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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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kam überaus kräftiger NE-Passat, dessen Stärke an mauchen Tagen 8 betrug, 
durch, und legto nun die sehr segeltüchtige Bark in 6 Tagen eine Strecke 
von 1456 Sm zurück, Bis nach 23,5° N-Br in 151° O-Lg wurde man von 
frischem Passat begünstigt; unweit dieses Punktes flaute der Wind ab, und 
in ungefähr 24° N-Br und 149° O-Lg lag die polare Passatgrenze. Sehr leichte 
und veränderliche östliche Winde wehten dann noch bis 28° N-Br in 142° O-Lg, 
und nachdem nach Ueberschreitung dieses Punktes an zwei Tagen stürmische 
Westwinde geherrscht hatten, konnte der noch vorliegende Theil der Reise bei 
kräftigem Ostwinde zurückgelegt werden. 
in nördlicher Breite wurde 10° N-Br in 167° W-Lg am 28. März, 
20° N-Br in 158,5° O-Lg am 7. April und 30° N-Br in 140° O-Lg am 16, April; 
ferner der Meridian von 180° in 14° N-Br am 1. April geschnitten. Am 
21. April erreichte „Magellan“ den Hafen von Yokohama. Die Reise hatte 
vom Kanale ab eine Dauer von 141 Tagen, von der Linie im Atlantischen 
()eean her eine solche von 113 Tagen. Es ist dies ein Resultat, welches die 
Benutzung der Kap Horn-Route für Reisen nach japanesischen Häfen zur Zeit 
des NE-Monsuns sehr empfehlenswerth erscheinen läfst. Die Seewarte besitzt 
das Journal der Hamburger Bark „Batavia“, welche einige Monate ‘später, als 
„Magellan“ eine Reise nach Yokohama antrat und die Route Süd- und OÖst- 
australien nahm, Sie gebrauchte 126 Tage, um von der Linie im Atlantischen 
Ocean den Bestimmungsplatz zu erreichen. 
„Magellan“ machte später mehrere Reisen in ostasiatischen Gewässern, 
auf denen das meteorologische Journal sorgfältig geführt wurde, bis schliefslich am 
2. Dezember 1879 die Bark von Hongkong aus die Heimreise nach Hamburg antrat. 
Man traf auf derselben in der Chinasee anfänglich nur mäfsigen NE-Monsun, südlich 
von 18° N-Br frischte derselbe aber auf und wehte bis nach 3,5° N-Br fast 
sturmartig. Südlich von der letzteren Breite wurde er sehr flau und unbeständig, 
und wurde erst wieder stärkerer Wind angetroffen, als die Windrichtung in 
der Nähe von 1,5° N-Br eine nordwestliche geworden war. Am 12. Dezember 
überschritt „Magellan“ in 105° O-Lg den Aequator; vorher war 20° N-Br in 
112° O-.Lg am 3. Dezember und 10° N-Br in 110,5° O-Lg am 7. Dezember 
gekreuzt worden. 
Die Banka-Strafse wurde bei mäfsigem NW-Winde, die Sunda-See 
bei stürmischem Wind aus derselben Richtung durchsegelt; sobald jedoch die 
Bark in die Nähe der Sunda-Strafse kam, wo das hohe luvwärts liegende 
Land seinen Einflufs geltend machte, hörte der Wind auf, und Mallung und 
Stille trat an seine Stelle. 
Am 17. Dezember war die Sunda-Strafse Aurchsegelt, doch mufste man 
sich südlich derselben noch 6 Tage mit meist westlicher Mallung und Stille ab- 
mühen, bevor es gelang, in 8° S-Br und 103° O-Lg das Gebiet des SE-Passats zu 
erreichen. Bei sehr kräftigem Winde konnte dann in kurzer Zeit eine sehr weite 
Strecke zurückgelegt werden. Der Passat wehte fast ganz ungestört bis in die 
Nähe von 27,5° S-Br in 52° O-Lg; der fast stürmisch wehende Wind lief hier 
nordöstlich, doch setzte er diesmal seine Drehung nicht durch Nord fort, sondern 
nahm plötzlich ab, und kurze Zeit nachher setzte wieder stürmischer SSE-Wind 
ein. Am 17. Januar überstand „Magellan“ in 33° S-Br und 29° O-Lg einen 
zwar nur kurzen, aber orkanartigen Sturm, der aus NE begann und nachdem 
der Luftdruck auf 750,9 mm gesunken war, nach West umsprang. Im Uebrigen 
waren die Winde bei der Umsegelung des Kaps der guten Hoffnung nicht über- 
mäfsig stürmisch und wehten auch häufig aus östlicher Richtung. Am 27. Januar 
stand „Magellan“ in 10° O-Lg wieder auf dem Parallel von 30° Süd; südlich 
desselben waren 16 Tage zugebracht worden. Im Indischen Ocean hatte die 
Bark 10° S-Br in 100,6° O-Lg am 24. Dezember, 20° S-Br in 80,5° O-Lg am 
31. Dezember und 30° S-Br in 43,5° O-Lg am 11. Januar 1880; ferner den 
Meridian von 90° Ost in 16° S-Br am 28. Dezember, den von 60° Ost in 
25,5° S-Br am 6. Januar, den von 30° Ost in 33,1° S-Br am 16. Januar und 
den der Kapstadt in 35,1° S-Br am 24, Januar geschnitten. 
Der im Atlantischen Ocean in der Nähe von 30° S-Br sich von SW nach 
SE drehende kräftige Wind erwies sich als der Passat, durch den die Bark 
auch hier wieder für längere Zeit sehr begünstigt wurde. Nördlich von 17° S-Br 
trat er weniger frisch auf.
	        
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