accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

19 
vier Tage später, als die erwähnten Schiffe „Josefa“. und „Canopus“, von 
denen das erste 22, das zweite ebenfalls 19 "Tage Reise hatte. 
In südlicher Breite fand „Melusine“ bis nach 4,5° S-Br hin ziemlich 
frischen WSW-Wind; in 5° S-Br erreichte man aber ein ‚Gebiet der Wind- 
stillen und Mallung, welches zu durchkreuzen lange Zeit erforderte, Eine volle 
Woche war erforderlich, um von 5° nach 6° S-Br zu kommen; dann fand man 
etwas günstigeren südöstlichen Zug, der aber auch noch wiederholt von Stillen 
unterbrochen wurde. Krst als am 4. Juni „Melusine“ in 9,3° S-Br und 
92,5° O-Lg, fast in Sicht der Mitsegler „Josefa“ und „Canopus“ stand, traf 
man dort den frischen SE-Passat. Auf südwestlichem Kurse wurde im Indischen 
Oceane 20° S-Br in 60,5° O-Lg am 15. Juni, 30° S-Br in 33,5 O-Lg am 
26. Juni und der Meridian von 60° Ost in 20,5° S-Br am 16. Juni erreicht. Der 
Passat herrschte Trisch und beständig, bis nach 18° S-Br in 68° O-Lg hin. 
Hier wurde eine Passatstörung beobachtet, auf welche bis nach 22° S-Br in 
57° O-Lg wieder frischer Ostwind folgte. Auch jenseits dieser Grenze des 
regelmässigen Passats behielt der Wind noch längere Zeit vorherrschend öst- 
liche Richtung. Anhaltend westliche Winde traf man erst westlich von 33° O-Lg. 
Am 1, und 2. Juli stürmte es in 35° S-Br und 27° W-Lg sehr heftig aus 
Westen. Bei kräftigem SE-Winde passirte „Melusine“ die Länge der Kapstadt. 
Am 11. Juli, 15 Tage später, als man denselben Parallel im Indischen Oceane 
erreicht hatte, gelangte die Bark in 8,7° O-Lg wieder nördlich von 30° S-Br. 
Aus kräftigem SW- Winde entwickelte sich .in etwa 21,5° S-Br und 
0,2° W-Lg, ohne dabei stattfindende Unterbrechung durch Mallung oder Wind- 
stille, der SE-Passat. Ziemlich kräftig und beständig wehend, führte der 
letztere Wind „Melusine“ nach 20° S-Br in 2,1° W-Lg am 18. Juli, nach 10° 
S-Br’ in 13° W-Lg am 23. Juli und zum Aequator in 22,5° W-Lg am 
28. Juli. Es war also die Strecke von 30° S-Br her in 17 Tagen zurück- 
gelegt worden. 
Statt wie gewöhnlich gleich nördlich der Linie nach Süd zu drehen, 
bohielt der Passat weit nach Norden hin eine östliche Richtung bei. Erst in 
8° N-Br und 26,8° W-Lg wurde die Windrichtung recht Süd, und zwischen 
8,5° bis 12° N-Br wehte frischer Westmonsun. Am 4. August, an - welchem 
Tage Mallung und Stille herrschte, wechselte „Melusine“ Signale mit der 
deutschen Bark „var den Bergh“, welche gleichzeitig mit „Melusine“, aber in 
29° W-Lg die Linie geschnitten hatte. Während des übrigen Theiles der 
Reise fand „Melusine“ dieselben Verhältnisse, wie sie schon im Bericht der 
Reise des „van den Bergh“ mitgetheilt sind. „Melusine“ schnitt 20° N-Br in 
33° W-Lg am 9. August, 30° N-Br in 38,2° W-Lg am 14. August und 
40° N-Br in 32,5° W-Lg am 20. August. Am 28. August, gleichzeitig mit 
„van den Bergh“ segelte „Melusine“ in den Kanal ein. Die Reisedauer war 
118 Tage, 
16. Reise der Hamburger Brigg „Gottlieb“, Kapt. 6. Dunckler. 
Bei kräftigem Ostwinde segelte die nach Lagos bestimmte Brigg „Gott- 
lieb“ am 22. März 1879 aus dem Kanal. Der bis nach etwa 46° N-Br in 
12° W-Lg anhaltende günstige Wind drehte in der Nähe dieses Punktes zuerst 
nach Nord, später nach NW und stürmte dann am 26. März in 44° N-Br und 
12° W-Lg aus der letzteren Richtung heftig. Westliche Winde herrschten 
später für längere Zeit ungestört; sie erstreckten sich bis 30° N-Br hin, und 
schliesslich ging aus ihnen wieder, ohne dass dabei dem Schiffe eine Verzöge- 
rung in seiner Fahrt erwuchs, in 28,5° N-Br uud 22,5° W-Lg der Passat her- 
vor. „Gottlieb“ hatte 40° N-Br in 14,2° W-Lg am 28, März und 30° N-Br in 
20,85° W-Lg am 4. April überschritten. Von krälftigem Passate begünstigt, liess 
Kapt, Dunckler einen Kurs steuern, welcher ihn westlich der Kap Verde- 
Gruppe nach Süden führte, ein Verfahren, welches besonders zu dieser Jahres- 
zeit nicht gerathen erscheint. „Gottlieb“ schnitt 20° N-Br in 26° W-Lg am 
8. April und 10° N-Br in 23,2° W-Lg am 12. April. Von 8,5° N-Br in 
21,3° W-Lg an herrschte nur noch ganz leichter östlicher Wind, und in 
5° N-Br und 17,5° W-Lg betrat die Brigg das Gebiet des Stillengürtels. Hier 
traf man vorherrschend leisen Zug aus südlicher Richtung; wirkliche Wind- 
stillen waren nicht gerade häufig. In 3,5° N-Br und 10,5° W-Lg wurde die 
Ann. 0. Hydr., 1880. Heft I (Jannarl.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.