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Der Wind, welcher südlich von 22,8° S-Br und 4,5° O-Lg frisch aus
SW geweht hatte, drehte ohne abzuflauen in der Nähe dieses Punktes durch
Qüd nach SE und wurde zum Passat. Vor diesem segelnd, wurde hierauf
20° S-Br in 0,0° Länge am 8. Juni; 10° S-Br in 12,4° W-Lg am 15. Juni und
der Aequator in 22,5° W-Lg am 21. Juni erreicht. Um von 30° S-Br.ab den
letzteren Ort zu erreichen, waren 19 Tage erforderlich gewesen. ; i
Westmonsun traf das Schiff nördlich von der Linie noch nicht an. Süd-
liche Winde reichten bis nach 5,5° N-Br; dort setzte ziemlich frischer östlicher
Wind ein, der Anfang des NE-Passats. Doch gelang es „Hermann“ nicht,
diesen Wind, dessen Gebiet zur Zeit in einer bedeutenden Verschiebung nach
Norden begriffen war, festzuhalten. In etwa 7° N-Br wurde es windstille, und
„Hermann“ musste sich nicht weniger als 12 Tage in Stille und Mallung ab-
mühen, bevor es möglich gemacht werden konnte, in 12,5° N-Br und 27° W-Lg
den Passat von neuem zu erfassen. Im Gebiete desselben herrschte zwischen
20° und 26° N-Br der frischeste Wind und in etwa 30,5° N-Br und 40,6° W-Lg
lag seine polare Grenze. „Hermann“ kreuzte 20° N-Br in 34,4° W-Lg am
12. Juli; 30° N-Br in 40,5° W-Lg am 16. Juli und 40° N-Br in 36° W-Lg am
27. Juli. Zwischen 30° und 40° N-Br war nochmals "ein langer Zeitraum der
Stillen und leichten östlichen Winde durchzumachen; und erst nachdem in
42° N-Br frischerer Westwind aufgefunden worden war, ging der Verlauf des
letzten Theils: der Reise zufriedenstellender vor sich, Am 8. August, dem
133. Tage der Reise, erreichte das Schiff den Kanal.
18. Reise der Bremer Bark „Preciosa“, Kapt. W. Valck.
Am 20. Dezember 1878 passirte die von Antwerpen nach Baltimore
bestimmte Bark „Preciosa“ den Meridian von Lizard. Die Bark vollendete
die Fahrt über den Ocean auf einer im Ganzen nur selten gewählten und unter
gewöhnlichen Umständen auch wenig empfehlenswerthen Route. Anzunehmen
ist, dass auch nur die zur ungelegenen Zeit einsetzenden südwestlichen Winde
es waren, welche Kapitän Valck bewogen, dieselbe einzuschlagen. Die Bark
schnitt nämlich 30° W-Lg in 33,6° N-Br am 12. Januar 1879; 50° W-Lg in
31,5° N-Br am 29. Januar. und 60° W-Lg in 33° N-Br am 8, Februar. Trotz-
dem -die Reise in so niedriger Breite verlief, blieb sie von heftigen Stürmen
nicht verschont. Den schwersten, fast orkanartigen Wind erlebte man am
27. Januar in 34,5° N-Br und 47° W-Lg. Westlich von 60° W-Lg traf
„Preciosa*“ eine verhältnissmässig günstige Gelegenheit und am 15, Februar
wurde nach 57tägiger Reise die Chesapeake-Bai erreicht.
Am 11. März befand sich die nach Rowen bestimmte Bark wieder auf
offenem Meere, Bei meist günstigem Winde . wurde dasselbe in der Weise
gekreuzt, dass man 50° W-Lg in 41,4° N-Br am 19. März und 30° W-Lg in
46,4° N-Br am 24. März überschritt. Am 30. März wurde der Kanal erreicht
nach einer sehr günstigen Reise, deren Dauer nur 19 Tage betrug.
Am. 4. Mai passirte die nochmals nach Baltimore bestimmte Bark den
Meridian von Lizard wieder, Auf der mittleren Route wurde diese Reise bei
ziemlich günstigem Winde zurückgelegt, ohne dass man unter Stürmen zu leiden
hatte. Man schnitt 30° W-Lg in 47,5° N-Br am 12.; 50° W-Lg in 44,3° N-Br
am. 25, Mai und 60° W-Lg in 42,5° N-Br am 29, Mai, Am 8. Juni, ‚nach
35tägiger Reise gelangte man in die Chesapeake-Bai.
Am 9, Juli stand „Preciosa“ auf der Rückreise nach Bremen wieder
beim Kap Henry. Dieses Mal verlief die Fahrt über den Ocean nicht 80
günstig wie im März. Man schnitt 50° W-Lg in 41,1° N-Br am 21. Juli und
30° W-Lg.in 46° N-Br am 29. Juli. Am. 7. August segelte „Preciosa“ in den
Kanal ein nach einer Reise, deren Dauer 29 Tage betrug.
19. Reise des Bremer Vollschiffes „Charlotte“, Kapt. E. Gutsmuths.
Am 4. Mai 1879 verliess die nach New- York bestimmte „Charlotte“ die
Wesermündung. Kapt. Gutsmuths wählte die Nord um Schottland führende
Route; als man aber, nicht weit östlich von Fair Island befindlich, anhaltend
trübes Wetter und stürmische Gegenwinde antraf, wurde noch weiter nördlich
yesteuert und die Shetlands - Inseln umsegelt. Man traf in diesen hohen