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wie „Werra“ ging „Walkyre“ in 25,5°. W-Lg von der nördlichen zur südlichen
Halbkugel über. Die Reise dieses Schiffes von der Nähe der Scilly-Inselgruppe
her hatte nur eine Daner von ;25 Tagen, ‚„ Walkyre“ verdankte‘ die kürzere
Reise allein der nördlich ‚von 30V N-Br ‚angetroffenen ungewöhnlich günstigen
Gelegenheit; .: denn; schon ‚diese ‚Breite ‚wurde. von „Werra“ und „Walkyre“ am
nämlichen Tage überschritten;:« j, Werra“ hatte 40° N-Br.in 14° W-Lg am 2. Mai,
30° N-Br in 199° W-Lg.am. 9; Mai; 20°. N-Br.in 25,3° W-Lg am :13. Mai und
10° N-Br in 26°. W-Lg am 18; Mai:-gekreuzt. 7, :.
Im Südatlantischen Ocean ‚wurde . kräftiger, beständiger. Passat, dessen
polare Grenze unweit 20,5°.5-Br in 31,3° ‚.W-Lg lag, ‚angetroffen... Er endete,
indem der Wind nordöstlich lief, und nachher vollendete letzterer. zweimal eine
Drehung durch alle Kompafsstriche, sich dabei jedesmal nur kurze Zeit in der
westlichen, bedeutend ‚länger aber‘in der östlichen Hälfte des Kompasses haltend.
Destliche Winde waren auf dem. Wege zum ersten Meridian überhaupt in solcher
Weise vorherrschend, dafs hier nur zwei Tage vorkamen, an denen beständiger
Westwind beobachtet wurde. -: Stürme wurden gar nicht angetroffen. Bei frischem
Südwinde schnitt „Werra“ am 20. Juni in 40,3° S-Br den Meridian von Green-
wich. Es waren bis dahin 25 Tage auf südlicher Breite zugebracht und in
dieser Zeit 10° S-Br in 28° W-Lg am 30, Mai, 20° S-Br in 31,2° W-Lg am
2. Juni und 30° S-Br in 24° W-Lg geschnitten worden. „Walkyre“ war am
19. Juni in 39° S-Br über den ersten Meridian gegangen.
Während der ersten drei in östlicher Länge zugebrachten Tage traf „ Werra“
güdliche und östliche Winde an, durch welche das Schiff wieder nordwärts von
37,5 S-Br gedrängt wurde. Am 25, Juni kam jedoch günstiger Wind durch,
und beeilte sich Kapt. Dinkelberg dann wieder südlich von 40° S-Br zu ge-
langen. Der südlichste Punkt, welcher beim Ablaufen der Länge erreicht wurde,
war 46,6° S-Br in 40° O-Lg. Man beobachtete, mit Ausnahme jener schon
erwähnten, fast nur günstige, wenig stürmische Winde. Am2. Juli, an welchem
Tage die Prinz Edwards-Insel erblickt wurde, stürmte es für kurze Zeit heftig
aus NE, bei einem niedrigsten Luftdrucke von 741,0 mm. . Einen zweiten kurzen,
aber sehr heftigen Sturm erlebte man am 7. Juli in 44,7° S-Br und 58° O-Lg.
Dieser begann aus NNW, und nachdem der Luftdruck auf 745 mm gesunken
war, schofs in ihm der Wind nach SW aus, Am 13, Juli erreichte „Werra“ in
43,2° S-Br den Meridian von 80° Ost. Die Strecke zwischen dem ersten Meri-
dian und dieser Länge war in 23 Tagen zurückgelegt worden. „Walkyre“,
welche die Länge in der Nähe von 42° S-Br ablief und dann früher als
„ Werra“ einen nördlicheren Kurs steuerte, erreichte 80° O-Lg in 38,5 S-Br am
14. Juli.
Von 80° O-Lg ab führte kräftiger, beständiger Westwind „Werra“ in
kurzer Zeit nach 36,0° S-Br in 95,8° O-Lg. Unweit dieses Punktes, wo der
süd westliche Wind zum leisen Zuge herabgesunken war, kam nordöstlicher Wind
durch, und auf diesen folgte in der Nähe von 28,5° S-Br in 93° O-Lg der
SE-Passat. Am 30. Juli befand „Werra“ sich in Sicht der Christmas-Insel, die
von dem Mitsegler „Walkyre“ erst am 2. August erblickt, wurde, und am
1. August gelangte „Werra“ in den Gesichtskreis von Java Head, Die Dauer der
Reise, vom Kanale bis zu diesem Pankte, betrug 98 Tage, und auf dem letzten
Theile derselben war 30° S-Br in 93,7° O-Lg am 21. Juli, 20° S-Br in
Ta O-Lg am 27. Juli und 10° S-Br in 105,5° O-Lg am 30. Juli gekreuzt
worden. . .
Ganz ungewöhnliche Schwierigkeiten fand „Werra“ beim Durchsegeln der
Sunda-Strafse. Die Winde wehten dort ununterbrochen aus westlicher und nord-
westlicher Richtung, waren böig und unbeständig, wie von hoher Gegensee und
solch starker, südöstlicher Strömung begleitet, dafs „Werra“ nicht weniger als
12 Tage nöthig hatte, um von Java. Head nach Anjer zu kommen, In der Sunda-
See herrschten leichte, vorherrschend aus südwestlicher Richtung kommende
Winde. Am 16. August wurde der Macclesfield-Kanal und am’ 19. August in
107,2° O-Lg der Aequator passirt. Bei leichtem, nicht sehr beständigem SW-
Monsun, der nur zwischen 9° und 16° N-Br kräftig wehte, wurde darauf die
China-See durchsegelt, Man kreuzte in derselhen 5° N-Br in 107,9° O-Lg am
23. August, 10° N-Br in 110,9° O-Lg am 26. August und 15° N-Br in 113,0°
O-Le am 27. August. Am 31. August ankerte „Werra“ auf der Rhede von