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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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denselben folgte zunächst an 2 Tagen ganz leichter nordöstlicher Wind und 
dann in 8° S-Br und 105,8° O-Lg nordwestliche Mallung, welche, da gleich- 
zeitig der Strom stark nach SE setzte, so ungünstig auf den ferneren Fortgang 
wirkte, dafs erst am 19. August Anjer erreicht werden konnte. Schon 14 Tage 
eher, am 5. August, dem 95. Tage der Reise von 50° N-Br her, war Java 
Head erblickt worden. 30° S-Br hatte die Bark in 99,1° O-Lg am 24. Juli, 
20° S-Br in 105° O-Lg am 29. Juli und 10° S-Br in 105,4° O-Lg am 2. August 
überschritten. 
Die Erfahrungen der „Walkyre“ auf dem letzten Theile ihrer Ausreise 
sind ein neuer Beleg für die schon früher an dieser Stelle berührten abnormen 
Witterungsverhältnisse des Jahres 1879 in den südostasiatischen Gewässern. 
Es wurde nämlich der SE-Monsun in diesem Jahre wiederholt und für lange 
Zeit durch westliche Winde unterbrochen, und da zugleich der Strom eine östliche 
Richtung annahm, so fanden die Schiffe, welche, auf die gewöhnlichen Zustände 
der Jahreszeit rechnend, eine östliche Route nach der Sunda-Strafßse einge- 
schlagen hatten, zwischen der Christmas-Insel und Java Head sehr langen 
Aufenthalt. 
Am 17, November befand sich die von Batavia nach Newyork bestimmte 
Bark wieder am südlichen Ausgange der Sunda-Strafse. Bei leichten ver- 
änderlichen Westwinden wurde von hier aus während der nächsten 2 Tage 
nach Süden gesegelt und dort in 8,5° S-Br und 104,5° O-Lg am 19. November 
der SE-Passat angetroffen, Das Gebiet dieses nur in sehr mäßiger Stärke 
angetroffenen Windes erstreckte sich bis nach 24,6° S-Br in 68° O-Lg. Nach- 
dem er schon vorher ganz schwach geworden war, lief der Wind in der Nähe 
dieses Punktes hoch nördlich und später westlich. Nachdem leichter Wind 
aus letzterer Richtung an 4 Tagen geherrscht hatte, kam unweit 28° S-Br in 
52° O-Lg wieder östlicher Wind durch, welcher ziemlich regelmäfsig wehte und 
geringe Unterbrechungen abgerechnet, das Schiff bis nach 28° O-Lg hin be- 
zleitete. Die Umsegelung des Kaps der guten Hoffnung erfolgte bei West- 
winden, die indessen, weil sie in ihrer Richtung veränderlich und nicht stürmisch 
waren, einen ziemlich raschen Fortgang nach Westen hin ermöglichten. Der 
Verlauf der Reise von der Sunda-Strafse ab war folgender: 10° S-Br wurde in 
101,7° O-Lg am 21. November, 20° S-Br in 82° O-Lg am 29. November und 
30° S-Br in 44° O-Lg am 20. Dezember; ferner der Meridian von 90° Ost in 
16,7° S-Br am 26. November, der von 60° Ost in 28,4° S-Br am 14. Dezember, 
der von 30° Ost in 33,4° S-Br am 28. Dezember und der der Kapstadt in 
37° S-Br am 4. Januar 1880 überschritten. Am 8. Januar stand „Walkyre“ in 
12,2° O-Lg wieder auf dem Parallel von 30° S-Br; südlich von demselben hatte 
die Bark 19 Tage zugebracht, 
Aus dem in der Nähe von 30° S-Br frisch aus SW wehenden Winde ent- 
wickelte sich, nachdem derselbe vorher flau geworden war, durch Umlaufen 
nach SE der Passat, dessen polare Grenze unweit 28° S-Br in 10° O-Lg zu 
liegen schien. Auf der zwischen 26° S-Br in 8° O-Lg und 19° S-Br in 7° W-Lg 
liegenden Strecke wurde frischer Passat, überall sonst eine zwar beständige, 
aber nur leichte Briese angetroffen. Am 31. Januar passirte „Walkyre“ in 
32° W-Lg den Aequator, nachdem vorher 20° S-Br in 5° W-Lg am 15. Januar 
and 10° S-Br in 21,8° W-Lg am 24. Januar gekreuzt worden war. 
Im Stillengürtel verlor die Bark über eine Woche. Derselbe erstreckte sich 
von 1,5° N-Br in 32,7° W-Lg nach 6,3° N-Br in 36,8° W-Lg, und herrschte in ihm 
aufser Windstille besonders leichter östlicher und nördlicher Zug. Der anfänglich 
nur leicht auftretende NE-Passat frischte in der Nähe von 7° N-Br in 37,5° W-Lg 
zur kräftigen Briese auf und hielt in dieser Weise an, bis 29° N-Br in 67° W-Lg 
erreicht war. Hier lag auch die polare Grenze des Gebiets. Der Wind drehte 
sich zuerst nach SE und bald darauf durch Süd nach West, hielt sich in 
letzterer Richtung aber nicht lange, sondern lief wieder durch Nord nach Ost 
zurück. Nördlich von 34° N-Br waren westliche Winde vorherrschend, doch 
traten sie nicht sehr stürmirch auf, und waren die Verhältnisse ganz bis zum 
Bestimmungshafen hin keine ungünstigen. Nachdem 10° N-Br in 40,5° W-Lg 
am 10. Februar, 20° N-Br in 56,3° W-Lg am 15. Februar und 30° N-Br in 
67,9° W-Lg am 19. Februar überschritten worden war, gelangte „ Walkyre“ am 
29. Februar zur Bai von Newyork, Die Reisedauer von der Sunda-Strafse ab 
betrug 104 Tage.
	        
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