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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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sehr beständig und in mässiger Stärke wehend, eine zufriedenstellende Fahrt 
über den Ocean ermöglichte. Man konnte 30° W-Lg in 21,5° N-Br am 6. April, 
50° W-Lg in 16,8° N-Br am 18. April überschreiten und am 19. April in das 
Caratbische Meer einsegeln, Auch hier herrschte ein stetiger, ziemlich frischer 
Passat; am 25. April befand man sich in Sicht der Südküste Jamaica’s, am 
28. April wurde das Kap Antonio umsegelt. 
Im Golf von Mexico erstreckte sich der Passat bis nach 24,4° N-Br iu 
87,6° W-Lg, aber auch nördlich von diesom Punkte hatte die leichte Briese noch 
vorherrschend östliche Richtung. Damit wurde der letzte Theil der Reise zurück- 
gelegt. Am 4. Mai ankerte das Schiff auf dem Mississippi; die Reisedauer von 
Kanale ab betrug 42 Tage. 
. Am 6. Juni trat „Constantia“ die Retourreise nach Liverpool an. Der 
Anfang derselben verzögerte sich durch die im Golf von Mexico angetroffene, 
lange Zeit anhaltende, östliche Mallung sehr. Erst am 19. Juni konnte der 
Meridian von 80° West überschritten werden. Von hier ab, wo kräftige Strö- 
mung ihren Einfluss geltend machte, verlief die Reise zunächst rascher; am 
21. Juni wurde die Bemini-Enge passirt, am 23. Juni stand das Schiff in 30° N-Br 
uud 79,2° W-Lg. In etwa 33° N-Br nahm der bis dahin flau und unbeständig 
aus Osten weheude Wind eine südlichere Richtung an, drehte bald ganz nach 
Süd. und frischte gleichzeitig auf. Sehr günstige Winde führten dann „Con- 
stantia“ bis-zum 2. Juli nach 60° W-Lg in 39,4° N-Br, bis zum 4. Juli nach 
50° W-Lg in 40,5° N-Br und bis zum 10. Juli nach 30° W-Lg in 46,8° N-Br. 
Südliche und westliche Winde waren die vorherrschenden bis nach 25° West 
hin; östlich von dieser Länge traten leichte nördliche Winde auf, mit denen 
man am 18, Juli die Mündung des St. Georg-Kanals erreichte. Die Reisedauer 
betrug 42 Tage. 
6. Reise der Bremer Bark „Bremen“, Kapt. J. Hellmers. 
Am 9. Mai 1879 verliess die von Bremen nach New- York bestimmte 
Bark „Bremen“ den Kanal. Bei mässigen, jedoch fast nur aus westlicher Rich- 
sung wehenden Winden verfolgte man die direct zum Bestimmungsplatze füh- 
vende Route. Es wurde 30° W-Lg in 48,2° N-Br am 23. Mai und 50° W-Lg 
in 43,5° N-Br am 5. Juni erreicht. Auch während des letzten Theils der Reise 
wurden recht günstige Winde nur selten angetroffen. Man schnitt 60° W-Lg 
in 42,6° N-Br am 12. Juni und erreichte am 21. Juni den Hafen von New- York. 
Die Reisedauer vom Kanale ab betrug 43 Tage. 
Am 1. August wurde die Heimreise nach Bremen angetreten. Vor mässig 
starken, nur aus westlicher Richtung wehenden Winden segelnd, wurde dieselbe 
in solcher Weise vollendet, dass 50° W-Lg in 42,5° N-Br am 11. August und 
30° W-Lg in 46,4° N-Br am 17, August überschritten wurde, Am 25. August, 
dem 24sten Tage der Reise, erblickte man Lizard. 
/. Reise der Bremer Bark „von Berg“, Kapt. W. Schneider. . 
Am 27, Mai 1879, also 18 Tage später als die Bark „Bremen“ verliess 
der ebenfalls nach New- York bestimmte „von Berg“ die Mündung des Kanals. 
Auf dem ersten Theile der Reise, bis zur Neufundland-Bank hin, wurde dieses 
jetztere Schiff zu wiederholten Malen von kräftigen Ostwinden begünstigt, so 
dass 30° W-Lg in 47,5° N-Br am 5. Juni und 50° W-Lg in 43,5° N-Br am 
15. Juni erreicht werden konnte. Die Strecke zwischen Kanal und der letzteren 
Länge war also durch. „von Berg“ in einer 8 Tage kürzeren Zeit, als. durch 
„Bremen“ zurückgelegt worden, Westlich von der Neufundland-Bank hielten 
für „von Berg“ die günstigeren Verhältoisse aber nicht an; hier verlief die 
Reise bedeutend langsamer. Man überschritt 60° W-Lg in 42,5° N-Br am 
22. Juni und erreichte am 7. Juli, nach 41tägiger Reise, gegen 43 Tage der 
Bark „Bremen“, den Hafen von New- York. 
Am 3. August, zwei Tage später als „Bremen“ in See ging, trat auch 
„von Berg“ die Heimreise an. Sie verlief unter den schon erwähnten Verhält- 
nissen in solcher Weise, dass 50° W-Lg in 41° N-Br am 12. August und 30° 
W-Lg in 46,5° N-Br am 19. August gekreuzt wurde, Am 26. August, nach 
23tägiger Reise und einen Tag später als „Bremen“ erreichte „von Berg“ die 
Mündung des Kanals.
	        
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