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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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wurden. Auch sahen wir mehrere helle Stellen im Wasser, die wir nach 
Möglichkeit vermieden, Punta do Mel ist eine steil abfallende röthliche Klippe; 
sie macht sich aufserdem dadurch bemerkbar, dafs an ihrem Fuße eine Reihe 
von Bäumen, anscheinend. Palmen,. steht. . ; 
Der Wasserstand auf der Barre des Flusses ist bei gewöhnlichem Niedrig- 
wasser 9 Palmas (2m, 6 Fufs 8 Zoll engl.), bei gewöhnlichem Hochwasser 
16 Palmas (3,7m, 12‘ engl.); bei Neumond steigt das Wasser bis 20 Palmas 
6m 15‘ engl.) und. bei Vollmond sogar bis 22 Palmas (5m, 16’ 6“ engl.). 
er Lotse rechnet 5 Palmas für das Durchsetzen auf der Barre, weswegen 
„Lili“ mit 15 Palmas Tiefgang erst mit der Springzeit hinüber kommen konnte. 
Es ist Hochwasser bei Neu- und Vollmond um 5% . 
Wir passirten die Barre einkommend am 25. März um 5* p.m. Vor 
derselben liegt eine Boje, auch sind‘ einige Baken ‚zur Bezeichnung des Fahr- 
wassers vorhanden. Der Verlauf des. Fahrwassers ist ein so gewundener, dafs 
eine Beschreibung. ohne die Karte kein Bild davon zu geben im Stande ist. 
Einmal in den Flufs gelangt, findet man einen sehr guten Ankerplatz mit 5,5m 
(3 Fad.) Wassertiefe. 
Der Ort ander Mündung, Barra do Mossoro, auch Area blanca genannt, 
wird von einer einzigen Reihe Häuser am Strande gebildet, mit Palmenhütten 
im Hintergrunde. Bis auf das Zollhaus und eine Kapelle, die im Bau befindlich 
sind, hat Alles nur ein ärmliches Aussehen. Die Stadt Mossoro' selbst liegt 
16 Leguas flufsaufwärts, Der Fluß ist dort so ‚seicht, dafs man gewöhnlich 
nicht einmal mit einem Boote und .bei Hochwasser. bis an. die Stadt gelangen 
kann. Die Ufer sind mit Bäumen und Schlinggewächsen bestanden; hinter den- 
selben befinden sich grofßse Sümpfe, | 
Proviant ist theuer, und viele. Artikel sind gar nicht erhältlich; selbst 
das Trinkwasser mufs, wenn es nicht regnet, meilenweit geholt werden und ist 
für den Ungewöhnten kaum geniefsbar. 
Das Klima fanden. wir ganz gesund, auch sagten mir die Eingeborenen, 
dafs das gefürchtete gelbe Fieber selten vorkäme. Indessen war es innerhalb 
der Barre, und insbesondere in der windstillen Zeit zwischen Land- und See- 
briese, sehr heifs. Das Thermometer stieg alsdann bis 30° und sogar bis 34° C. 
Die Landbriese setzte gewöhnlich bald nach Mitternacht ein, erreichte ihre 
gröfste Stärke um 8*:a.m. und starb nach. 10* a. m. ab. Die Seebriese war 
am stärksten zwischen 8 und 10 p. m. und wehte sehr erfrischend. Während 
unserer Anwesenheit (März und April 1880) hatten wir sehr oft Regen, nachdem 
es vorher in drei Jahren nach Aussage der Einwohner gar nicht geregnet 
hatte. Gewöhnlich kam der Regen in der Nacht mit Gewittern, welche im S 
bis SO aufstiegen, und es folgte auf eine regnerische Nacht in den Morgen- 
stunden meistens ein frischer Landwind aus S bis SW. Bei klaren Nächten 
blieb der Landwind mitunter ganz aus oder war doch nur sehr schwach. Die 
Richtung der Seebriese war ENE bis NNE. 
Am 26. April um 7" a.m. kamen wir mit .dem Landwinde wieder in See. 
Wir folgten beim Aussegeln nicht dem richtigen Fahrwasser, sondern gingen 
mit 2,7m (9 Fufßs) Tiefgang über eine Bank hinweg, auf welcher damals bei 
der Springfluth 3,5m (11 bis 12 Fufs) Wasser stand. Um dem Fahrwasser beim 
Aussegeln folgen zu können, mufs man den Wind schon SW haben oder sich 
von dem Postdampfer schleppen lassen, da man dabei streckenweise SO-Kurs 
halten mufßs. 
Es muß hier noch davor gewarnt werden, in der Nähe der Flufsmündung 
an der Seeküste eine Landung mit dem Boote zu versuchen. Es befindet sich 
freilich auf beiden Seiten ein sandiger Strand, aber auf den meisten Stellen 
liegen demselben Korallenriffe. vor, auf welchen das Boot entzwei gestofsen 
würde. 
Ann. d. Hyär., 1880, Heft YIH (Angust).
	        
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