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gekreuzt worden. Von 30° S-Br im Indischen nach 30° S-Br im Atlantischen
Oeean war „Spica“ in 16 Tagen gelangt.
Im Atlantischen Ocean ging nicht weit von 29° S-Br in 13° O-Lg der
frische, vorher aus SW wehende Wind durch Drehung nach SE in den Passat
über und bei beständigem, nördlich von 26° S-Br jedoch nur leichtem Passat
wurde dann die Strecke bis zur Linie zurückgelegt. Nachdem 20° S-Br in
1,3° O-Lg am 15. Februar und 10° S-Br in 11,7° W-Lg am 22. Februar gekreuzt
worden war, ging „Spica“ am 28, Februar in 20,2° W-Lg zur nördlichen Halb-
kugel über, Die Strecke von 30° S-Br zum Aequator war in 19 Tagen durch-
segelt worden. |
Sehr günstig traf es „Spica“ beim Uebergange vom SE- in den NE-
Passat. Es wurden gar keine Stillen angetroffen, sondern der leichte Wind lief
allmählich, entsprechend der zunehmenden Entfernung von der Linie, östlicher,
und ging fast ohne Abnahme der Stärke in der Nähe von 5,0° N-Br in 23,5°
W-Lg in den NE-Passat über. Durchweg leicht und südlich von 9° N-Br auch
aus sehr schraler Richtung wehend, erstreckte sich derselbe dann bis nach
26° N-Br in 38,2° W-Lg, wo der sehr schwach gewordene Wind südlich lief.
Bei vorherrschend südlichen, aber unerwünscht leichten Winden segelte „Spica“
dann bis nach 40° N-Br; dort traf man zuerst südöstliche, später nordöstliche
Winde an. Kräftiger Westwind, der aber erst in der Nähe von 15° W-Lg ein-
setzte, führte die Bark schliefslich am 19. April zur Mündung des Kanals. Die
Reisedauer dahin von 8,5° S-Br in 103° O-Lg ab war 118 Tage, und war auf
der letzten Strecke 10° N-Br in 30,2° W-Lgy am 10. März, 20° N-Br in 36,2°
W-Lg am 17. März, 30° N-Br in 36,5° W-Lg am 27. März und 40° N-Br in
27,5° W-Lg am 5. April überschritten worden.
Rio Mossoro in Brasilien.
‘Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Ueber den au der Nordküste von Brasilien, in der Provinz Rio Grande
del Norte gelegenen, bisher wenig bekannten Hafenplatz Rıo Mossoro berichtet
Kapt. A. Bette von dem deutschen Schoner „Lili“, welcher denselben im
März und April dieses Jahres besuchte, in seinem meteorologischen Journale,
was folgt:
Am Mittage des 14. März standen wir nach Beobachtung in 4° 52‘ S-Br
und 36° 44‘ W-Lg; auf SWzW-Kurs weitersegelnd, peilten wir um 12* 30" p.m.
Punta do Mel SSW am Kompals in etwa 10m (5 bis 6 Fad.) Wasser und kamen
um 5* p.m. in die Peilung Punta do Mel S0z0'/20 auf etwa 9 Sm Abstand,
wo wir in 11m (6 Fad.) Wasser ankerten, um den Lotsen zu erwarten. Dieser
kam am nächsten Morgen und brachte uns in etwa 2 Sm Abstand von der
Barre zu Anker. Hier mußten wir warten bis zum Eintritt der Springfluth,
Nach unseren Beobachtungen befand sich dieser Ankerplatz in 4° 54‘ S-Br
and 37° 5,5‘ W-Lg; demzufolge wird die in unserer Karte gegebene Position
der Mündung des Rio Mossoro — 4° 56,6‘ S-Br und 37° 8‘ W-Lg — wohl
richtig sein. Von dem Ankerplatze peilten wir das Lotsenhaus, ein weifs
getünchtes Haus mit rothem Ziegeldach, welches sich vor den übrigen Hütten
deutlich hervorhebt, SzO in 2 Sm Abstand, den Hügel Tibao, ein leicht erkenn-
bares Vorgebirge von röthlicher Farbe, N 55° W und den Morro do Anta, ein
pyramidenförmiger, einzeln stehender, sehr weit sichtbarer Berg im Innern des
Landes, von den Eingeborenen Serra do Mossoro genannt, S 63° W.
Ich muß hier noch bemerken, dafs man längs der Küste segelnd und
schon östlich von Punta do Mel sehr ungleiche Tiefen und anscheinend gefähr-
liche Verfärbungen des Wassers findet, So kamen wir z. B. in einem anscheinend
yenügenden Abstande vom Lande von 10m plötzlich auf 6,5m Tiefe und hatten
kaum dem Schiffe einen nördlichen Kurs gegeben, als wieder 11m geworfen