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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

“ 
Der auf der nördlichen Halbkugel flauer gewordene Passat lief hoch südlich 
and drehte, entsprechend der wachsenden Entfernung des Schiffes vom Aequator 
durch Süd nach SW. Mit dem aus letzterer Richtung eine Zeitlang recht 
frisch wehenden Winde erreichte man am 23. Juli in 25° W-Lg den Parallel 
von 10° Nord. Nördlich von 11° N-Br fand man ganz leichten südlichen Zug, 
und nachdem in 13,9° N-Br und 25,6° W-Lg für kurze Zeit Windstille geherrscht 
hatte, wurde der NE-Passat erreicht. Mit diesem, zwischen 15° und 26° N-Br 
recht kräftig auftretenden Winde konnte wieder ein rascherer Fortgang erzielt 
werden; man schnitt 20° N-Br in 33° W-Lg am 29. Juli und 30° N-Br in 40,6° 
W-Lg am 3. August. Ganz leichten östlichen Wind, der schliesslich in Wind- 
stille endete, traf man zwischen 28° und 33° N-Br. Bald erhob sich jedoch 
ein frischer Westwind, mit welchem „La Rochelle“ am 10. August in 35,5° 
W-Lg 40° N-Br kreuzte und am 16. August den Hafen von Queenstown erreichte. 
Die Reisedauer betrug 87 Tage. „La Rochelle“ hatte während dieser Zeit 
13 700 Sm mit mittlerer Geschwindigkeit von 6,6 Kn zurückgelegt. Das rasche 
Schiff war während seiner Erdumsegelung nur 190 Tage in See gewesen. 
20. Reise des holländischen Schiffes „Samarang‘“, Kapt. A. Lehmann. 
Am 19. Juli 1878 überschritt das von Cardiff nach Java bestimmte hollän- 
dische Vollschiff „Samarang“ den Parallel von 50° Nord, Bei leichten, vor- 
herrschend jedoch aus günstiger Richtung wehenden Winden, denselben, wie sie 
auch von der zwei Tage später als „Samarang“ vom Kanale nach Süden 
segelnden Bark „Aeolus“ angetroffen wurden, steuerte man von jener Breite aus 
südwärts. „Samarang“ kreuzte 40° N-Br in 13,2° W-Lg am 24, Juli und 30° 
N-Br in 20,6° W-Lg am 29, Juli. Zwischen 30° und 24° N-Br wurde das Schiff 
Jurch nördlichen Zug längere Zeit zurückgehalten, und auch der, in ungefähr 
24,5° N-Br und 23° W-Lg angetroffene Passat erwies sich durchgehends nur 
als sehr flau. „Samarang“, welches Schiff im Gegensatze zum Mitsegler „Aeolus“ 
die West von den Kap Verde-Inseln nach Süden führende Route verfolgte, 
äberschritt 20° N-Br in 25° W-Lg am 6. August und 10° N-Br in 25° W-Lg 
am 13. August. „Aeolus“, anscheinend auf der östlichen Route frischere Briese 
findend, aber bei leichten Winden auch wohl der schnellere Segler, stand in 
20° N-Br gleichzeitig mit „Samarang“, erreichte 10° N-Br aber schon einen 
Tag eher. . 
In etwa 12,5° N-Br und 26,2° W-Lg endete für das letztere Schiff der 
Passat. In 11,8° N-Br fand man leichten, anfänglich aus raumer, südlich von 
6,5° N-Br aber aus sehr schraler Richtung wehenden Westmonsun, mit welchem 
als östlichster Punkt 14° W-Lg in 2,7° N-Br angelaufen wurde. Nachdem hier 
am 21. August gewendet worden war, konnte man zwei Tage später in 17,7° 
W-Lg den Aequator überschreiten. „Aeolus“ hatte die Linie in 20,8° W-Lg 
am 20. August erreicht. 
Im Südatlantischen Ocean gelangte „Samarang“ nach 10° S-Br in 24,8° 
W-Lg am 28, August, nach 20° S-Br in 30,0° W-Lg am 2. September und nach 
30° S-Br in 22,9° W-Lg am 7. September. Der eigentliche Passat, welcher 
nur in mässiger Stärke aufgetreten war, endete in 22,5° S-Br und 29,8° W-Lg. 
Der südlich von dieser Breite angetroffene frische Nordwind drehte später durch 
Nord nach West. Beständig aus der letzteren Richtung wehte der Wind jedoch 
arst, nachdem 34,5° S-Br in 12° W-Lg erreicht worden war. 
Am 17. September, 25 Tage nach dem Ueberschreiten der Linie, ging 
„Samarang“ in 38,4° S-Br über den ersten Meridian. 
An den ersten beiden in östlicher Länge zugebrachten Tagen, wehte ein 
heftig aus NW stürmender Wind, Dann folgte eine längere Zeit, während der 
nur sehr ungünstige Verhältnisse angetroffen wurden. Die Stärke der Winde 
war gering und sehr häufig auch deren Richtung ungünstig. Am 29. und 
30. September, in 43,5° S-Br und 33° O-Lg, machte „Samarang“ aber einen 
sehr schweren Sturm durch, der dem Schiffe übel mitspielte. Derselbe begann 
aus NE, bei rasch fallendem Barometer, später schoss der Wind dann nach 
West aus. Das tief beladene Schiff nahm viele Scen über und verlor durch 
dieselben leider auch einen Mann der Besatzung. Der geringste, an diesen beiden 
Tagen beobachtete Luftdruck war 735,7 nm. Am 5., 6. und 7. Oktober hatte 
„Samarang“ wieder sehr schwere SW-Stürme auszuhalten, die das Schiff nörd-
	        
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