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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Ankerplatz dem von Valparaiso bei weitem vorzuziehen. Die Nordwinde traten 
zu Coquwimbo mit Windstärke 5 auf, während zu gleicher Zeit in Valparaiso Sturm 
und hoher Seegang herrschte. Frischer Proviant, Gemüse ete. ist reichlich 
vorhanden und billig. Das Wasser, welches durch eine Wasserleitung von den 
nahen Cordilleren nach Coquimbo geführt wird, ist von sehr guter Beschaffen- 
heit, jedenfalls das beste an der ganzen Küste, nur ist es zum Kochen etwas 
zu hart; es wurde in Prähmen zu 2 Dollars 75 Cents per chilenische Tonne 
(ca 740 Liter) an Bord geliefert. Coquimbo ist ein bedeutender Exportplatz für 
die grofsen Kupferschmelzereien von Guyasan, welche 90procentige Kupfer- 
barren fabriziren, sowie 99—99,5prozentiges Kupfer im Werthe von 7—8 Mill. 
Dollars pro Jahr. 
7. Ansegelung von Apia.!) Nach einem Berichte desselben Komman- 
danten ist Apia von weitem kenntlich an dem mit Bäumen bestandenen west- 
lichen Bergrücken, welcher aus der Bergkette bis dicht an die See herantritt 
und auf seiner nördlichsten Spitze eine weit erkennbare, 394m hohen kleine 
Lichtung trägt. Wenn man auf ca 12 Sm nahe gekommen ist, sieht man die 
rothen Dächer des katholischen Missionsgebäudes unten an diesem Berge liegen. 
Von Osten kommend, kann man in einer Entfernung von einer halben Seemeile 
an dem Riff entlang laufen; von Westen kommend, bleibt man 2 Sm von der 
deutlich erkennbaren Brandung entfernt, bis man die katholische Mission unten 
am Berge sieht. Die Einsegelung in den Hafen wird alsdann gut durch folgende 
Peilung markirt: „Der graue Kirchthurm der am Wasser liegenden massiven 
katholischen Kirche in Linie mit dem rothen Dache des Missionsgebäudes am 
Berge.“ Diese Linie darf nach Osten hin nicht eher überschritten werden, als 
bis man ganz innerhalb des Riffes angelangt ist. Ein zuverlässiger Lotse, wel- 
cher nahe vor dem Hafeneingang an Bord kommt, leistet bei der nothwendigen 
Vertäuung des Schiffes gute Dienste. 
8. Teifun im Ost-Chinesischen Meer am 6. Juni 1880. Auf der 
Reise von Tschifu nach Nagasakı gelangte S. M. Kbt. „ Wolf“ in die Nähe eines in 
dieser Jahreszeit seltenen Teifuns. Dem Berichte des Kommandanten des 
Kanonenbootes, Korv.-Kapt. Becks, über diesen Teifun entnehmen wir nach- 
stehende Angaben. 
Am Morgen des 6. Juni begann das Barometer Anfangs langsam, von 
Sb a.m. an jedoch schnell zu fallen. Der Wind war in der Nacht und auch 
schon am vorhergehenden Tage (5. Juni) mw SE, Stärke 2—3, gewesen, begann 
um 3* a. m. aufzufrischen und drehte sich von 8* a. m. von ESE durch E bis NE, 
welche Richtung er um 12* Mittags, als das Schiff sich in 32° 31‘ N-Br und 
127° 40‘ O-Lg befand, bei einer Stärke 8 erreicht hatte. Mit Tagesanbruch traten 
die Anzeichen eines Sturmes deutlicher hervor; der Himmel hatte sich sehr stark 
bezogen, und es begann in ununterbrochenen anhaltenden Strömen bis 3 p.m. sehr 
stark zu regnen. Nachdem der Regen aufgehört hatte, klarte der Himmel auf; rings 
um den ganzen Horizont lag eine dunkelgraue Wolkenschicht. Das Barometer 
erreichte seinen niedrigsten Stand, 749,3mm (auf 0° red.), um 4* p. m. und stieg 
von da an, zuerst schnell, dann langsam bis Mitternacht auf 754,3mm, Mit 
dem Steigen des Barometers nahm der Wind an Stärke ab, blieb aber in seiner 
rotirenden Bewegung, ging Abends und in der Nacht durch mw N bis NW und 
WNW und starb am 7. Juni Vormittags ganz fort. Nach diesen Angaben hat 
der Teifun sich wahrscheinlich von E durch N nach NW fortbewegt. 
Dieser Teifun ist auch u. A. in Kobe wahrgenommen worden. In den 
uns regelmäfsig zugehenden täglichen Wetterberichten von Kobe heißt es: 
„Juni 6 Mittag: Himmel bedeckt, Wind östlich, Barometer stetig fallend; 4* p. m. 
leichter Regen, Wind zunehmend; 7" p. m. Regen wird heftiger; Mitternacht 
schwere östliche Böen mit Regen. Juni 7, 2" a. m., Wind dreht nach Süden mit 
heftigem Regen; 3* a, m. Wind westlich, weht in starken Stöfsen; 6* a. m. 
Barometer 748,0mm; von dieser Stunde steigt er allmählich, aber andauernd, 
Wind NW mit Stärke 5—7, Die Regenmenge vom 6. zum 7. Juni betrug 42mm.“ 
9. Wirbelsturm im südlichen Stillen Ocean am 10, Februar 1880. 
Auf der Reise von Levuka nach Sidney vom 4. bis 8. Februar d. J. gelangte 
1) Vergl. „Hydr. Mitth.“ 1873, pag. 52; „Ann, d. Hydr. etc.“, 1876, pag. 454; 1878, pag. 283 
und 1879, pag. 11.
	        
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