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lich ‚von der zuletzt erwähnten Breite an und gelangte man unweit 9,6° S-Br
im 76° O-Lg, wo während 36 Stunden fast Stille geherrscht hatte, in das Gebiet
des gich bis nach 1,8° N-Br in 97,2° O-Lg erstreckenden, westlichen Monsuns.
Bei diesem kräftigen, böigen Winde, den eine starke östliche Strömung be-
gleitete, . überschritt ‚Alice Rickmers‘“ am 1. Januar 1880 in 91,8° O-Lg den
Aequator. Vorher war 30° S-Br in 85,4° O-Lg am 21. Dezember, 20° S-Br
in 86,5° O-Lg am 24. Dezember und 10° S-Br in 86° O-Lg am 28. Dezember
erreicht worden. „0 us
‚ Io der Nähe von 2,5° N-Br in 93,2 O-Lg trieb die Bark einen Tag in
Windstille, und auch bei dem auf sie folgenden leichten Nordwinde konnte später
nur/ ein sehr langsamer Fortgang erzielt werden. Erst am 9. Januar befand
man sich in Sicht von Acheen Head; und nachdem dann bei leichten Nord- und
NE-Winden die Stralse von Malakka durchsegelt worden war, erreichte „Alice
Rickmers““ am 18. Januar die Rhede von Singapore. Die Zurücklegung der
Reise von 50°. N-Br bis zur NW-Spitze Sumatra’s hatte 100 Tage, bis zum
Hafen 109 Tage erfordert.
‚Am. 3. Februar ging die Bark von Singapore aus wieder in See, um nach
Rangoon: zu segeln, und nach 17tägiger Reise wurde der letztere Hafen erreicht.
Nachdem das. Schiff hier eine Ladung Reis eingenommen hatte, trat cs
am 17. März die Heimreise nach Bremen an. . Der leichte, in der Nähe der
Küste herrschende NW-Wind erstreckte sich bis nach etwa 14,3° N-Br; hier
folgte nördliche und nordöstliche Briese, welche erst südlich von 11,5° N-Br
etwas auffrischte, und bei welcher am 24, März der Zehngradkanal durchsegelt
wurde ‚Unweit 4,5° N-Br in 91° O-Lg sank der Wind fast zur Stille herab,
and ers$ mit dem in 4° N-Br durchkommenden Westwinde konnte die Bark
wieder zascheren Fortschritt nach: Süden erzielen. Bei dem letzteren wurde am
31. März, im 90,7°, O-Lg der Aequator überschritten. Unweit 3,8° S-Br in
91,3° O-Lg- endete am 3. April der bis dahin ziemlich beständige, zeitweise so-
gar recht frische Westwind, und die nächsten elf Tage verbrachte „Alice Rick-
mers“ in einem sich bis nach 10,7° S-Br in 88,0° O-Lg ausdehnenden Gebiete
der Windstille und Mallung. Am 14; April kam endlich der SE-Passat durch,
mit dem die Bark zum ersten Male auf der Rückreise für längere Zeit rascheren
Fortgang erzielen konnte. Schon früh indessen, kaum westlich von S0°O-Lg,
verlor der Passat seine Stärke, er wurde hier flau, um in dieser Weise bis nach
23,5° S-Br in 58° O-Lg, wo seine polare Grenze lag, zu herrschen. Südlich
derselben waren östliche und südliche Winde zunächst für längere Zeit die vor-
herrschenden, doch beschrieb der Wind in diesem Falle nicht, wie es sonst so
häufig geschieht, rechtdrehende Rundläufe um den Kompafs. Bei der Umsege-
lung des Kaps der guten Hoffnung traf man unweit 21° O-Lg an zwei Tagon
heftige Westwinde, sonst waren auch hier im Allgemeinen günstige Winde von
mäfsiger Stärke vorherrschend. Am 19. Mai überschritt „Alice Rickmers“ boi
frischem SE-Wind die Länge der Kapstadt, und nachdem im Atlantischen Ocean
noch für einen Tag wieder flauer SW-Wind beobachtet worden war, konnte am
22. Mai bei leichtem SE-Winde der Parallel von 30° Süd in 11° O-Lg gekreuzt
werden. Die Bark hatte 16 Tage südlich von der letzteren Breite zugebracht
and auf ihrer Fahrt über den Indischen Ocean 90° O-Lg in 9,3 S-Br am
11. April, 60° O-Lg in 23,3° S-Br am 26. April und 30° O-Lg in 32,6° S-Br
am 11. Mai; ferner 10° S-Br in 88,8° O-Lg am 13, April, 20° S-Br in 71,2°
O-Lg am 21. April und 30° S-Br in 37,5° O-Lg am 6. Mai berührt.
Aus dem im Atlantischen Ocean in der Nähe von 30° S-Br herrschenden
SE-Winde ging unweit 26° S-Br in 5° O-Lg der Passat hervor. Derselbe trat
nördlich von der letzteren Breite anfänglich recht kräftig auf, nicht weit von
22,5° S-Br in 0,4° O-Lg entfernt, sank er jedoch zum ganz leisen Zuge herab,
und während der nächsten drei, nördlich. von jenem Punkte verbrachten Tage,
oeobachtete „Alice Rickmers“ nur Stille oder leichte Mallung. Der leichte
Zug lief schliefslich westlich und dann, indem er auffrischte, in rascher Weise
durch Süd nach SE zurück. Nachdem der Passat in dieser Weise wieder durch-
gekommen war, herrschte er ungestört, und von ihm geführt gelangte die Bark am
10, Juni in 22,5° W-Lg zum Aequator. Man hatte die Strecke zwischen 30°
S-Br und diesem Punkte iu 19 Tagen zurückgelegt und auf derselben 20° S-Br
in 1,0° W-Lg am 30. Mai und 10° S-Br in 12,1° W-Lg am 5. Juni geschnitten.