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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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dafs das Mittel aus den zweistündigen Ablesungen plus der Angabe des Minimum- 
Thermometers genommen wurde, Die letztere wurde hinzugezogen, um dem 
Sinken der Temperatur während der Nachtstunden Rechnung zu tragen; die 
Angabe des Maximum-Thermometers wurde jedoch nicht benutzt, weil das 
Maximum, wegen der Häufigkeit .der Kontrole, immer nur für eine kurze Zeit 
eingetreten sein wird, in der cine Einwirkung auf.die Chronometer sich kaum 
,emerklich machen konnte. Immerhin wurden, hervörgerufen durch die herr- 
schende Kälte und die besonders im Februar eintretenden starken Ost- und 
Nordwinde, denen das Zimmer ausgesetzt war, nicht unerhebliche Schwankungen 
in der Temperatur. beobachtet. Die Schwankung der Temperatur im Laufe eines 
Tages (Unterschied zwischen Maximum- und Minimum-Thermometer) hielt sich 
in der Regel zwischen 5° und 10° C., stieg aber einige Male bis zu 14°, wo- 
zogen die Mitteltemperaturen . auf einander folgender: Tage. selten mehr als 
1 Grad von einander abwichen.. 
In Tabelle I sind die beobachteten täglichen Gänge, wie sie sich aus 
den fünftägigen Vergleichungen ergaben, angeführt. Die ‚Vergleichung, welche 
wie gesagt, alle 5 Tage ausgeführt wurde, geschah mit der nach Sternzeit 
regulirten Eppuer’schen Uhr durch Beobachtung von Koincidenzen. Der Stand 
derselben wurde durch Vergleichung mit der Normaluhr von Tiede ermittelt. 
Die Chronometervergleichungen wurden stets, der Kontrole halber, doppelt vom 
Vorstand des Observatoriums und von Herrn Dr. Andries ausgeführt. 
Wenn wir die Gänge der einzelnen Chronometer‘ überblicken, so läfst 
sich nicht verkennen, dafs einige derselben erhebliche Sprünge zeigen. Es sind 
dies: Knoblich No. 1822, Tiede No. 331, 206, 207 und -Cox No, 1427, sowie 
das ausrangirte Chronometer Tiede No. 130. HEine andere bedenkliche Eigen- 
schaft zeigte Chronometer No. 1844, nämlich die, dafs. der Minutenzeiger sich 
verschob, so dafs, wenn zu einer bestimmten Zeit Minuten- und Sekundenzeiger 
übereinstimmend waren, nach Verlauf einiger Tage der Minutenzeiger zwischen 
zwei Minutenstrichen stand, wenn der Sekundenzeiger eine volle Minute anzeigte. 
Es scheint sich dies mit der Zeit jedoch verloren zu. haben, denn in späterer 
Zeit hat das Chronometer gut funktionirt. Die Gänge desselben sind abgeleitet 
ohne Rücksicht auf die Minutenzahlen, jedoch dürften die berechneten Koeffcienten 
keine besondere Zuverlässigkeit besitzen, was natürlich ebenfalls für die mit 
Gangsprüngen behafteten Chronometer gilt. 
Zur Ableitung der Ko&fficienten wurden die für dieselbe Temperatur 
geltenden Gänge zusammengefalst. Da diese symmetrisch zu der kältesten 
Temperatur liegen, so gelten die Mittelzahlen für dieselbe Zeit und sind also 
frei von Acceleration. Es wurden dann nach der Methode der kleinsten Quadrate 
die Normalgleichungen für die Bestimmung der drei Koefficienten g,, a und b 
aufgestellt, diese allgemein aufgelöst und nachher die für jedes Chronometer 
geltenden besonderen Zahlen eingesetzt. Die Resultate dieser Rechnung sind 
in Tabelle II enthalten, während Tabelle II die übrig bleibenden Fehler im 
Sinne „Beobachtung— Rechnung“ giebt, Dieselbe Tabelle giebt auch die Summe 
der Fehlerquadrate; es mufs jedoch bemerkt werden, dafs diese Summe nicht 
zur Beurtheilung der Güte der Chronometer gebraucht werden kann, dafs sie 
vielmehr nur ein Mafs für die Genauigkeit giebt, mit welcher die Temperatur- 
kogffieienten ermittelt worden sind. Die Zahlen, deren Anschlufs an die Rech- 
nung durch die übrig bleibenden Fehler dargestellt wird, sind frei von der 
Acceleration und enthalten etwaige Sprünge im Gange nur in abgeschwächtem 
Grade, weil jede derselben das Mittel aus vier Einzelbestimmungen des 
Ganges ist. 
Tabelle III enthält ferner die Gröfsen, welche zur Beurtheilung der Güte 
der Chronometer nach der in Greenwich und bei den Konkurrenz-Prüfungen der 
Seewarte üblichen Methode nothwendig sind. Nach dieser Methode soll, wenn 
A die Differenz der gröfsten und kleinsten zehntägigen Gangsummen überhaupt, 
and B die gröfste Differenz zweier aufeinander folgender zehntägigen Gang- 
zummen ist, die relative Güte des Chronometers ausgedrückt werden durch die 
Zahl A+2B. In der Tabelle IIT sind nur die entsprechenden Differenzen der 
täglichen Gänge eingesetzt, sie enthält daher die Gröfsen '/ı0A und YıoB. 
Ordnet man die Chronometer nach der Größe von A -+2B, so erhält man die 
in der Tabelle IV dargestellte Reihenfolge nebst den Beträgen dieses Ausdrucks. 
Ann. d. Hydr., 1880, Heft IX (September).
	        
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