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am 2, November, 47 Tage später als Bangkok verlassen worden war, auf der
Rhede von Anjer geankert.
Noch mühevoller, als die bisherige Reise, erwies sich für „Wega“ der
Weg durch. die Sunda-Strafse. Westliche Winde und Gegenströmung bewirkten,
dafs erst am 18. November das Schiff sich südlich von Java Head befand.
Nachdem dann am folgenden Tage unweit 8,5° S-Br in 104° O-Lg der Passat
durchgekommen war, nahm die Reise endlich einen etwas rascheren Verlauf,
doch hatte sich die Segelfähigkeit des eisernen Schiffes jetzt so weit verringert,
dafs es nur noch mit steifen Winden einigermafsen Fortgang erzielen konnte.
Das Passatgebiet erstreckte sich bis nach ungefähr 24,5° S-Br in 67,5° O-Lg.
Nachdem dieser Punkt überschritten worden war, beobachtete man zunächst an
mehreren Tagen leichte westliche Winde, westlich von 64° O-Lg in 27° S-Br
aber wieder für längere Zeit günstige Ostwinde. Den ersten kräftigen West-
wind erhielt „ Wega“ erst in der Nähe der Länge der Kapstadt und konnte der-
selbe dann auf nördlichem Kurse ausgenutzt werden. Sturm oder auch nur
stürmischen Wind traf man weder bei der Umsegelung des Kaps noch östlich
von demselben an. Die Reise nahm im Indischen Ocean folgenden Verlauf:
10° S-Br wurde in 101° O-Lg am 21. November, 20° S-Br in 80° O-Lg am
30. November und 30° S-Br in 44° O-Lg am 21. Dezember, ferner der Meridian
von 90° Ost in 14,8° S-Br am 25. November, der von 60° Ost in 26,3° S-Br
am 15. Dezember, der von 30° Ost in 34,3° S-Br am 29. Dezember und der
der Kapstadt in 35,3° S-Br am 6. Januar 1880 überschritten. Die Reisedauer
von Bangkok bis zur letzteren Länge betrug 113 Tage. Wie der Kapitän be-
merkt, hatte das Schiff zwei Jahre vorher die ganze Reise von Bassein nach
England in nicht längerer Zeit zurückgelegt.
Bei frischem Südwinde, der noch an demselben Tage zum Passat wurde,
kreuzte „Wega“ am 11. Januar in 11,4° O-Lg den Parallel von 30° Süd. Der
Passat blieb dann frisch bis nach 18° S-Br; nördlich von dieser Breite trat er
schwächer auf, doch wehte er ziemlich beständig. Am 1, Februar ging „ Wega“,
nachdem 20° S-Br in 0,8° W-Lg am 17. Januar und 10° S-Br in 12° W-Lg
am 25. Januar überschritten worden war, in 22,5° W-Lg von südlicher in
nördliche Breite über. Die Strecke von 30° S-Br zur Linie war in 21 Tagen
zurückgelegt worden.
Der Stillengürtel wurde von „Wega“ zwischen 1,2° N-Br in 23,8° W-Lg
und 2,2° N-Br in 24,6° W-Lg angetroffen. Um ihn zu durchsegeln, waren drei
Tage erforderlich. Am 12. Februar befand sich „Wega“ in 12,4° N-Br und
31,8° W-Lg nur 13 Sm südlich und 47 Sm östlich von der hölzernen Bremer
Bark „Joseph Haydn“, welche den Aequator in 25,0° W-Lg am 4. Februar
überschritten hatte. Das eiserne Schiff hielt sich dann gegen den Mitsegler
noch ziemlich gut, es lag mit den vom 19. Februar angetroffenen hoch nörd-
lichen Winden über B. B.-Bug weg, während „Joseph Haydn“ über St. B.-Bug
segelte. Die Folge davon war, dafs „Wega“* 30° N-Br zwei Tage früher,
als „Joseph Haydn“, aber statt in 31,3° W-Lg in 42° W-Lg, also fast 11 Grad
weiter westlich erreichte. Von 38,5° N-Br in 39,5° W-Lg ab segelte „Wega“
längere Zeit bei kräftigen Westwinden, östlich von 15,5° W-Lg wurde aber
wieder leichte südliche und östliche Briese angetroffen. Am 14. März, einen
Tag später, als der „Joseph Haydn“ die Kanalmündung erreichte, ankerte
„Wega“ auf der Rhede von St. Mary, eine der Scilly-Inseln. Die Reisedauer
von Hafen zu Hafen betrug 180 Tage, und um von der Sunda-Strafßfe ab jene
Rhede zu erreichen, ‚waren 117 Tage erforderlich gewesen. Auf dem letzten
Reiseabschnitt war von „Wega“ 10° N-Br in 30,4° W-Lg am 11. Februar,
20° N-Br in 36,8° W-Lg am 15. Februar, 30° N-Br in 42° W-Lg am 24, Februar
und 40° N-Br in 35° W-Lg am 2. März geschnitten worden,
15. Reise der. Hamburger Bark „Amanda & Elisabeth“, Kapt. F. C. J. Föh.
Nach einem ungewöhnlich langen Aufenthalte von 19 Tagen in Nordsee
und Kanal überschritt am 1. September 1879 die von‘ Hamburg nach Ibo in
Ost-Afrika bestimmte Bark „Amanda & Elisabeth“ den Meridian von Lizard.
Auch im Atlantischen Ocean war der Verlauf der Reise anfänglich nur ein
recht‘ langsamer, denn bis nach 40° N-Br hin wehten vorherrschend südwest-
liche Winde: ein rascherer Fortschritt konnte erst bei den südlich von dieser
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