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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

Inventarien und Materialien waren in grosser Auswahl vorhanden. Re- 
paraturen an Eisentheilen etc. sowie am Schiffskörper sollen von der Firma 
„Sproston Dock & Foundry Comp.“ sehr gut und preiswürdig ausgeführt werden. 
Genannte Firma besitzt ein Trockendock, welches aus Granitsteinen erbaut und 
mit eisernen Thoren versehen ist; dasselbe hat eine Länge von 70,1 m und 
13,72 m Breite; es können darin Schiffe bis zu 3,35 m Tiefgang Aufnahme finden, 
Die Kosten für das Docken betragen: für den ersten Tag Doll. 1,20 pro engl. 
Ton, für den zweiten Tag Doll. 0,20 pro Ton und für den dritten und die fol- 
genden Tage Doll. 0,15 pro Ton. 
In Georgetown befinden sich zwei Banken; eine Zweigbank der Colonial- 
Bank London und die British Guayana Bank, von beiden kursiren Dollarsnoten 
zu 5, 20 und 100 Dollars, Der Preis sämmtlicher Waaren wird in Shilling an- 
gesetzt und ein Dollar gleich 50 Pence gerechnet. Das Zahlungsmittel ist 
jedoch ausser den erwähnten Noten die englische Münze, namentlich das Silber- 
geld, Gold ist selten. Der Wechselkurs auf London ist al pari 4 Shilling 
80 Cts. gleich 1 Pfd. Sterl. bei 90 Tage Sicht-Wechseln. Ausserdem ist es 
Platz-Usance, dass bei Baarzahlungen von über 100 Dollars 2 pCt. Discont ge- 
währt werden.“ 
Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Wolf“, Korv.-Kapt. Becks.” 
1]. Reise von Tschifu nach Tientsin, 
„Am 25. September verliess S. M. Kbt. „Wolf“ den Hafen von Tschifwu, 
am zunächst nach Z%ertsin zu segeln, Ich steuerte längs der Küste von 
Shantung auf den Chang-shan-Kanal zu und bekam um 11" a. m. die Insol 
Tachu-shan in Sicht. Nach Peilungen steuerte ich dann durch den oben 
genannten Kanal, in welchem in Folge des klaren Wetters alle Inseln und 
Felsen gut zu sehen waren; Stromversetzungen wurden nicht beobachtet. 
Während der Nacht liess ich häufig lothen und hatte auch, um der flachen 
Insel Sha-Iui-tien, die sich nicht anlothen lässt, da in ihrer unmittelbarsten 
Nähe tiefes Wasser sich befindet, nicht zu nahe zu kommen, !/a Strich west- 
licher steuern lassen. Am nächsten Morgen steuerte ich direct auf die Taku- 
Forts zu und bekam diese um 8* 30” a. m. in 55m Abstand in Sicht. Das 
Land ist so flach, dass von diesem nicht eher etwas gesehen werden kann, als 
bis man nahe an das ausserhalb der Barre ausgelegte, aus einer alten Dschunke 
hergestellte Feuerschiff herangekommen ist. Ich musste noch mehr als zwei 
Stunden warten, bis Wasser genug auf der Barre war, um vom Kanonenboot 
passirt werden zu können. Auf den flachsten Stellen hatten wir nur ca 15cm Wasser 
unter dem Kiel. Auf der Barre lagen zur Zeit drei schr kleine Tonnen, Die 
äussere rothe muss an St. B. gelassen werden und bezeichnet den Anfang der 
Barre. Von hier bis zur sogenannten schwarzen Ellbogen-Tonne ist der Kurs 
NWzN; zwischen diesen beiden Tonnen fand das Kanonenboot als die flachste 
Stelle der Barre nur 3,8 m Wasser. Vom Süd-Taku-Fort wird an einer Flaggen- 
stange die Tiefe des Wassers auf der Barre signalisirt. Da die Distanz von 
draussen aber zu gross ist, um die Zeichen deutlich erkennen zu können, so 
liegt für gewöhnlich an dieser zweiten Tonne ein Lotsenfahrzeug, welches 
ebenfalls die Tiefo des Wassers signalisirt. Von der E!bogen-Vonne nach der 
dritten und letzten Tonne ist der Kurs NWzW, Diese letzte Tonne, schwarz 
und roth senkrecht gestreift, ist beim Einsegeln an St. B., die Ellbogen - Tonne 
an B.B. zu lassen. Von der letzten Tonne führt der Kurs NW auf zwei hohe, 
ungefähr in der Mitte des Süd-Forts errichtete Stangen zu, die eine mit einer 
Kugel, die andere mit einem Dreieck versehen, und sind diese beiden von der 
dritten Tonne ab in Deckpeilung zu halten, um im tiefen Kanal zu bleiben. 
y S. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1879, pag. 110, 229, 398, 443, 525.
	        
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