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Am’ 20. April wurde in 1° N-Br und 80,5° W-Lg Land erblickt; man
arbeitete in der Nähe desselben südwärts und überschritt am 22. April in 81,5°
W-Lg den Aequator. In etwa 1,2° S-Br und 81,8° W-Lg lief der Wind rw
Süd; damit war der Anfang des Passats erreicht, und ohne ferner noch zu
wenden, segelte man nach SW. Auffallend waren die bis dahin beobachteten
Veränderungen in der Wassertemperatur. Während der ersten Woche der Reise
hielt die letztere sich stets über 28° C., stieg zuweilen sogar auf 29° C. So
lange, wie die Bark in diesem warmen Wasser segelte, setzte die Strömung
stark, häufig über 30 Sm im Etmale, nach ESE. Ehe man den Aequator über-
schritt, sank die Temperatur auf 26,5° C. und in etwa 1,5° S-Br fiel sie plötz-
lich auf 22° C. Denselben niedrigen Betrag beobachtete man erst wieder in
25° S-Br. Zwischen 4° und 12° S-Br schwankte die Temperatur zwischen 25°
and 26°C. Wo das kältere Wasser angetroffen wurde, lief auch kein östlicher
Strom mehr, dort setzte die Strömung, wenn auch nicht in bedeutender Stärke,
nach Norden.
Der Südostpassat wurde vom „Bernhard Carl“ auch diesesmal nur sehr
schwach und unbeständig angetroffen. Die südliche Grenze desselben erreichte
man schon in 19,5° S-Br und 95,8° W-Lg. Es wurde 10° S-Br in 90,4° W-Lg
am 2. Mai, 20° S-Br in 95,9° W-Lg am 12. Mai, 30° S-Br in 95° W-Lg am
17. Mai und 40° S-Br in 91° W-Lg am 24, Mai gekreuzt. Südlich vom Passat-
gebiete fand man fast nur aus günstiger Richtung wehende, mässig starke
Winde, und erst nachdem am 29. Mai 50° S-Br in 87° W-Lg überschritten
worden war, wurden stürmische Westwinde angetroffen. Am 3. Juni, dem 53sten
Tage der Reise, passirte man die Länge des Kap Horn.
Im Südatlantischen Ocean waren südliche und westliche Winde zunächst
die vorherrschenden; zwischen 40° und 30° S-Br wurde frischer, beständiger
NW-Wind angetroffen, und von 26° S-Br in 30,6° W-Lg an begünstigte gleich
sehr kräftig einsetzender SE-Passat die Fahrt. „Bernhard Carl“ kreuzie 50°
S-Br in 49,5° W-Lg am 8. Juni, 40° S-Br in 41° W-Lg am 13. Juni, 30° S-Br
in 33,5° W-Lg am 17. Juni, 20° S-Br in 31,2° W-Lg am 22. Juni und 10° S-Br
in 31° W-Lg am 25. Juni. Die letzteren beiden Parallele wurden bei frischem
Passate überschritten und ebenso auch der Aequator in 31° W-Lg am 29, Juni.
Die Zurücklegung der Strecke vom Kap Horn bis zur Linie hatte 26 Tage
erfordert.
In 4,6° N-Br und 30,8° W-Lg verlor man am 1. Juli den SE-Passat.
Anstatt des erwarteten westlichen Monsuns fand man Mallung, die anfänglich
aus südlicher, nördlich von 8° N-Br aus westlicher und nördlicher Richtung
vorherrschte. In 9,5 N-Br gerieth man in eine, fast zwei Tage hindurch an-
haltende Windstille. Am 8, Juli gelang cs in 10,6° N-Br und 31° W-Lg das
Gebiet des NE-Passats zu erreichen. Mit mässig starkem Winde wurde 20°
N-Br in 37,2° W-Lg am 13. Juli und 30° N-Br in 41,8° W-Lg am 18. Juli
überschritten, In 33,3° N-Br und 42,3° W-Lg hörte der Passat zu wehen auf,
and nachdem dann noch bis 38° N-Br hin leichte östliche Mallung geherrscht
hatte, fand man während des übrigen Theils der Reise erwünschten Westwind.
Man schnitt 40° N-Br in 39° W-Lg am 27. Juli und erreichte am 9. August
die Mündung des Kanals. Die Reisedauer betrug 120 Tage.
18. Reise der Elsflether Schonerbrigg „Felix“, Kapt. E. E. Behrens,
Während einer Reise von Granton nach Nickerie in Guayana, deren An-
fang um die Nordspitze Schottlands führte, stand der „Felix“ am 21. September
1877 in 17° W-Lg auf dem Parallel von 50° N. Von hier bis nach 30° N-Br
begünstigte fast ununterbrochen aus östlicher Richtung wehender Wind die
Fahrt, so dass 40° N-Br in 20,2° W-Lg am 25. September und 30° N-Br
in 23,7° W-Lg am 2. Oktober gekreuzt werden konnte. Südlich von der
letzteren Breite trat für längere Zeit ziemlich frischer Westwind auf, und erst
in 26,5° N-Br und 23,5° W-Lg gelang es, am 7. Oktober das Passatgebiet zu
erreichen. Iu diesem segelte man vor mässig starken Winden westlich;
20° N-Br in 22° W-Lg am 11. Oktober, 15° N-Br in 41° W-Lg am 17. Oktober
und 10° N-Br in 48° W-Lg am 21. Oktober überschreitend. Am 26. Oktober
erblickte man die Küste des Festlandes von Südamerika, und am 27. Oktoher