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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Kurse passirte ich die Linie in der Nacht vom 28. zum 29. September zwischen 
25,5° und 27,5° W-Lg, wie nach den „Sailing Directions“ von Findlay als 
yünstigster Schnittpunkt angegeben ist. Ich nahm jetzt den Kurs auf ca 180 Sm 
östlich der Insel Fernando de Noronha und hielt, des ziemlich hart westlich 
Jaufenden Stromes wegen, etwas südlicher, als der directe Kurs nach Bahia 
zewesen wäre. Von 6° S-Br setzte der Strom, wie in den „Pilot Charts“ an- 
yegeben, westsüdwestlich mit einer Fahrt von 17 bis 23 Sm das Etmal; die 
Wassertemperatur wechselte zwischen 24° und 26° C. Gegen alle Erwartung 
wurde der Passat schon am 2. Oktober auf 8° S-Br und 32° W-Lg ziemlich 
schwach und ging in der Nacht zum 3. Oktober herumspringend bis Süd, so 
dass ich hart beim Winde halten musste, um mich nicht der Küste zu sehr zu 
nähern. Am Nachmittage des 3. Oktober wurde die Luft dick uud drohond, 
Regenböen aus Süd oder SW kamen durch und ziemlich starke Dünung aus SSW, 
ohne dass jedoch eine Veränderung des Luftdruckes bemerkbar war. Wie ich 
nachträglich erfahren habe, hat hier an der Küste ein schwerer SW-Wind geweht, 
der den Passat für einige Tage ganz verschwinden liess. Da das Wetter anhielt 
and ich nicht annehmen konnte, noch näher der Küste östliche Winde zu be- 
kommen, ausserdem auch den längs der Küste nördlich laufenden Strom ver- 
meiden wollte, lag ich die Nacht vom 4. zum 5. Oktober über B. B.-Bug und 
konnte erst am 5. Oktober wieder Kurs liegen, da der SE-Passat mit Stärke 3 
and 4 wieder durchkam. Am 7. Oktober Morgens bekam ich in genauer 
Uebereinstimmung mit meinem Besteck das etwas nördlich von Bahia gelegene 
Kap Capuan in WNW, 23 Sm entfernt, in Sicht und hielt jetzt auf Land, um 
mit der gegen 11*a, m. aufkommenden Seebrise in den Hafen einzulaufen. Auf 
ungefähr 8 Sm von Kap St. Antonio wurde die Luft dick und regnerisch, so 
dass vom Lande zeitweise nichts zu sehen war und ich mich demselben bei dem 
sehr hart laufenden Strom nur mit Vorsicht nähern konnte, da die zur Ver- 
meidung der vor dem Hafen liegenden Antonio-Bank angegebenen Landmarken 
überhaupt nicht in Sicht kamen, Erst gegen 1* p.m. fand ich die Süd-Tonne 
der Bank, und klarte es soweit auf, dass ich den Thurm von St. Antonio an- 
steuern und in den Hafen einlaufen konnte.“ 
2, Reise von Bahia nach Georgetown und Einsegelung in den Demerara-Fluss 
(Britisch Guayana). 
„Mit Ostwind und auslaufendem Strom verliess das Schiff am 16. Oktober 
1879 den Hafen von Bahia und steuerte mit B. B. Halsen und südlichem Kurse 
die Antonio-Bank an, um zu konstatiren, ob die auf den Karten angegebene 
Südtonne, die nach dem Bericht des Korv.-Kapt. Sattig nicht vorgefunden 
wurde (s. No, 103 d. „Nachr. f. Seef.“ 1879), wieder ausgelegt sei. Beide An- 
segelungstonnen fanden sich auf den in den Karten angegebenen Plätzen vor. 
Der Ostwind war ziemlich frisch, so dass das Schiff eine Fahrt von 6 bis 7 Sm 
die Stunde machte, und hatte ich die Absicht, mit B. B. Halsen durchzuliegen, 
bis der NE-Passat einsetzte, wie dies in dem „North Atlantie Memoir“ von 
Findlay angegeben ist. Gegen Erwarten drehte aber der Wind schon am 
17. Oktober auf ESE, so dass beim Winde kaum Süd gehalten werden 
konnte und wurde, um nicht zu viel Länge zu verlieren, am Mittag des 17. Ok- 
tober gewendet. Mit abwechselnd umspringenden Winden zwischen ESE und 
ENE wurde am 23. Oktober 32° W-Lg auf 11° S-Br gewonnen, so dass 
am Nachmittag des 25. Oktober Kurs auf Kap St. Roque gesteuert werden 
konnte. Der Wind stand die folgenden Tage auf Ost, Stärke 4—5, und ging 
allmählich mehr nach Süden, so dass mit einer Durchschnittsfahrt von 5 bis 
6 Sm die Stunde in der Nacht vom 28. zum 29. Oktober die Durchfahrt zwischen 
Kap St. Roque und Las Rocas passirt wurde. Bis hier wurden die Strömungen 
den in den „Pilot Charts for Ailantie Ocean“ gemachten Angaben entsprechend 
vorgefunden und auf ca 7° S-Br und 32° W-Lg die Stromgrenzen des brasilia- 
nischen und des Aequatorial-Stromes passirt. Schon am Nachmittag des 28. Ok- 
tober kam der SE-Passat kräftig durch und wurde die Linie, wie beabsichtigt 
war, am Nachmittage des 31. Oktober auf 44° W-Lg geschnitten. Der Passat 
nahm jetzt in seiner Stärke ab und ging, wie in den Windkarten angegeben, 
umspringend auf ENE, Stärke 3—4, über, so dass die folgenden Tage kleinere 
Etimale gemacht wurden.
	        
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