-Insel wurde die Windrichtung eine nord- 
westliche, so anhaltend, bis man am 10. Februar auf der Rhede von Amherst 
den Anker fallen lassen konnte. „Johanne“, welche in der Bai von Bengalen 
als westlichsten Punkt 87,2° O-Lg in 15,9° N-Br am 11, Februar erreicht hatte, 
gelangte in Sicht des China Buckeer-Feuerschiffes am 21, Februar, „Hermann“ 
hatte die Reise vom Kanal zur Linie im Indischen Ocean in 91, bis zum 
Bestimmungsplatze in 107 Tagen vollendet. 
Am 26. März ging „Hermann“ wieder in See, um nach Bremen zurück- 
zukehren. Gegen südwestlichen Wind kreuzend, verbrachte das Schiff den 
arsten Tag in der Nähe der Küste, später lief der Wind allmählich westlich 
und nordwestlich, und konnte dann Kurs für den Zehngradkanal, welchen man 
am 2. April passirte, gesteuert werden. Nordöstlicher Wind wurde nur noch 
an zwei Tagen östlich von den Inseln zwischen 12° und 10° N-Br angetroffen. 
Nach dem Passiren des Zehngradkanals fand das Schiff für längere Zeit sehr 
leichte, meist aus südlicher und westlicher Richtung kommende Winde, und erst 
züdlich von 5° N-Br, wo der Wind nordwestlich lief und auffrischte, trat eine 
Wendung zum Bessern ein. Bei ziemlich frischem NW-Winde, den eine starke 
Ostströmung begleitete, erreichte „Hermann“ am 13. April in 89,4° O-Lg den 
Aequator. Sechs Stunden früher als „Hermann“ überschritt in 90,9° O-Lg der 
Mitsegler „Johanne“, welcher von Rangoon als am 25. März in See gegangen 
war, die Linie. Der südlich der Linie bis nach 6° S-Br recht kräftig auf- 
tretende Monsun wurde, nachdem diese Breite gekreuzt worden war, flauer und 
nahm eine südlichere Richtung an. Unweit 8,4° S-Br in 92° O-Lgz kam am 
19. April der SE-Passat durch, welcher bald auffrischte und bei dem für 
längere Zeit ein befriedigender Fortgang nach SW erreicht werden konnte. 
„Johanne“, die fast gleichzeitig mit „Hermann“ in der Nähe von 9,1° S-Br in 
93,8° O-Lg den Passat gefunden hatte, segelte, sich in nahezu gleicher Entfernung, 
aber auf etwas südlicher liegender Route haltend, neben „Hermann“ über den 
Ocean. Unweit 24° S-Br in 58,5° O-Lg erreichte das letztere Schiff die polare 
Passatgrenze, Südlich derselben drehte der Wind zunächst durch NE, Nord 
aach West, und später waren hoch südliche Winde für lange Zeit die vor- 
herrschenden, obgleich das Auftreten von West- oder Ostwinden auch kein 
zeltenes war, Die Umsegelung des Kaps der guten Hoffnung wurde zum 
zröfsten Theil bei mäfsigen Westwinden ausgeführt, erwähnenswerthe Stürme 
wurden nicht beobachtet. Am 27. Mai befand sich „Hermann“ zusammen mit 
der nur etwa 24 Sm entfernten „Johanne“ in Sicht des Kap Agulhas, und am 
2. Juni überschritt „Hermann“ in 13,2° O-Lg den Parallel von 30° Süd. Man 
hatte 18 Tage südlich von dieser Breite zugebracht und auf der Fahrt über 
den Indischen Ocean 90° O-Lg in 10° S-Br am 20. April, 60° O-Lg in 23,5° S-Br 
am 30. April und 30° O-Lg in 30,6° S-Br am 19. Mai, ferner 10° S-Br in 90° O-Lg 
am 20. April, 20° S-Br in 70° O-Lg am 27. April und 30° S-Br in 38,5° O-Lg 
ım 15. Mai geschnitten.
	        
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