Inventarien und Materialien waren in grosser Auswahl vorhanden. Re-
paraturen an Eisentheilen etc. sowie am Schiffskörper sollen von der Firma
„Sproston Dock & Foundry Comp.“ sehr gut und preiswürdig ausgeführt werden.
Genannte Firma besitzt ein Trockendock, welches aus Granitsteinen erbaut und
mit eisernen Thoren versehen ist; dasselbe hat eine Länge von 70,1 m und
13,72 m Breite; es können darin Schiffe bis zu 3,35 m Tiefgang Aufnahme finden,
Die Kosten für das Docken betragen: für den ersten Tag Doll. 1,20 pro engl.
Ton, für den zweiten Tag Doll. 0,20 pro Ton und für den dritten und die fol-
genden Tage Doll. 0,15 pro Ton.
In Georgetown befinden sich zwei Banken; eine Zweigbank der Colonial-
Bank London und die British Guayana Bank, von beiden kursiren Dollarsnoten
zu 5, 20 und 100 Dollars, Der Preis sämmtlicher Waaren wird in Shilling an-
gesetzt und ein Dollar gleich 50 Pence gerechnet. Das Zahlungsmittel ist
jedoch ausser den erwähnten Noten die englische Münze, namentlich das Silber-
geld, Gold ist selten. Der Wechselkurs auf London ist al pari 4 Shilling
80 Cts. gleich 1 Pfd. Sterl. bei 90 Tage Sicht-Wechseln. Ausserdem ist es
Platz-Usance, dass bei Baarzahlungen von über 100 Dollars 2 pCt. Discont ge-
währt werden.“
Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Wolf“, Korv.-Kapt. Becks.”
1]. Reise von Tschifu nach Tientsin,
„Am 25. September verliess S. M. Kbt. „Wolf“ den Hafen von Tschifwu,
am zunächst nach Z%ertsin zu segeln, Ich steuerte längs der Küste von
Shantung auf den Chang-shan-Kanal zu und bekam um 11" a. m. die Insol
Tachu-shan in Sicht. Nach Peilungen steuerte ich dann durch den oben
genannten Kanal, in welchem in Folge des klaren Wetters alle Inseln und
Felsen gut zu sehen waren; Stromversetzungen wurden nicht beobachtet.
Während der Nacht liess ich häufig lothen und hatte auch, um der flachen
Insel Sha-Iui-tien, die sich nicht anlothen lässt, da in ihrer unmittelbarsten
Nähe tiefes Wasser sich befindet, nicht zu nahe zu kommen, !/a Strich west-
licher steuern lassen. Am nächsten Morgen steuerte ich direct auf die Taku-
Forts zu und bekam diese um 8* 30” a. m. in 55m Abstand in Sicht. Das
Land ist so flach, dass von diesem nicht eher etwas gesehen werden kann, als
bis man nahe an das ausserhalb der Barre ausgelegte, aus einer alten Dschunke
hergestellte Feuerschiff herangekommen ist. Ich musste noch mehr als zwei
Stunden warten, bis Wasser genug auf der Barre war, um vom Kanonenboot
passirt werden zu können. Auf den flachsten Stellen hatten wir nur ca 15cm Wasser
unter dem Kiel. Auf der Barre lagen zur Zeit drei schr kleine Tonnen, Die
äussere rothe muss an St. B. gelassen werden und bezeichnet den Anfang der
Barre. Von hier bis zur sogenannten schwarzen Ellbogen-Tonne ist der Kurs
NWzN; zwischen diesen beiden Tonnen fand das Kanonenboot als die flachste
Stelle der Barre nur 3,8 m Wasser. Vom Süd-Taku-Fort wird an einer Flaggen-
stange die Tiefe des Wassers auf der Barre signalisirt. Da die Distanz von
draussen aber zu gross ist, um die Zeichen deutlich erkennen zu können, so
liegt für gewöhnlich an dieser zweiten Tonne ein Lotsenfahrzeug, welches
ebenfalls die Tiefo des Wassers signalisirt. Von der E!bogen-Vonne nach der
dritten und letzten Tonne ist der Kurs NWzW, Diese letzte Tonne, schwarz
und roth senkrecht gestreift, ist beim Einsegeln an St. B., die Ellbogen - Tonne
an B.B. zu lassen. Von der letzten Tonne führt der Kurs NW auf zwei hohe,
ungefähr in der Mitte des Süd-Forts errichtete Stangen zu, die eine mit einer
Kugel, die andere mit einem Dreieck versehen, und sind diese beiden von der
dritten Tonne ab in Deckpeilung zu halten, um im tiefen Kanal zu bleiben.
y S. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1879, pag. 110, 229, 398, 443, 525.