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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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dem Wege dahin war 50° S-Br in 45° W-Lg am 29. Dezember, 40° S-Br in 
32° W-Lg am 3. Januar 1880, 30° S-Br in 28,8° W-Lg am 10. Januar, 20° S-Br 
in 28,5° W-Lg am 15. Januar und 10° S-Br in 29,1° W-Lg am 20, Januar 
gekreuzt worden. a 
Der SE-Passat erstreckte sich bis nach 1° N-Br in 29,3° W-Lg. Nach- 
dem or hier ein Ende genommen hatte, gerieth „Aequator“ in den Stillengürtel, 
in welchem so anhaltend leiser östlicher Zug und Windstille herrschte, dafs 
nicht weniger als fünf Tage erforderlich waren, um denselben zu überschreiten. 
Auch nachdem unweit 4,4° N.-Br in 30,8° W-Lg der NE-Passat durchgekommen 
war, konnte anfänglich nur cin sehr langsamer Fortgang erzielt werden, und 
erst von 13° ab bis nach 27° N-Br hin war, bei dort wehendem frischerem 
Passat, die Fahrt zufriedenstellender. Iu 28,2° N-Br und 46,8° W-Lg lag die 
polare Passatgrenze, flaue nördliche oder östliche Winde herrschten nördlich 
yon jener noch für lange Zeit nachher vor. Am 27. Februar befand sich 
„Aequator“ ganz nahe bei der Deutschen Bark „Pacific“, und fernerhin setzte 
„Aequator“ dann die Reise unter denselben Verhältnissen fort, wie sie schon 
im Reisebericht der Bark „Pacific“ beschrieben wurden. Am 6. März, als 
„Aequator“ sich in 46,8° N-Br und 23,3° W-Lg befand, wurde mit der Führung 
des meteorologischen Journals eingehalten. Es war vorher nördlich von der 
Linie 10° N-Br in 36° W-Lg am 4. Februar, 20° N-Br in 42,5° W-Lg am 
12. Februar, 30° N-Br in 42,6° W-Lg am 19. Februar und 40° N-Br in 36° W-Lg 
am 2. März geschnitten worden. 
3. Reise der Wismarer Bark „Anna Thormann‘, Kapt. P. A. Vofs. 
Bei stürmischem NE-Winde überschritt am 4. Dezember 1879 die von 
Newport nach Martinique bestimmte Bark „Anna Thormann“ den Parallel von 
50° Nord. Während des ersten im offenen Ocean verbrachten Tages endete 
ler Ostwind; es folgte auf ihn leichter, zwei Tage dauernder, mäfsiger Nord- 
wind und schliefslich unweit 46° N-Br in 11,5° W-Lg südöstlicher Wind, der 
längere Zeit herrschte und an mehreren Tagen stürmisch auftrat. Am 16. und 
17. Dezember, in 32,5° N-Br und 25° W-Lg, wehte dieser Wind bei einem auf 
751,5mm gesunkenen Luftdruck orkanartig. Der Regen fiel zur Zeit in Strömen, 
es blitzte ununterbrochen in allen Richtungen, und auf den Toppen leuchtete 
das St. Elmsfeuer. Das Schiff befand sich hier inmitten einer jener, schon oft 
erwähnten Herbst-Depressionen, und handelte Kapt. Vofs, welcher für eine Zeit 
lang West steuern liefs, hier ganz den Verhältnissen angemessen. Aus den 
Journalen anderer, nicht weit entfernter Schiffe, welche der Seewarte zur Ver- 
fügung stehen, ergiebt sich, dafs am Mittage des 16. Dezember die Hamburger 
Bark „Plejaden“ in 27° N-Br und 33,4° W-Lg Sturm aus Westen in Stärke 10 
bei einem Barometerstaudo von 747,0mm beobachtete, und dafs gleichzeitig bei 
der in 37,8° N-Br und 39,8° W-Lg befindlichen Bremer Bark „Mozart“ NNE- 
Wind, Stärke 4, und Luftdruck gleich 76%,2mm herrschte. „Mozart“ hatte 
damals am vorhergehenden Tage, dem 15. Dezember, schon NNE - Sturm, 
Stärke 10, und einen Luftdruck von 751,9mm erlcbt, während „Plejaden“ das 
schwerste Wetter erst am 17. Dezember in 27,5° N-Br und 33° W-Lg über- 
stand. Der Wind sprang hier, wo der Luftdruck auf 739,5mm gesunken war, 
von SW 10 nach Nord 10 um, und, nachdem der Sturm sich gelegt hatte, mufste 
dieses Schiff längere Zeit gegen stürmische Nordwinde kämpfen. Nachdem bei 
„Anna Thormann“ sich am 17. Dezember ruhigeres Wetter eingestellt hatte, 
wehte noch bis zum 19. Dezember leichter südöstlicher Wind; dann drehte der 
Wind nach Nord und wehte aus dieser und der nordnordwestlichen Richtung 
{ür eine längere Zeit. Man gelangte dabei nach 21,5° N-Br in 30,5° W-Lg 
ohne den Passat, welcher sich, wie es anscheinend nicht selten ist, durch die 
erwähnte Depression für den östlichen Theil des Nordatlantischen Oceans als 
ganz gestört erwies, anzutreffen. Erst in 17,58° N-Br und 32,2° W-Lg, wo die 
Bark für einen Tag in Windstille getrieben hatte, kam endlich der beständige 
Passat durch, der in der Folge aufserordentlich kräftig auftrat und die „Anna 
Thormann“ in kurzer Zeit zum Ziele führte. Am 7. Januar 1880, nach 31tägiger 
Reise von 50° N-Br ab, wurde die Insel Martinique erblickt und noch an dem- 
selben Tage auf dortiger St. Anns-Rhede geankert, Auf der Fahrt dahin war 
40° N-Br in 19,8° W-Lg am 12. Dezember, 30° N-Br in 266° W-Lg am
	        
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