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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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heiterem Wetter; der Barometerstand betrug 759,5mm; die mittlere Tages- 
temperatur am 25. Januar war — 42,6°, am folgenden Tage nur — 29,5°, 
während der Luftdruck bis 743,9mm sank und Schneegestöber eintrat; die 
höchste Wintertemperatur wurde am 29. Dezember 1878 beobachtet zu + 1,2° C. 
bei veränderlichen leichten Winden und bedeckten Himmel. Das Minimum an 
diesem Tage betrug dagegen — 23,2° und die mittlere Temperatur — 16,7°; 
letztere stieg innerhalb 24 Stunden bis auf — 3,2°, also um 13!/2°, während 
das Barometer von 756,2 bis 748,3mm sank. Die Monate Dezember bis Februar 
zeigten überhaupt die gröfsten Temperaturschwankungen innerhalb 24 Stunden, 
so z. B. vom 2, zum 3, Januar 1879 von —6,1° bis —19,8° im Tagesmittel 
bei NNW-Wind und niedrigem Barometerstand (735,5mm), und vom 12. zum 
13. Februar von — 6,9° bis — 23,3°, also um fast 16'/2°, wobei der mittlere 
Luftdruck von 757 bis 767mm stieg und der Wind von WSW nach NNW 
drehte. An 5 Tagen sank die Temperatur unter den Gefrierpunkt des Queck- 
silbers (3 im Januar und 2 im Februar), In dem Winterquartier der „Alert“ 
(Floeberg-Beach) blieb im Februar 1876 das Quecksilber 15 Tage lang gefroren; 
im März betrug daselbst während 13 Tagen die mittlere Tagestemperatur — 50° 
bis — 50,5° und war gleichzeitig ebenso niedrig in dem Winterquartier der 
„Discovery“ in der Discovery-Bat 7 aufeinander folgende Tage hindurch (siehe 
Sir G. Nares: „The Official Report of the recent arctic expedition“. 8% 
London 1876, pag. 45 und 46). Im Ganzen blieb in Floeberg-Beach 1060 Stunden 
oder über 44 Tage und in Discovery-Bai 1334 Stunden oder über 55 Tage das 
Quecksilber gefroren, und zwar in den Monaten November bis April; die 
meisten Stunden (398) fielen zu Floeberg-Beach auf den Januar, und in der 
Discovery-Bai auf den Februar, nämlich 472. 
Vom 1. Oktober 1878 bis 30. Juni 1879 zeigte zu Serdze kamen das 
Thermometer an 25 Tagen Temperaturen über 0°, im Oktober 2 Mal, im Februar 
1 Mal, im Mai 5 Mal und im Juni an 17 Tagen; in letzterem Monat war auch 
an 1l Tagen das Minimum der WTagestemperatur über 0°, Das niedrigste 
Tagesmittel der Temperatur war — 42,6° am 25. Januar 1878 und das höchste 
+ 3,2° am 24. Juni 1879. 
Die mittlere Tagestemperatur trat, wenn der Wind in Richtung und 
Stärke sich beständig hielt, — was allerdings nicht häufig vorkam, — ungefähr 
um 11 a. m. und 7° p.m. ein. Zu der Zeit, als die Sonne höher stand, zeigte 
sich ein Minimum der Temperatur um Sonnenaufgang und ein Maximum um 
4" p. m.; während des Winters traten die Minima und Maxima der Temperaturen 
zu sehr verschiedenen Zeiten ein, so dafs keine bestimmte Regel festgesetzt 
werden konnte. Die Thermometer an Land zeigten in der Winterszeit stets 
niedrigere Temperaturen, als auf der eisbedeckten See (an Bord der „ Vega“), 
zuweilen um 2° und darüber, eine Erscheinung, welche auch von Anderen 
Reisenden während ihrer Ueberwinterung in arktischen Gegenden wahrgenommen 
ist, so u, A, bei Northumberland-Sund (s. pag. 395). Der Uebergang vom Winter 
zum Frühling war sehr plötzlich; vom 7. zum 8. Mai stieg die Temperatur 
von ca — 16° bis —2° und am 9. bis 0°. Diese Temperaturerhöhung war 
begleitet von heftigen Windstöfsen aus ENE und von reichlichem Schneefall. 
Der Monat Mai war überhaupt der schneereichste während der ganzen Winters- 
zeit. Die Maxima der Tagestemperaturen bewegten sich von Mitte bis Ende 
Mai innerhalb der Grenzen von — 5° bis + 1,8°, die Minima zwischen — 11° 
und 0° und die Tagesmittel zwischen — 5,4° und + 0,4°, während in den 
ersten sieben Tagen des Mai diese Grenzen bezw. waren: — 18° bis — 14°, 
27° bis — 17°, —22,1° bis —15,7°. Am 3. Juni, dem zweiten Pfingsttage, 
trat noch ein bemerkenswerther Rückfall der Temperatur ein mit einem Minimum 
von — 14,3°, einem Maximum von — 6,6° und einer mittleren Tagestemperatur 
von —9,4°; und auch am 13. Juni wurde des Morgens noch eine Temperatur von 
—8,0°, des Mittags aber schon von + 4° beobachtet; seitdem sank die Tem- 
peratur selten und nur wenig unter 0°, Der Schnee begann jetzt zu schwinden, 
und zwar so schnell, dafs das Land zu Ende des Monats fast schneefrei war; 
doch war die „Vega“ noch immer von einem zusammenhängenden, wenngleich 
von Rissen und Wasserrinnen durchkreuzten Eisfelde von ca 1,ö5m Dicke um- 
geben. Anfang Juli wurde auch das Eis schneefrei, und am 17. Juli hatte sich 
das Jahresecis (nicht das Grundeis) vom Lande gelöst; am 18. Juli kam das Eis
	        
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