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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Im Südatlantischen Ocean schnitt „Zanzibar“ 10° S-Br in 31,4° W-Lg 
am 14. Januar; 20° S-Br in 29,4° W-Lgy am 18, Januar und 30° S-Br in 
27° W-Lg am 26. Januar. Der regelmässige Passat endete in 24,5° S-Br und 
28,4° W-Lg. Südlich von diesem Punkte blieben für längere Zeit leichte öst- 
liche Winde vorherrschend und selbst der in 35° S-Br einsetzende Westwind 
wurde in der Folge noch wiederholt von Ostwind unterbrochen. Am 8, Februar, 
dem 29, in südlicher Breite verbrachten Tage, überschritt „Zanzibar“ in 
38,6° S-Br den ersten Meridian, ; 
Vor mässig starken, meistens günstigen Winden segelte die Bark darauf 
nach Osten, sich dabei eben nördlich von 40° S-Br haltend. In dieser Breite 
und in 19° O-Lg beobachtete man eine auffallende Temperaturveränderung des 
Meeres. Während man eine Strecke von 35 Sm zurücklegte, stieg die Wasser- 
wärme von 14,1° CC, auf 21,1° C. und bald nachher gar auf 23,1° C. Diese 
hohe Temperatur hielt an auf einer Strecke von 200 Sm, dann nahm sie um 
4 Grad ab. Man beobachtete gleichzeitig starke Stromkabbelungen und Ver- 
setzungen nach östlicher Richtung, Auch weiter nach Osten hin bemerkte man 
noch zu wiederholten Malen grosse Veränderungen in der Wasserwärme. Am 
20. Februar hatte „Zanzibar“ 38,5° S-Br in 42° O-Lg erreicht; von diesem 
Punkte aus schlug Kapt. Sielfeld bei kräftig einsetzendem SE-Winde einen 
entschieden nach Norden gerichteten Kurs ein. Der SE-Wind, bei dem schon 
am 20. Februar das Barometer zu fallen begann, wehte am Morgen des 21sten 
stürmisch und nahm dann im Laufe des Tages derart zu, dass gegen Schluss 
des Etmales fast ein voller Orkan aus Süd wehte. Am 22. Februar, als man 
sich in 36,2° S-Br und 43,5° O-Lgy befand, wüthete der Orkan mit grösster 
Stärke; die Windrichtung veränderte sich dabei allmählich nach Westen und 
der Luftdruck erreichte mit 740,6 mm um 12 Uhr Mittags seinen niedrigsten 
Stand. Als nach dieser Zeit das Barometer zu steigen begann, nahm auch die 
Windstärke ab, und bei Tagesanbruch am 23. Februar wehte nur noch ein 
stürmischer Westwind. Die nicht tief beladene Bark überstand diesen Orkan, 
ohne nennenswerthen Schaden zu erleiden. In 34,5° S-Br und 50° O-Lg fand 
„Zanzibar“ frischen südöstlichen Wind, der ohne fernere Unterbrechung die 
Bark in die eigentliche Passatregion führte. Es wurde 30° S-Br in 53,2° O-Lg 
am 26, Februar und 20° S-Br in 51,5° O-Lg am 3. März bei leichtem, unbe- 
ständigem Ostwinde gekreuzt und am 6. März auf der Rhede von Tamatave 
gyeankert. Die Reisedauer war 89 Tavze. 
22. Reise der eisernen Bremer Bark „Armin“, Kapt. H. Schubert. 
Diese von Cardiff nach Singapore bestimmte Bark überschritt am 20, Sep- 
tember 1877 den Parallel von 50° Nord, gelangte dann bei fast immer günstigem 
Winde nach 40° N-Br in 15,6° W-Lg am 24. September und nach 30° N-Br 
in 18,2° W-Lg am 29. September. Auf leichten westlichen Wind, der von 34° 
bis 31° N-Br geherrscht hatte, folgte in etwa 30,2° N-Br der Passat. Dieser 
führte „Armin“ nach 20° N-Br in 24,8° W-Lg am 6. Oktober und nach 10° N-Br 
in 25° W-Lg am 11. Oktober. Der Passat, welcher durchgehends nur sehr flau 
gewesen war, endete in 9,3° N-Br und nachdem an zwei Tagen Windstille ge- 
herrscht hatte, wurde leichter, aber ziemlich beständiger Westmonsun angetroffen. 
Die Bark erreichte, mit diesem nach SE segelnd, 3,9° N-Br in 20° W-Lg, wo 
am 18, Oktober gewendet wurde. Am 22. Oktober passirte „Armin“ in 24,8° 
W-Lg den Aequator; es waren bis dahin 32 Tage verflossen, seitdem man 
50° N-Br überschritt. 
Im Südatlantischen Ocean wurde 10° S-Br in 28,5° W-Lg am 25. Ok- 
tober, 20° S-Br in 27,8° W-Lg am 31. Oktober und 30° S-Br in 23,2° W-Lg 
am 8. November geschnitten. Wie im Nordatlantischen, so war auch hier im 
Südatlantischen Ocean die geringe Stärke der angetroffenen Winde dem raschen 
Fortgange der Reise wenig förderlich, Die polare Grenze des SE-Passats wurde 
in 19,6° S-Br und 28° W-Lg gefunden. Die gewünschten kräftigen Westwinde 
erhielt „Armin“ erst, nachdem 32° S-Br überschritten worden war und führten 
diese dann die Bark bis zum 17. November in 41,3° S-Br zum Meridian von 
Greenwich. Die Strecke vom Aequator bis zu diesem Punkte war in 26 Tagen 
zurückgelegt worden. 
Ann. d. Hydr., 1880. Heft I (Janvar).
	        
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