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Beschreibung der Crozet-Inseln. Indischer Ocean,
(„Hydrographie Notice“ No. 19, London, 1880.)
Die nachstehende Beschreibung ist das Ergebnifs eines zum Zwecke der
Aufsuchung von Schiffbrüchigen neuerdings gemachten Besuches der Crozet-
Insein,‘) und den Berichten des Kapt. J. N. East, R. N., und des Navigating-
Lieutenant G, W. Balliston von I. Br. M. S. „Comus“, 1880, entnommen.
Die vorkommenden Peilungen sind mifsweisend; die Mifsweisung beträgt
33° West, 1880.
Hog-I. Am 3. März 1880, um 11* a.m., wurde das Südende dieser
Insel in SzW gesichtet; der übrige Theil der Insel war durch einen dichten
Nebel verdeckt, welcher jedoch bei Annäherung an die Insel verschwand. Der
stets mit Schnee bedeckte Gipfel dieser Insel hat eine Höhe von ca 610m und
besteht aus einer Anzahl kleinerer Spitzen. Die westliche Seite ist steil auf-
steigend, die östliche fällt allmählich nach der See zu ab. &
An der westlichen Seite der Insel ist zu keiner Zeit eine Landung mög-
lich, denn die hobe Dünung verursacht daselbst am Strande Brandung. An der
östlichen Seite kann man dagegen an mehreren Stellen landen, jedoch, da die
Dünung um das Nord- und Südende der Insel herumsetzt, selten ohne Gefahr,
Der beste Landungsplatz befindet sich ca 2'/4 Sm von dem bei der NO-Spitzo
der Insel liegenden grofsen Felsen. Für ein von Norden kommendes Schiff ist
der Ankerplatz leicht aufzufinden, da dieser bei dem ersten Abhang südlich
der Nordspitze der Insel sich befindet. Der Landungsplatz ist in einer kleinen
Bucht an der Südseite des Abhanges und wird durch einige vor der Einfahrt
liegende Felsen geschützt.
I. Br. M. S. „Comus“ ankerte ca !/2 Sm von der Küste und ca a Sm
nördlich dieses Landungsplatzes, auf 22m Wasser und gut haltbarem Grunde.
Dieser Ankerplatz soll gegen alle hier herrschenden Winde geschützt sein; mehrere
oroßfse Walfischfänger haben in den Wintermonaten hier ganz sicher gelegen.
Während der drei Tage, an welchen der „Comus“ daselbst ankerte, war, mit
Ausnahme in der Nacht der Ankunft, eine Landung mit Schwierigkeiten
verknüpft.
Das Mittel aus mehreren guten Beobachtungen ergiebt, dafs Hog-I. 13 Sm
NW von der Position liegt, welche von dem französischen Marine-Lieutenanut
Fournier im Jahre 1838 bestimmt worden ist, Die Lage des Ankerplatzes
des „Comus“ war 46° 6‘ 10“ S-Br und 50° 16‘ 5“ O-Lg.
In der Bucht wurde ein Depot errichtet und Proviant für Schiffbrüchige
daselbst verwahrt. In dieser Bucht befanden sich die Reste einer alten Hütte,
in welcher der am Kap der guten Hoffnung an Bord genommene Lotse Benjamin
Miller vor mehreren Jahren gelebt hatte.?)
Bei und auf Hog-I. halten sich sehr viele See-Elephanten, Seehunde,
Kaninchen, verschiedene Enten, Albatrosse, Pingnine und andere Vögel auf. Das
Fell der See-Elephanten giebt den Schiffbrüchigen ein sehr werthvolles Material
zur Bekleidung, und die Zunge, die Flossen und die Nieren dieser grofsen
Thiere liefern eine gute Nahrung. Frisches Wasser ist im Ueberflufs vorhanden.
Apostles-Is. wird eine Inselgruppe genannt, welche aus zwei kleinen
{1 bis 1'% Sm langen Inseln und mehreren 15 bis 122m hohen Felsen besteht.
In SW derselben befinden sich auch noch einige allein liegende Klippen; zwi-
schen einigen derselben sind tiefe Fahrwasser, welche Walfisch-Schoner benutzt
haben sollen.
Die nordöstliche dieser Inseln ist die gröfsere, sie ist ca 259m hoch, und
ihre NO-Spitze liegt in ca 45° 56‘ S-Br und 50° 21‘ 30“ O-Lg oder ca 14 Sm
NW von der bisher für dieselbe angenommenen Position.
Die SO-Küste ist frei von Untiefen und steil abfallend. Der „Comus“
dampfte in ca 2 Sm Abstand von den Klippen zwei bis drei Mal hin und her und
N Vgl. „Hydr. Mitth. ete,“, 1874, pag. 240; „Ann. d. Hydr. etc.“, 1875, pag. 106; 1880,
pag. 440,
% Hog-I. wird wahrscheinlich nur selten von Schiffen besucht. Es waren keine Anzeichen
vorhanden, dafs irgend Jemand in den letzten 10 Jahren, seitdem der Lotse die Insel verlassen hatte,
dort gewesen war. Während der 20 Jahre, in welchen der Lotse mit dieser Insel in steter Ver-
bindung stand, hat er nur ein Schiff dieselbe passiren gesehen.