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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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a A 1 Ueber, den. Hafen. von Padang.: 2540 
Ag 4 Ya 9 nalta® ayı- (Mittheiläng won det. Deutschen Seewarte.) Ce \ 
Ueber diesen Haupthafen an der Westküste von Sumatra giebt Kapitän 
F: Eggers von’ der Stralsünder Batk „Ziugen“, welcher denselben im Juli 1879 
besuchte, jü”seinem meteorologischen Journale einige Mittheilungen, deren Ver- 
öffentlichung für dorthin. bestimmte Kapitäne von Interesse sein wird, 
4Sohiffe; die vom Süden kommend nach Padang bestimmt sind, thun gut, 
die Küste von Sumatra‘ nicht zu” früh; d. h. nicht zu südlich zu machen. Zu 
jeder Jahreszeit wird es am‘ besten sein, den Parallel von 2° Süd in 98° O-Lg 
anzulaufen and danm in’ der genannten Breite dem Seaflower Channel zuzusteuern. 
Wenn dieser passirt-ist,“setze man‘ den Kurs direkt auf Pulo Muskito. 
ut. Wir hatten der Jahreszeit” gemäfs eine guf östliche Route eingeschlagen, 
welche‘ uns- an! 11." Juni in die Nähe der Christmas -Insel führte, Statt des 
erwarteten SE-Windes: fanden ‘wir aber nur Winde aus W und NW, und die 
Folge davon war "ein ‘sehr langer Aufenthalt unter der Küste von Sumatra, 
Erst am 8. Juli erreichten wir die Rhede von Padang.!) 
Die Anweisung zur Einsegelung in Padang, welche in Findlay, „Sailing 
Directory for the Indian Ocean“, 2, Auflage, Seite 1025 und 1026, gegeben ist, 
enthält mehrere Druckfehler und ist auch sonst nicht ganz richtig. Besser 
würde dieselbe folgendermafsen lauten: Von S oder SW sich den Inseln nähernd, 
steuere man Pulo Muskito in Sicht, lasse die Insel östlich liegen und passire 
sie in einem Abstande von 2 bis 8 Sın, je nachdem ob der Wind südlich oder 
westlich ist. 
Pulo Muskito ist sehr niedrig, dicht mit Kokuspalmen von 10—14m 
Höhe bewachsen und hat einen schmalen weifsen Seestrand rund um sich herum. 
Von der SO- und Nordseite dieser Insel erstrecken sich Riffe etwa 5 Kblg 
seewärts. Die Brandung auf denselben ist in der Regel weit hörbar. Auf der 
SW-Seite steht. dicht. anı Strande ein viereckiger, oben stumpfer Thurm von 
3m Höhe. ‘Derselbe hat eine weile Farbe und ist bei klarem Wetter 6 Sm 
weit sichtbar, während die dahinter stehenden Kokusbäume natürlich schon eher 
in Sicht kommen. 
Je nachdem Pulo Muskito in einer geringeren oder weiteren Entfernung 
passirt ist, steuere man N oder NzO am Kompafs direkt auf Pulo Senaro Zu, 
welches 11 Sm von Pulo Muskito entfernt liegt. Die Inseln Marra, Bintango 
und Serondo, welche näher der Küste liegen, behält man an St. B. Die Fahr- 
straflse ist rein von Klippen und Untiefen. Die Klippe Marang-Lavet, welche 
man auf diesem Kurse etwa 5 Sm östlich passirt, ist stets sicht- und hörbar 
und — was ich in keiner Segelanweisung angegeben finde —- durch einen Baum 
und eine Bake gekennzeichnet. Marang-Lavet liegt 9'% Sm NW!YAW rw von 
Pulo Muskito, Pulo Senaro passire man stets in einem östlichen Abstande von 
2 bis höchstens 4 Sm. Sechs Seemeilen westlich von Pulo Senaro liegt ein 
Riff, worauf es nur bei unruhiger See brandet. 
Von Pulo Senaro steuere man NNO per Komp. 6 Sm bis zu der kleinen 
Insel Pisang Besar und ankere dann 1 Kblg SO von der Insel in 4—4' Fad, 
(8—9m) auf der Rhede von Padang. An der Südseite der kleinen Insel Pisang 
Besar steht ein eben solcher weifser stumpfer Thurm, wie auf Pulo Muskito. 
Bei einem NW-Winde ist die Rhede von Padang oder vielmehr Pulo 
Pisang leichter und eben so sicher von W aus auf 1° S-Br anzusegeln. Der 
Kurs von Sce aus ist recht Ost. Man passirt auf diesem Kurse etwa !Y%ı—1 Sm 
S von Pulo Padang und: dann 1 Sm N von der Insel Bindalang, worauf auf 
selbigem Kurse Pulo Pisang sicher anzusteuern ist. Bei einer solchen Annäherung 
liegen die Schiffe auf. der Rhede von Padang verdeckt. Durch die Umsegelung 
der Südspitze der Insel suche man. dann den Ankerplatz zu erreichen. 
I) Es mufs hier bemerkt werden, dafs die Witterung des Jahres 1879 in den ostasiatischen 
Gewässern eine von den gewöhnlichen Verhältnissen abweichende war. Im Süden von Java herrschte 
während der Monate Juni, Juli und August wiederholt und für läugere Zeit statt des SE-Monsuns 
NW-Wind. An der Westküste von Sumatra ist indels das Nichtauftreten des SE-Monsuns auch in 
anderen Jahren wohl eine gewöhnliche Erscheinung. Siehe Taylor, „India Directory“, Part I, 
1874, pag. 623 ff., und diese Annalen, 1879, pag. 186, 426 und 433.
	        
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