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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Richtung voller Orkan. Bei zunehmendem Luftdrucke nahm der Wind dann 
rasch an Stärke ab, behielt aber noch für mehrere Tage eine südwestliche 
Richtung. Später war die Richtung der angetroffenen Winde wieder ziemlich 
veränderlich, doch blieben ungünstige südwestliche Winde die vorherrschenden. 
Besonders begünstigt vom Winde wurde „Bylgia“ westlich von 33° O-Lg. Es 
traten dort fast nur östliche Winde auf, mit deren Hülfe am 30. Mai, nach 
57tägiger Reise, der Bestimmungsplatz erreicht wurde. Es waren während der- 
selben 30° S-Br in 109,4° O-Lg am 19. April, 90° O-Lg in 25,3° S-Br am 
25. April, 60° O-Lg in 25,9° S-Br am 6. Mai und 30° O-Lg in 32,2° S-Br am 
23. Mai überschritten worden. 
Am 2. Juli ging „Bylgia“ wieder in See, um nach San Francisco zu 
segeln. Bei südlichem und für längere Zeit bei östlichem Winde wurde süd- 
wärts gesteuert, bis der 39. Grad südlicher Breite überschritten war, und dann 
in der Nähe dieses Parallels nach Osten gesegelt. Die Richtung der hier an- 
getroffenen Winde war eine sehr veränderliche, und recht häufig wurden sehr 
heftige Stürme, die fast immer aus hoch nördlicher Richtung einsetzten und in 
südlicher endeten, beobachtet. Oestlich von 90° O-Lg war das Auftreten öst- 
licher Winde ein so häufiges, dafs unter den 15 Tagen, welche auf der zwischen 
dieser und der Länge des Südkaps von Tasmania liegenden Strecke zugebracht 
wurden, sich nicht weniger als 12 befanden, an denen Wind von östlicher 
Richtung beobachtet wurde. Nur dem Umstande, dafs derselbe gewöhnlich 
hoch nördlich oder südlich war, war es zu verdanken, dafs noch ein einiger- 
mafßen befriedigender Fortgang erzielt werden konnte. „Bylgia“ überschritt 
den Meridian der Kapstadt in 38,7° S-Br am 8. Juli, den von 80° Ost in 
37,5° S-Br am 26. Juli, den der SW-Spitze Australiens in 43,8° S-Br am 
7. August und den des Südkaps von Tasmania in 47,8° S-Br am 16. August. 
Am 18. August, in 44,5° S-Br und 150° O-Lg, entschlofs Kapt. Andersen 
sich, da sein Schiff in den überstandenen Stürmen einen starken Leck erhalten 
hatte, den in Neu-Süd- Wales gelegenen Hafen Newcastle anzulaufen. Es wurde 
also vor dem zur Zeit herrschenden Südsturme nach Norden abgehalten. In 
38° S-Br folgte auf den kräftigen, zuletzt aus SW wehenden Wind leiser Zug, 
und nachdem am folgenden Tage in der Nähe des Kap Howe die Küste des 
Festlandes von Australien angelaufen worden war, mufste gegen nördlichen und 
nordöstlichen Wind fast der ganze letzte Theil der Reise zurückgelegt werden. 
Bei leichtem Südwinde, welcher am Tage vorher eingesetzt war, erreichte 
„Bylgia“ am 27. August den Hafen von Newcastle. Die Reisedauer betrug 
56 Tage. 
In Newcastle wurde die Bark reparirt, dann eine Ladung Steinkohlen für 
sigene Rechnung eingenommen und am 13. September eine Reise nach San 
Francisco angetreten. Zu Anfang derselben herrschten nordöstliche Winde, 
durch welche der Fortgang der Nord um Neuseeland führenden Reise sehr ver- 
zögert wurde. Nachdem am 18. September in der Nähe von 37,5° S-Br und 
159° O-Lg der Wind zuerst hoch nördlich, später westlich gelaufen war, konnte 
vrascherer Fortschritt erzielt werden. Die Strecke zwischen 33,5° S-Br in 
173,5° O-Lg und 41,5° S-Br in 160° W-Lg wurde bei kräftigem, beständig aus 
hoch nördlicher Richtung wehendem Winde zurückgelegt und erst, nachdem der 
letztere Punkt überschritten worden war, wurde man von durchstehenden West- 
winden begünstigt. Die Bark, welche erst einen gut nördlichen Kurs einschlug, 
nachdem sie östlich von der Paumotu-Gruppe gelangt war, kreuzte 160° O-Lg 
in 37,2° S-Br am 19. September, 180° in 35° S-Br am 26. September, 150° W-Lg 
in 40,5° S-Br am 4. Oktober und 130° W-Lg in 31,1° S-Br am 10. Oktober. 
In der Nähe von 29,5° S-Br und 128,5° W-Lg wurde der SE-Passat an- 
yetroffen. Der mäfsig starke Wind drehte sich hier in rascher Weise von SW 
durch Süd nach SE, frischte dann auf, und für längere Zeit eilte „Bylgia“ nun 
in schneller Fahrt nach Norden. Erst als man sich dem Aequator bis auf 3° 
genähert hatte, fand man schwächeren Wind, mit welchem am 20. Oktober in 
124° W-Lg die Linie überschritten wurde. Vorher war 20° S-Br in 125,5° W-Lg 
am a Oktober und 10° S-Br in 125.4° W-Lg am 17. Oktober gekreuzt 
worden, 
Zwischen dem Aequator und 4° N-Br wurde die Bark in 48 Stunden 
nicht weniger als 110 Sm nach WNW versetzt. Es war dies eine Wirkung
	        
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