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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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zweistündlichen: Temperaturbeobachtungen sind die monatlichen Temperatur- 
mittel in dem Northumberland-Sund: 
1853 ; 1852 
— A ge m ven ———————— 
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Jahr 
—39,2 —33,4 —27,5: —22,9 —9,4 —0,1 4-26 +1,22 —75 —185 —20,3 —34,5 —17,4 
Gleichzeitige Beobachtungen an den nahegelegenen Küsten ergaben für 
die Monate Dezember bis Februar um 1—2° niedrigere Temperaturen, ähnlich 
wie bei Serdze kamen (s. pag. 392). ; 
Das absolute Minimum, — 49,4°, war am 12. Januar 1853 bei Windstille, 
und das Maximum, + 13,9°, am 13. Juli 1853, ebenfalls bei Windstille. Die 
jährliche Amplitude betrug also 63,3°. 
Der Hafen von Kennedy, in 72° 1‘ N-Br und 94° 14‘ W-Lg, in welchem 
die Dampf-Yacht „Fox“, Kapt. Mc Clintock, 1858/59 überwinterte,-- liegt an 
dem Ost-Eingange der Bellot-Strafse, welche die Wasserverbindung zwischen 
Prince Regents-Einfahrt und dem Franklin-Kanal bildet und den äufsersten nörd- 
lichen Theil des amerikanischen Kontinentes, oder Boothia felix, von .Nord- 
Somerset trennt. Die von Ch. A. Schott in den „Smithsonian Contributions“ 
No. 144 aus den vierstündlichen Beobachtungen berechneten Monatsmittel sind 
(s. „Contributions ete.“, II, pag. 245): 
1858 
- A 
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug... Sept. Okt. Nov. Dez. Jahr 
—37,1 —385 —27,9 —19,7 —9,6 +18 +45 +33 —35 —141 —24,4 —36,7 —168 
[859 
Die Temperatur-Extreme bewegten sich zwischen -— 45,4° am 20. Januar 
1859 und +4 12,8° am 29. Juli 1859; die Jährliche Amplitude betrug 
also 58,2°. 
2. Winde. Die vorherrschende Windrichtung zu Serdze kamen war von 
November bis Mai, mit Ausnahme einer kurzen Zwischenzeit im Januar, NW; 
die grofse Beständigkeit in Richtung und Stärke gab dem Winde den Charakter 
eines Monsuns; seine mittlere Geschwindigkeit war 15 Sm die Stunde (2—3 nach 
Beauf. Skala); zuweilen erreichte sie 534—40 Sm (6—7 nach Beauf. Skala). 
Diese NW-Winde waren auch sehr kalt, infolge ihres Ursprunges in dem nord- 
sibirischen Gebiete hohen Luftdrucks und niedriger Temperatur. Ein solcher 
Wind, besonders wenn er etwas stärker wehte, war bei einer Temperatur von 
unter — 30° sehr lästig, wenn man den 1'/akm langen Weg zwischen dem 
Schiffe und dem Observatorium am Lande zurücklegen mufste, und geradezu 
gefährlich, wenn man ihn im Gesicht hatte und entblößte Theile des Gesichtes 
oder der Hände ohne die nöthige Vorsicht der kalten Luft aussetzte. Gleich- 
wohl fand bei NW-Wind zuweilen eine anomale Temperatur statt, und dies 
erfolgte gewöhnlich bei einem aus Süd herannahenden. Wirbel. 
Das Vorherrschen des NW-Windes ist für die Bewohner Nordsibiriens 
in gewisser Beziehung von Nutzen; dieser Wind hebt nämlich don frisch gefallenen 
Schnee in grofsen Wirbeln in die Höhe und lagert ihn, nachdem er ihn für 
einige Zeit herumgedreht hat, in langen, unter sich parallelen, der Windrichtung 
entsprechenden Wellenlinien ab, deren Länge von der Stärke des Windes ab- 
hängt. Diese Schneewellen werden von den Sibiriern „Sastrugi“ genannt; sie 
sind dem Reisenden, welcher die weit ausgedehnten Tundra’s von Nordstbirien 
durchstreift, ein willkommener Wegweiser, in welcher Richtung man diese 
Schneeanhäufungen durchschneiden mul, um von einem Orte zum anderen sicher 
zu gelangen, 
Die NW- und NNW-Winde sind gewöhnlich trocken und meist von 
heiterem Himmel begleitet; dagegen führen die Winde aus NE und ENE viel 
Schnee mit sich; nichtsdestoweniger war die Masse des gefallenen Schnees nicht 
sehr bedeutend, und während der kältesten Jahreszeit (von November bis Mai)
	        
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