546
A AERO nr 2 NE
8, M. S. „Bismarck“, Kapt. z. See Deinhard, in den Bereich der linken Seite
eines von Norden nach Süden fortschreitenden Wirbelsturmes, Dem von dem
Kommandanten des Schiffes eingesendeten Journalauszuge der (am 10. Februar
von 3!" a.:m bis 10* p. m. halbstündlich . angestellten) Beobachtungen von
Wind und Luftdruck entnehmen wir-nachstehende Angaben.
Die Positionen des. Schiffes. waren Mittags am 9. Februar 24° 0,9‘ S-Br
und 169° 10,2‘ O-Lg, am 10. Februar 24° 25’ S-Br und 166° 33‘ O-Lg. Die
Richtung und Stärke..des Windes sowie der Luftdruck, gemessen an einem
Aneroid- und. einem Quecksilber-Barometer (aber ohne Angaben, ob reducirt
oder nicht) während dieses Wirbelsturmes sind nach den Aufzeichnungen des
„Bismarck“ folgende: EUm .
a en : 1880 Februar 10...
Mittn. 4a, m. 6ba.m 8ha.m 10h a.m. Mitt, 20 p.m. 3hp.m. 41 p.m, 5Rp.m0. 6hp.m. 6l/abp.m, (hp.m. eh m.
Windrichtung ENE SEzE KE‘ ENE ENE NEzE NEzE NEzE NzE NzE NE NE NE
Windstärke 9 9 10. 11 11 10 9 9 5 8 10 11 11 11 10
Aneroid 55,0 46,0 37,0 36,0 35,0 . 34,0 32,4 30,0 265 285 29,5 34,0 35,0 36,0 38,C
Iuecks, Barom, 516 48,55 460 431 40,0 35,0 33,7 325 310 298 30,2 832,4 32,7 34,2 40.
In
“x
Da
„nn
A400
Um 725" p. m. erreichte der Sturm seine größte Stärke 02) wobei die
St. B.-Grofsmarsbrafs brach und das Grofsmarssegel zerrils. m 10 p. m.
brachen mehrere Böen mit Stärke 12 ein; bis 4” p. w. am 11, Februar wehten
koch viele Böen. ;
Das Schiff „Tongatabu“, welches am 10, Februar Mittags sich in 28° 30°
S.Br und 165° 23’ O-Lg befand, machte denselben Sturm mit denselben Phasen
einen Tag später als „Bismarck“ durch, ebenso das Schiff „Jessie Ketty“, dessen
Position am 10. Februar Mittags 28° 54‘ S-Br und 169° 53‘ O-Lg war. Die An-
gaben beider Schiffo sind aber zu lückenhaft, um die Bahn dieses Wirbelsturmes
mit Sicherheit bestimmen zu können. Zeitungsnachrichten zufolge hatten auf
der Insel Erromango (in ca 19° S-Br und 169° O-Lg) am 6. Februar 1880
abenfalls hefüge Orkane geoweht. .
Literarisches,
i. A. Brousing: Steuermannskunst. 4. Aufl, 392 S. 1877.
2. A. Breusing: Nautische Hülfstafeln, 4. Aufl. 312 8. 1877.
3. A. Breusing, A. Bermpohl, Th. Niebour, H. Romberg: Fraglehre für
Seefahrtschulen. 3. Aufl. 330 S. 1880.
Sämmtlich im Verlag von M. Heinsius in Bremen.
Die vorliegenden nautischen Werke fanden schon in ihren früheren Auf-
lagen vielfache Anerkennung und weite Verbreitung. Die nicht nur in see-
männischen, sondern auch in wissenschaftlichen Kreisen wohlbekannten Namen
der Herren Verfasser leisten auch vollkommene Bürgschaft für den inneren
Werth dieser zunächst für den Gebrauch an Schiffahrts-Schulen bestimmten
Bücher. Der rührige Verleger derselben, M. Heinsius in Bremen, hat
keine Mühe und Kosten gescheut, sie in trefflicher Ausstattung aufs Neue heraus-
zugeben. Diese Publikationen verdienen nicht nur in den Lehranstalten der
deutschen Handelsmarine, sondern auch bei allen Denen, welche sich ihrem
Berufe nach mit praktischer und theoretischer Nautik beschäftigen, Beachtung
and Verbreitung,
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn.
Königliche Hofbuchhandlung.
Kochstrafse 69/70.