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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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für die Ansteuerung, von Süden kommend, in gleicher Weise die Insel Condore. 
Am Tage zeichnet sich das Kap St. James am Horizonte ab wie drei neben- 
einander liegende Inseln, die beim Näherkommen jedoch sich als durch niedriges 
Land verbunden zeigen; auf der südlichsten Spitze steht der Leuchtthurm. 
Peilt man die drei Anhöhen in NzW!/AW, so ist die Einfahrt von See her offen. 
Die in den „Sailing Directions“ angegebenen zwei rothen Tonnen an der Ost- 
seite der Einfahrt sind schon seit ca 6 Jahren nicht mehr ausgelegt. Sie kenn- 
zeichneten ursprünglich die Länge und Richtung des unterseeischen Telegraphen; 
häufige Beschädigungen derselben durch die bei Nacht einlaufende Schiffe ver- 
anlafsten ihre Entfernung. An der Westseite ist die NO-Spitze der Bank Cangio 
durch eine weifse spitze Tonne gekennzeichnet, welche nicht in den Karten 
verzeichnet ist; sie liegt SO0z0!20 4,8 Sm von dem weiter stromaufwärts 
liegenden Feuerschiff entfernt. Das letztere führt ein weißes festes Feuer, 
10 Sm sichtbar; das Fahrzeug ist ein altes französisches Kanonenboot, „la 
Couleuvre‘*, mit einem Mast, weiss angestrichen und mit weifsem festem Dach. 
Will man weiter stromaufwärts dampfen, so ist es nur nöthig, stets die Mitte 
des Flufses zu halten, welche reichlich tief ist. Die einzige Schwierigkeiten 
bietende Stelle des Flusses ist eine Korallenbank, zu deren Passage jedoch 
am Ufer Baken aufgestellt sind, welche in den Karten angegeben sind. Die 
Wassertiefe ist bei Niedrigwasser 5m. Der Ankerplatz für Kriegsschiffe ist in der 
Nähe des französischen Wachtschiffes, die einzelnen Plätze sind durch kleine rothe 
spitze Tonnen gekennzeichnet, welche eine dünne Kette führen, an deren unterem 
Ende die schwere Kette, vor welcher das Schiff liegen soll, festgeschäkelt ist. 
Das Festmachen an der Tonne geschieht nach Angabe des französischen Hafen- 
meisters. Da das Drehen im Strom für etwas lange Schiffe schwierig ist, so wird 
dasselbe vom Schiffe mit dem Strome heraufkommend derart ausgeführt, dafs 
der Bug in den weichen Schlammgrund des Ufers fostgelaufen und das Schiff 
alsdann durch den Strom selbst gedreht wird. Kin derartiges Manöver wurde 
auch von $. M. S. „Luise“ ausgeführt. 
Die Stromgeschwindigkeit steigt bis zu 4 Sm die Stunde; bei der Einfahrt 
am Kap St. James setzt die Fluth WNW, die Ebbe ungefähr ESE. 
Lotsen für Saigon sind gewöhnlich am Leuchtthurm zu erhalten; die- 
selben kreuzen jedoch auch zwischen St. James und Kap Ti-wan in kleinen 
Kuttern, die eine blaue Flagge, mit weilsem Viereck darin, führen; die Lotsen- 
gyebühr beträgt 9 Dollars pro Meter des Tiefgangs. Einlaufende Schiffe können 
Telegramme für Saigon am Leuchtthurm durch internationale Signale aufgeben. 
Die Kosten hierfür sind äufserst gering. In Saigon ist ein Observatorium mit 
Zeitball, welcher um 12% mittlere Ortszeit fällt, gleichzeitig fällt ein Schuss vom 
Wachtschiff.“ 
5. a) Ansegelung von Iquique. Nach einem Bericht des Korv.-Kapt, 
Heusner von S. M. S. „Hansa“ sind zur Ansegelung von /quique für ein von 
Norden kommendes Schiff nachstehende Marken vorzüglich geeignet und weithin 
arkennbar, bevor irgend etwas von der Stadt oder den auf der Rhede 
ankernden Schiffen zu sehen ist: 1. die Spur des Geleises der Eisenbahn da, wo 
sie am Bergabhang durch eine Weiche ihre nördliche Richtung in eine süd- 
liche ändert; 2. die südlich der Stadt gelegene Bergformation, bestehend aus 
einem hohen, mit einer scharfen Spitze gekrönten Sandberge und der dahinter 
höher gelegenen Einsenkung des Felsenplateaus; 3. die südlich an dies Plateau 
stofßende höhere Felsenwand, die steil nach der Küste zu abfällt. 
b) Boothafen von Iquique. Einem Berichte des Kapt. z. See Dein- 
hardt, von S. M.S. „Bismarck“, zufolge wird bei Zquique eine Art natürlicher 
Boothafen durch eine von der Ostseite der Insel /quique sich nach NO er- 
streckende Rifflinie und durch eine zweite ebensolche gebildet, welche das 
Südende der Insel mit dem Festlande verbindet, An beiden Rifflinien brandet 
lie See hoch auf; gewöhnlich ist innerhalb der Riffe ruhiges Fahrwasser, doch 
machen einzelne Riffkegel in der Nähe der Anlegebrücke eine vorsichtige Hand- 
habung tiefgehender Boote erforderlich. 
6. Coquimbo,*) der Hafenplatz von La Serena (Chile), ist nach einem 
Bericht des Kommandanten S. M. S. „Bismarck“, Kapt. z. See Deinhard, als 
15 S. „South Pacific Dir.“ (187D, pag. 135.
	        
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