545
Ankerplatz dem von Valparaiso bei weitem vorzuziehen. Die Nordwinde traten
zu Coquwimbo mit Windstärke 5 auf, während zu gleicher Zeit in Valparaiso Sturm
und hoher Seegang herrschte. Frischer Proviant, Gemüse ete. ist reichlich
vorhanden und billig. Das Wasser, welches durch eine Wasserleitung von den
nahen Cordilleren nach Coquimbo geführt wird, ist von sehr guter Beschaffen-
heit, jedenfalls das beste an der ganzen Küste, nur ist es zum Kochen etwas
zu hart; es wurde in Prähmen zu 2 Dollars 75 Cents per chilenische Tonne
(ca 740 Liter) an Bord geliefert. Coquimbo ist ein bedeutender Exportplatz für
die grofsen Kupferschmelzereien von Guyasan, welche 90procentige Kupfer-
barren fabriziren, sowie 99—99,5prozentiges Kupfer im Werthe von 7—8 Mill.
Dollars pro Jahr.
7. Ansegelung von Apia.!) Nach einem Berichte desselben Komman-
danten ist Apia von weitem kenntlich an dem mit Bäumen bestandenen west-
lichen Bergrücken, welcher aus der Bergkette bis dicht an die See herantritt
und auf seiner nördlichsten Spitze eine weit erkennbare, 394m hohen kleine
Lichtung trägt. Wenn man auf ca 12 Sm nahe gekommen ist, sieht man die
rothen Dächer des katholischen Missionsgebäudes unten an diesem Berge liegen.
Von Osten kommend, kann man in einer Entfernung von einer halben Seemeile
an dem Riff entlang laufen; von Westen kommend, bleibt man 2 Sm von der
deutlich erkennbaren Brandung entfernt, bis man die katholische Mission unten
am Berge sieht. Die Einsegelung in den Hafen wird alsdann gut durch folgende
Peilung markirt: „Der graue Kirchthurm der am Wasser liegenden massiven
katholischen Kirche in Linie mit dem rothen Dache des Missionsgebäudes am
Berge.“ Diese Linie darf nach Osten hin nicht eher überschritten werden, als
bis man ganz innerhalb des Riffes angelangt ist. Ein zuverlässiger Lotse, wel-
cher nahe vor dem Hafeneingang an Bord kommt, leistet bei der nothwendigen
Vertäuung des Schiffes gute Dienste.
8. Teifun im Ost-Chinesischen Meer am 6. Juni 1880. Auf der
Reise von Tschifu nach Nagasakı gelangte S. M. Kbt. „ Wolf“ in die Nähe eines in
dieser Jahreszeit seltenen Teifuns. Dem Berichte des Kommandanten des
Kanonenbootes, Korv.-Kapt. Becks, über diesen Teifun entnehmen wir nach-
stehende Angaben.
Am Morgen des 6. Juni begann das Barometer Anfangs langsam, von
Sb a.m. an jedoch schnell zu fallen. Der Wind war in der Nacht und auch
schon am vorhergehenden Tage (5. Juni) mw SE, Stärke 2—3, gewesen, begann
um 3* a. m. aufzufrischen und drehte sich von 8* a. m. von ESE durch E bis NE,
welche Richtung er um 12* Mittags, als das Schiff sich in 32° 31‘ N-Br und
127° 40‘ O-Lg befand, bei einer Stärke 8 erreicht hatte. Mit Tagesanbruch traten
die Anzeichen eines Sturmes deutlicher hervor; der Himmel hatte sich sehr stark
bezogen, und es begann in ununterbrochenen anhaltenden Strömen bis 3 p.m. sehr
stark zu regnen. Nachdem der Regen aufgehört hatte, klarte der Himmel auf; rings
um den ganzen Horizont lag eine dunkelgraue Wolkenschicht. Das Barometer
erreichte seinen niedrigsten Stand, 749,3mm (auf 0° red.), um 4* p. m. und stieg
von da an, zuerst schnell, dann langsam bis Mitternacht auf 754,3mm, Mit
dem Steigen des Barometers nahm der Wind an Stärke ab, blieb aber in seiner
rotirenden Bewegung, ging Abends und in der Nacht durch mw N bis NW und
WNW und starb am 7. Juni Vormittags ganz fort. Nach diesen Angaben hat
der Teifun sich wahrscheinlich von E durch N nach NW fortbewegt.
Dieser Teifun ist auch u. A. in Kobe wahrgenommen worden. In den
uns regelmäfsig zugehenden täglichen Wetterberichten von Kobe heißt es:
„Juni 6 Mittag: Himmel bedeckt, Wind östlich, Barometer stetig fallend; 4* p. m.
leichter Regen, Wind zunehmend; 7" p. m. Regen wird heftiger; Mitternacht
schwere östliche Böen mit Regen. Juni 7, 2" a. m., Wind dreht nach Süden mit
heftigem Regen; 3* a, m. Wind westlich, weht in starken Stöfsen; 6* a. m.
Barometer 748,0mm; von dieser Stunde steigt er allmählich, aber andauernd,
Wind NW mit Stärke 5—7, Die Regenmenge vom 6. zum 7. Juni betrug 42mm.“
9. Wirbelsturm im südlichen Stillen Ocean am 10, Februar 1880.
Auf der Reise von Levuka nach Sidney vom 4. bis 8. Februar d. J. gelangte
1) Vergl. „Hydr. Mitth.“ 1873, pag. 52; „Ann, d. Hydr. etc.“, 1876, pag. 454; 1878, pag. 283
und 1879, pag. 11.