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Nehmen wir. zweitens an, dafs das Centrum mit mälsiger
Geschwindigkeit, etwa 10 Sm die Stunde, während der Datier: vom
5 Stunden von €‘ nach c“ vorrückt, S seine anfängliche Position:
beibehält, so befindot sich: S nach 5 Stunden 65 Sm weit von €“,
hat weniger starken Sturm :und beobachet jetzt statt Süd- etwa
SW-Wind. ;
Legt aber drittens das Centrum denselben Weg von c‘ bis
cc‘, 50 Sm, statt in fünf, in nur einer Stunde zurück, so: ist der
Wind bei S mit seiner angenommenen Geschwindigkeit von 50 Sm
die Stunde nur im Stande, mit dem Centrum gleichen Schritt zu “OO x
halten, wenn er also; wie vorher bei geringerer Geschwindigkeit, f
jetzt auch bei erhöhter Geschwindigkeit des Centrums dasselbe:
noch einholen soll, mul seine Stärke, anstatt nach dem Passiren des Centrums
abzunehmen, eher noch zunehmen oder sieh wenigstens gleich bleiben. Ferner
bewirkt die schnelle Fortbewegung des Centrums in der Bahn, dafs die vorher
in ziemlich regelmäßigen Spirallinien sich dem Centrum nähernden Lufttheilchen
bei S mehr in gerader Richtung nach dem Centrum c‘“ mit fortgerissen werden,
and der Wind also längere Zeit auch nahezu dieselbe Richtung beibehält, die
in gröfserer Nähe beim Centrum beobachtet wurde. .
Das Log des „Prinz Adalbert“ giebt die höchste Windstärke, 12, für
acht einzelne Beobachtungen am 14, September, von 8 10" a, bis 11% 30min a,
mit nur einer Ausnahme um 10% 30a, wo 15 Minuten lang Stärke 11 notirt
wurde. Die gröfste Windstärke wurde also beobachtet (s. Taf. II, Fig. 4),
nachdem das Centrum passirt war und trotzdem die Entfernung von dem-
selben jede Stunde um 40 Sm zunahm. Die Richtung des Windes war Süd von
7 bis 10% a, nur von 8: bis 8% 10m» wehte es von SzW, um 10% 30min, ging er
nach SzW, um 10 45% a. nach SWzS, wo er sich den ganzen Tag über hielt.
Nahezu 31/2 Stunden nach dem Passiren des Centrums blieb der Wind also
immerfort auf Süd, und während zwischen 7 und 8" a. der Richtungswinkel
9 Strich betrug, nahm derselbe bis zu 14 Strich um 10® zu. Ä
Diese Beobachtungen entsprechen also in Bezug auf Richtung und Stärke
des Windes genau den Abweichungen, die man bei grofser Geschwindigkeit des
Centrums erwarten muß. Es sprechen aber auch noch andere Gründe dafür,
dals nicht nur bei sehr großen, sondern auch bei geringeren Geschwindigkeiten
des Centrums das Fortschreiten desselben die Beobachtungen merklich beeinflufst,
Da aber bei geringen Geschwindigkeiten eine einzelne Beobachtung nicht zum
Ziele führen würde, sind wir für diesen Fall gezwungen, das Mittel aus einer
grofsen Menge von Beobachtungen zu nehmen, und uns mit Uebergehung der
nur schwer absolut genau zu bestimmenden Windstärke auf die Windrichtungen
resp. Richtungswinkel zu beschränken. Tabelle A liefert die Resultate von
ca 300 einzelnen Beobachtungen während des grofsen Teifuns vom September 1878,
Da die Bahn ungefähr nach Norden ging, sollten die Winde hinter dem Centrum,
d. h. die S- bis WSW-Winde, gröfsere Richtungswinkel aufweisen, als irgend
welche andere Winde. Ein Blick auf die Tabelle zeigt nun, dafs diesen Winden
durchweg ein gröfserer Richtungswinkel zukommt, als den anderen, und dafs
die positive Differenz für die SW-Winde 1 bis 4 Strich beträgt. Daraus folgt
also auch ganz unzweifelhaft, dafs das Fortschreiten des Centrums, selbst bei
mäfsiger Geschwindigkeit, einen Einflufs auf die Windrichtung resp. den
Richtungswinkel ausübt, .
Ueber die Zunahme der Windstärke nach dem Passiren des Centrums
findet sich eine Notiz in der „Zeitschrift dor Oesterreichischen Gesellschaft für
Meteorologie“, 1878, Seite 9, Zeile 3 von oben: Es heißt dort (Klima von
Japan. Von Dr. A, Wojeikoff): „Aus einer gefälligen Mittheilung des Herrn
„Loyssner weils ich, dafs in Nügata, welches nördlich von der Sturmbahn lag,*)
„der heftigste Wind nach dem Passiren des Centrums kam, bei Drehung des
„Windes von NE über N nach NW — das Japanische Meer liegt in NW von
„Niügata. Bbenso soll es überhaupt bei Teifunen dort sein.“
) Es ist hier die Rede von dem Teifan am 17. September 1876.
£. K.